Testbericht: Skoda Fabia Combi 110 PS Benziner

Der frisch geliftete Skoda Fabia zeigt sich im Detail geschärft und mit deutlichen technischen Änderungen. Wie er sich im Alltag bewährt, verraten wir im folgenden Testbericht.

Skoda hat dem Fabia für seine zweite Lebenshälfte ein dezentes Facelift und eine ordentliche technische Überarbeitung verpasst. Damit soll er den Anschluss an die komplett neuen Konzernbrüder VW Polo und Seat Ibiza nicht verlieren und aufgefrischt neue Kunden anlocken.

Fast schon ein Alleinstellungsmerkmal im Kleinwagensegment ist dabei die sehr praktische Kombi-Version des Fabia, die wir für unseren Test gewählt haben. Statt Kombis kommen immer mehr Mini-SUV zum Einsatz, wobei der Kombi beim Raumangebot die SUV deutlich übertrumpft. Damit das Leben auch im kleinsten Segment sehr luxuriös ist, haben wir unser Testfahrzeug mit der Style-Ausstattung und dem 110 PS starken TSI in Kombination mit dem 7-Gang-DSG-Getriebe gewählt.

Der Listenpreis von 18.940 Euro kratzt schon am Kompakt-Segment, der Fabia Combi bietet aber auch schon viel Ausstattung fürs Geld. Unter anderem sind eine Klimaautomatik, ein Tempomat, das Radio "Swing Plus", 15"-Alufelgen, elektrische Fensterheber vorne und hinten, ein Notbremsassistent, Parksensoren hinten und jede Menge "Simply Clever"-Features an Bord. So auch ein Regenschirm unter dem Beifahrersitz, eine 12V-Steckdose im Gepäckraum, eine verstellbare Mittelarmlehne mit Ablagefach vorne und ein Brillenfach im Dachhimmel.

Zusätzlich sind wir noch mit den Navigationsgerät "Amundsen", dem Care Connect-Paket für Navigationssysteme, DAB, einem 3-Speichen-Lederlenkrad, einem Panoramadach mit Dachreling in Silber, einer Scheinwerferreinigungsanlage, dem Style Austria-Paket und dem Style LED-Paket verwöhnt worden. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 23.351 Euro. Keinesfalls verzichten sollte man dabei auf das Style Austria-Paket, das unter anderem einen adaptiven Tempomat, einen Fernlicht-Assistent, eine Rückfahrkamera mit Waschdüse, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem und noch einiges mehr bietet.

Beim Interieur zeigt sich optisch, dass der Fabia schon etwas in die Jahre gekommen ist, was aber kein Nachteil ist. Das Cockpit gewinnt zwar keinen Designpreis mehr, überzeugt aber mit einer Funktionalität, die man sich bei manch modernerem Fahrzeug wünschen würde. Man findet sich auf Anhieb zurecht, und alle Systeme sind intuitiv zu bedienen. Zudem wirken die neuen Materialien hochwertiger und verleihen dem Innenraum einen eleganten Touch.

Das Schöne ist, dass einem im Fabia mit unserer Testwagen-Ausstattung wirklich nichts fehlt. Die vielen Ablagen, die sogar einen kleinen Mistkübel in der Türablage beinhalten, erfreuen ebenso wie das sehr großzügige Platzangebot. Selbst in der zweiten Reihe bietet der Fabia mehr Platz als mancher Konkurrent der Kompaktklasse, und das Kofferraumvolumen übertrumpft mit 530 bis 1.395 Litern Fassungsvermögen sogar manchen Vertreter der Mittelklasse. Der kleine Skoda zeigt sich also durchaus sehr erwachsen.

Etwas eingeschränkt ist seit dem Facelift die Motorenpalette, der aufgefrischte Fabia ist nur noch mit 3-Zylinder-Benzinmotoren erhältlich. Der 1,0 Liter TSI mit 110 PS (81 kW) ist dabei die Top-Motorisierung und passt zum Kombi sehr gut. Das Aggregat liefert zwischen 2.000 und 3.500 U/Min ein maximales Drehmoment von 200 Nm. Überrascht hat uns, wie spritzig sich der 3-Zylinder zeigt, und wie gut er akustisch verbergen kann, dass eigentlich ein Zylinder fehlt. Man spürt zu keinem Zeitpunkt, dass man nur mit einem 3-Zylinder-Motor unterwegs ist.

Sehr gut harmoniert dabei auch das 7-Gang-DSG-Getriebe mit dem Turbo-Benziner. Das Getriebe schaltet sehr schnell und sehr weich, zudem hat man immer den passenden Gang parat. So macht der kleine Kombi wirklich in jeder Situation viel Spaß und lässt sich sehr agil bewegen. In 10,2 Sekunden sprintet man von 0 auf 100 km/h, was sich in der Praxis aber flotter anfühlt, als man es am Papier vermuten würde. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 195 km/h, wodurch es auch nicht verwundert, dass der Fabia auch von Landstraßen- auf Autobahn-Tempo noch mit viel Elan beschleunigt.

Auch wenn der Fabia Combi der kleinste Kombi im Skoda-Programm ist, ist er in unserer Konfiguration durchaus auch als Reiselimousine bestens geeignet. Selbst bei Autobahntempo bleibt es im Innenraum für ein Auto dieser Klasse sehr leise, und so machen auch Langstrecken viel Spaß. In der Stadt kann der Fabia Combi mit seiner Wendigkeit überzeugen, die großen Fensterflächen erlauben zudem eine perfekte Rundumsicht, was heute nicht mehr selbstverständlich ist. Durch die Einparkhilfe vorne und hinten, sowie die Rückfahrkamera kann man den Fabia noch besser in enge Parklücken zwängen.

Der Fabia Combi ist zudem ein recht genügsamer Geselle, der mit etwas Sparwillen des Fahrers durchaus an die vom Werk versprochenen 4,8 Liter Benzinverbrauch pro 100 Kilometer herankommen kann. Bei unserem Test sind wir bei durchaus flotter Fahrt auf einen Durchschnittsverbrauch von 5,9 Liter gekommen, was auch in Ordnung geht.

Mit gemischten Gefühlen haben wir die Assistenzsysteme genossen. Der adaptive Tempomat ist in dieser Klasse noch immer keine Selbstverständlichkeit und arbeitet wirklich hervorragend. Überzeugend war auch das LED-Licht, das eine perfekte Ausleuchtung der Straße ermöglicht. Nicht überzeugt hat aber leider der Fernlichtassistent, der viel zu langsam auf Gegenverkehr reagiert. Jeder zweite Wagen, der uns entgegen gekommen ist, hat sich geblendet gefühlt, weil der Assistent das Fernlicht zu spät deaktiviert.

In der Summe der Eigenschaften hat der Skoda Fabia Combi in unserem Test eine sehr gute Figuar gemacht. Technisch aufgefrischt kann der neue Fabia vor allem mit seinem kräftigen Motor in Kombination mit dem DSG-Getriebe überzeugen. Zu den weiteren Vorzügen zählen die sehr luxuriöse Ausstattung und das Platzangebot, das sich deutlich von den Mitbewerbern abhebt. Als einer der letzten Kombis im Kleinwagensegment wird der Fabia sicher weiterhin viele Freunde finden.

Was uns gefällt:

das Platzangebot, die gute Serienausstattung, der Motor, das DSG-Getriebe, die Simply Clever-Lösungen

Was uns nicht gefällt:

dass der Fernlichtassistent zu langsam auf Gegenverkehr reagiert

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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