Seat Leon 1.9 TDI Ecomotive im Test

Ein bisschen Spaß darf sein.

Vor kurzem hat Seat das neue Spitzenmodell des Leon präsentiert, der Cupra R leistet stolze 265 PS und reiht sich damit in die Riege der potentesten Kompakten ein. Dass bei diesem Auto der Fahrspaß im Vordergrund steht, und der Verbrauch kein allzu großes Thema ist, liegt auf der Hand. Wir haben den Spieß umgedreht und gefragt, wie viel Spaß das spritsparendste Modell der Leon-Baureihe macht. Es hört auf den Zusatz "Ecomotive", beinhaltet einen 1,9 TDI Turbodiesel mit 105 PS und gönnt sich auf 100 Kilometern laut Werksangabe nicht mehr als 4,5 Liter Diesel (119g CO2/km). So weit, so gut, aber macht das dann auch noch Spaß? Wir haben den Spanier einem Test unterzogen, doch zunächst zu den Fakten.

Der vor kurzem facegeliftete Leon startet bei 14.900 Euro für den 1,4 Liter Benziner in etwas karger Basisausstattung. Der Ecomotive-Leon startet bei knapp 20.000 Euro. Unser Testwagen in Reference-Ausstattung verfügt bereits serienmäßig über eine Klimaanlage, ESP, Alufelgen, Tempomat und zahlreiche weitere Features, als 1,9 TDI Ecomotive kommt er dann auf 19.980 Euro. Und weil man sich ja sonst nichts gönnt, war noch das Österreich-Paket mit von der Partie, für einen fairen Tausender gibt’s beheizbare Außenspiegel, ein Multifunktionslenkrad, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, ein Sportfahrwerk und Sportsitze. Macht unterm Strich 260 Euro Ersparnis im Vergleich zu den Einzelpreisen. Das Interieur ist sachlich und ergonomisch einwandfrei, die Verarbeitungsqualität tadellos, einzig an den verwendeten Materialien - viel Hartplastik - könnte man leichte Kritik üben.

Der 1,9 Liter Motor ist ein alter Bekannter und zündet noch nach dem Pumpe-Düse-Prinzip, wir waren überrascht, welch gute Manieren man dem nicht gerade als Leisetreter bekannten Selbstzünder beigebracht hat. Zwar ist das Verbrennungsgeräusch zu hören, aber kein Vergleich zu früher. Geblieben ist die Antrittsstärke , nicht zuletzt aufgrund des Drehmoments von 250 Nm kann sich die Beschleunigung auch aus niedrigen Drehzahlen sehen oder vielmehr spüren lassen. Nicht zuletzt aufgrund des im Österreich-Paket enthaltenen Sportfahrwerks gibt der Leon eine sehr gute, fahraktive Figur ab, die ebenfalls im Paket enthaltenen Sportsitze bieten guten Seitenhalt. Die direkte Lenkung und das präzise Handling machen einfach Spaß, auch ohne übermäßig viel Leistung. Der Sprint auf 100 km/h ist in 10,9 Sekunden Geschichte, mit der theoretischen Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h sollte man auch das Auslangen finden. Doch halt, wir wollten ja nicht hetzen, sondern gleiten, das ist der Ecomotive, nicht der Cupra R! 4,5 Liter Diesel in der Theorie, wie aber schaut die Praxis aus? Wenig überraschend ist die Werksangabe nur unter großem Verzicht zu erreichen. Der Fahrspaß, den der Leon durchaus im Stande ist zu vermitteln, bleibt im wahrsten Sinn des Wortes auf der Strecke.

Im Normalbetrieb sollte man in etwa 5,5 Liter einkalkulieren, wer gerne etwas mehr auf die Tube drückt, kommt auf rund sechs Liter. Und das ist immer noch schwer in Ordnung, zudem man nie das Gefühl hat, in einem Sparmobil zu sitzen. Der Preis ist attraktiv, der Fahrspaß tadellos, und der Verbrauch kann sich ebenfalls sehen lassen. Auf moderne Spritspar-Features wie eine Start-Stopp-Automatik oder Bremsenergie-Rückgewinnung muss man aber noch warten, die wird es erst in der zweiten Ecomotive-Generation geben. Bis dahin muss man mit Leichtlaufreifen, kleinen aerodynamischen Veränderungen und einer längeren Getriebeübersetzung das Auslangen finden.

Testurteil:

Plus: kräftiger Motor, sparsam
Minus: noch keine Common Rail-Technik

Unser Eindruck:
Verarbeitung: 1-2
Ausstattung: 2
Bedienung: 1-2
Komfort: 2
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 2
Sicherheitsausstattung: 2

Resümee: Der Seat Leon Ecomotive beweist, dass sich Fahrspaß und Sparsamkeit nicht ausschließen müssen. Bei Bedarf zeigt sich der Spanier feurig, wer es geruhsamer angeht, erreicht Verbrauchswerte um die fünf Liter.

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