Der neue Skoda Fabia Combi im Test

Kleiner Lastesel mit ordentlichen Manieren

Zumindest für Kompakt-Kombis gilt immer noch: Nutzwert - viel Laderaum und dennoch ausreichend Platz für die Passagiere - ist am wichtigsten. Wenn dieser noch in einem hübschen Kleid angeboten wird und zudem durchaus Fahrspaß bieten kann, haben die Ingenieure und Designer alles richtig gemacht. Kommt zudem eine nicht zu abgespeckte Sicherheits- und Komfort-Ausstattung bei wettbewerbsfähigem Preis hinzu, steht dem Verkaufserfolg selbst in den gegenwärtig rauen Zeiten nichts mehr im Wege. Deshalb fällt es leicht, der zweiten Generation des Skoda Fabia Combi eine rosige Zukunft vorauszusagen.

Die zweite Generation des Lademeisters, die mit markantem Kühlergrill einschließlich auffälligen Scheinwerfern und einer geschwungenen Dachlinie sofort als zur Skoda-Familie gehörig identifiziert wird, ist mit 4,24 Meter Länge nur um sieben Millimeter länger geworden. Sie verfügt im Innenraum aber über reichlich mehr Platz , da sie um knappe fünf Zentimeter in der Höhe wuchs. Das sorgt nicht nur für erheblich mehr Kopffreiheit und ein angenehmeres Raumgefühl , sondern auch für mehr Stauraum. Das Fassungsvermögen des normalen Gepäckraums erhöhte sich um 54 auf 480 Liter und kann durch Umklappen der Rückbanklehne auf 1.460 Liter erhöht werden. Absolute Bestwerte in seiner Klasse. Und da die erlaubte Zuladung mit 440 Kilo ebenfalls stattlich ausgefallen ist, sind das keine theoretischen Werte, sondern in der Praxis wirklich nutzbar.

Im vom allerdings keineswegs unangenehmen Plastik beherrschten Innenraum geht es aufgeräumt zu. Die Instrumente sind übersichtlich und die ergonomisch richtig angeordneten Bedienelemente weitestgehend selbsterklärend. Das Gestühl ist straff, aber nicht unkomfortabel gepolstert und gibt - in dieser Klasse viel zu selten - selbst in zügig gefahrenen Kurven genügend Seitenhalt. Eine Reihe cleverer Lösungen wie die Einhandbedienung der Gepäckraumabdeckung oder zahlreiche und vor allem ausreichend große Ablagen und Staufächer runden den guten Eindruck ab.

Für den Vortrieb sorgen die sieben auch bei der Fabia Limousine erhältlichen Motoren: Vier Benziner zwischen 60 PS / 44 kW und 105 PS / 77 kW sowie drei Selbstzünder . Bei denen ist allerdings nur für die beiden leistungsstärkeren Versionen (1,4 Liter und 80 PS / 59 kW sowie 1,6 Liter und 105 PS / 77 kW) ein Partikelfilter erhältlich , während der Einstiegsdiesel mit 70 PS / 51 kW ohne auskommen muss und demzufolge wohl nur ein Mauerblümchen-Dasein bei uns fristen wird. Alle Motoren werden serienmäßig mit einem gut abgestuften und knackigen Fünfganggetriebe geliefert. Nur für den 105 PS starken Benziner gibt es zusätzlich ein sechsstufiges Automatikgetriebe , das bei ersten Testfahrten allerdings nicht überzeugen konnte.

Den besten Eindruck hinterließ der 1,9-Liter-Selbstzünder, der mit einem bereits bei 1.800 Umdrehungen anliegenden maximalen Drehmoment von 240 Nm seine Technischen Daten (Sprint von 0 auf 100 in 11,0 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 191 km/h ) in der gefühlten Leistungsstärke übertraf. Mit dem gegenüber der Limousine unveränderten, straff ausgelegten Fahrwerk und seiner direkten, guten Straßenkontakt vermittelnden Lenkung kam trotz des permanenten Pumpe-Düse-Sounds sogar richtiger Fahrspaß auf, wobei allzu viel Übermut rechtzeitig vom ESP eingebremst wurde. Das gibt es leider nur in den höheren Versionen serienmäßig und muss zusätzlich geordert werden . Aber es gibt es immerhin. Der 1,4-Liter-Selbstzünder mit 80 PS / 59 kW tut es natürlich auch. Doch machen sich beim mit vier Personen besetzten Wagen die gegenüber dem 1,9 Liter fehlenden 45 Newtonmeter schon bemerkbar. Allerdings auch positiv beim Verbrauch , der von Skoda mit 4,6 Liter (120 g/km) angegeben wird. Zu den 4,9 Litern (129 g/km) der 1.9 Liter-Variante sind es zwar keine Welten, aber für die Zeitspanne eines Autolebens kommt da schon so einiges zusammen.

Mit Classic, Ambiente, Elegance und Sport bietet Skoda seinen Lastesel in vier Ausstattungen an. Der Einstieg beginnt preislich in der Classic-Ausführung bei 12.400 Euro (1.2l / 60 PS) bzw. 14.400 Euro (1.4l / 70 PS / TDI), was sich im Wettbewerbsumfeld durchaus sehen lassen kann.

auto-reporter

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