Skoda Karoq 150 PS TDI - Testbericht

Der neue Skoda Karoq folgt dem Yeti nach, ist dabei aber deutlich gewachsen. Wir haben den Allradler mit 150 PS zum Test begrüßt.

Mit dem Karoq bringt Skoda einen Yeti-Nachfolger auf den Markt, der in große Fußstapfen treten muss. Der Yeti war als kompakter SUV sehr beliebt und hat sich von der breiten Masse abgehoben. Der neue Karoq zeigt sich optisch ganz im Stil der neuen Skoda-Designlinie, kann seine Verwandtschaft mit dem Seat Ateca aber nicht leugnen. Vor allem die Heckpartie ist bis auf die etwas zerklüftete Rückleuchtengestaltung vom Seat übernommen worden. Die Frontpartie mit den markanten Scheinwerfern ist hingegen jener des größeren Kodiaq zum Verwechseln ähnlich.

Preislich hat sich der neue Karoq vom Yeti auch deutlich distanziert. Der von uns getestete Karoq 4x4 Style mit 150 PS starkem TDI kommt auf 34.690 Euro. Im Preis enthalten ist aber auch schon eine recht gute Basisausstattung inkl. Infotainmentsystem mit 8"-Touchscreen, LED-Scheinwerfern, adaptivem Tempomat, Einparkhilfe vorne und hinten, 18"-Alufelgen, einem schlüssellosen Zugangs- und Startsystem und noch einiges mehr.

Dennoch bleibt viel Platz für Optionen, unser Testfahrzeug erfreute noch mit einer schwenkbaren Anhängerkupplung, Care Connect, dem Navigationssystem Amundsen, Pedalen in Edelstahlausführung, einem Panorama-Glasschiebedach, dem Multimedia-Anschluss, speziellen 18"-Leichtmetallfelgen, der Fahrprofilauswahl mit Offroad-Assistent, Klapptischen an der Rückseite der Vordersitze und dem Leder-Interieur. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 42.568 Euro, lässt aber auch kaum noch Wünsche unerfüllt.

Im Innenraum zeigt sich der Karoq sehr luxuriös und mit feinen Materialien ausgestattet. Der Mix aus beigem Leder, Klavierlack und Chrom steht dem Offroader überaus gut. Ob die beigen Sitze lange Freude bereiten, möchten wir aber mal dahingestellt lassen, denn schon nach knapp über 4.000 Kilometern zeigen sie erste, aber unübersehbare Abnützungsspuren an den Seitenwänden der Sitzfläche. Schwarze Ledersitze wirken vielleicht nicht so chic, sind aber in der Praxis sicher die bessere Wahl.

Der Rest vom Interieur kann aber restlos begeistern, viele Ablagen und die typischen Simply Clever-Lösungen von Skoda erfreuen das Autofahrerherz wohl jeden Tag. Man findet sich auch sehr schnell zurecht, und der 8" große Touchscreen erfreut mit einer einfachen Bedienung und schönen Darstellung aller Grafiken. Die Sitze selbst sind sehr bequem, und die in Länge und Höhe verstellbare Mittelarmlehne erhöht den Fahrkomfort zusätzlich. Auch das Platzangebot kann sich sehen lassen, selbst in der zweiten Reihe finden noch groß Gewachsene bequem Platz.

Sehen lassen kann sich auch das Kofferraumvolumen, das mit 521 Litern Fassungsvermögen für Urlaubsreisen mit der Familie ausreichen sollte. Ist man nur zu zweit unterwegs, lassen sich 1.630 Liter verstauen. Praktisch ist dabei die elektrische Heckklappe, die den Zugang deutlich erleichtert.

Bei der Motorisierung haben wir den derzeitigen Top-Diesel der Baureihe gewählt. Der bewährte 2,0 Liter-TDI kann mit einer Leistung von 150 PS (110 kW) aufwarten und liefert zwischen 1.750 und 3.000 U/Min sein maximales Drehmoment von 340 Nm. Sehr gut mit dem Motor harmoniert das manuelle 6-Gang-Getriebe, das mit kurzen Schaltwegen und einer Leichtgängigkeit beim Wechseln der Gänge überzeugen kann. Die Übersetzung ist ebenfalls sehr harmonisch ausgefallen, so dass man den Karoq wirklich sehr angenehm bewegen kann.

Die Leistung reicht dabei auch durchaus für sportliche Fahrleistungen aus, wer möchte sprintet in nur 8,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 196 km/h schnell. Das Schöne ist, dass man den Karoq wirklich total entspannt bewegen kann, er bei Bedarf aber richtig scharf wird und Überholmanöver und Zwischensprints mit viel Elan bewältigt. Hinzu kommt, dass der Karoq sehr bequem ist. Die Abstimmung von Fahrwerk und Federung ist gut gelungen, und Bodenunebenheiten werden gekonnt weggefiltert, ohne dass die Passagiere jede Querfuge im Rücken spüren. Luft nach oben gibt es noch bei der Geräuschdämmung, bei Autobahntempo dringen Abrollgeräusche stark in den Innenraum vor.

Dank dem Allradantrieb liegt der Karoq aber perfekt auf der Straße und ist selbst in Grenzsituationen kaum aus der Ruhe zu bringen. So gut wie der Skoda liegt, würde man kaum glauben, in einem SUV unterwegs zu sein. Das zeigt sich aber schnell, wenn man die befestigten Wege verlässt. Hier kann der Karoq mit seiner höheren Bodenfreit zeigen, was der Allradantrieb kann. Ein eigener Offroad-Modus erleichtert dabei die Fahrt im Gelände. Selbst winterliche Wege mit viel Schnee meistert der Karoq mit normaler Winterbereifung perfekt, ohne dass man jemals das Gefühl hat, stecken zu bleiben. Der Allradantrieb passt sich dabei jederzeit sofort dem wechselnden Untergrund an und reagiert prompt. So kann man durchaus auch bis zur Berghütte gut voran kommen, wenn es denn sein muss.

Bei so viel Talent wundert es nicht, dass der Verbrauch höher ist als versprochen. Die 5,0 Liter, die das Werk pro 100 Kilometer angibt, sind wohl auch bei sanftestem Gasfuß im Eco-Modus nicht schaffbar. Wir sind im Schnitt auf 6,8 Liter gekommen, womit der Karoq weder ein Säufer noch ein Sparfuchs ist.

Ganz und gar nicht gespart wurde bei der Sicherheitsausstattung, die am Puls der Zeit ist und mit allem verwöhnt, was das Fahren sicherer macht. Der adaptive Tempomat ist dabei immer eine Wohltat, wenn man auf viel befahrenen Autobahnen unterwegs ist. Nicht immer sinnvoll ist hingegen der Rangier-Brems-Assistent, der einen beim Einparken in engen Garagen unfreiwillig ausbremst. Wer täglich in eine engere Garage schieben muss, der wird mit diesem Feature nicht glücklich werden und nach wenigen Wochen zum Peitschenschlagsyndrom neigen.

In der Summe der Eigenschaften ist der Karoq aber ein idealer Begleiter auf allen Wegen, der mit viel Komfort und Spritzigkeit überzeugen kann. Dank dem Allradantrieb kommt man auch jederzeit und überall gut voran.

Was uns gefällt:

die Simply Clever-Lösungen, die Ausstattung, der Fahrkomfort, der Fahrspaß, der Allradantrieb

Was uns nicht gefällt:

dass die beigen Ledersitze schon nach wenigen tausend Kilometern Abnützungserscheinungen zeigen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

Kommentare