Testbericht: Skoda Kodiaq 4x4 SportLine

Ferienzeit, Reisezeit! Weshalb sich der Skoda Kodiaq auch als Familienfahrzeug ideal eignet, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Für Großfamilien wird das fahrzeugtechnische Produktportfolio immer kleiner. Drei Kinder im Kindersitz im Fond stellen schon so manche Limousine vor Herausforderungen. Was macht man aber, wenn man doch gelegentlich einen sechsten oder siebenten Sitz benötigt? Meistens greift man dann als Familienvater zu einem Van. Nur damit ist die Alltagstauglichkeit gerade in urbanen Gefilden allein durch den Faktor Größe bei der Parkplatzsuche eingeschränkt, und schließlich will man auch mobil richtig gut aussehen, ohne dass der Pampersbombersticker offensichtlich hinten klebt.

Skoda vereint bei seinem Kodiaq in der SportLine-Version (den es auch mit Siebensitzerpaket gibt) genau diese zwei wichtigen Komponenten: Sportlich gut aussehend und absolut familientauglich. Getestet haben wir den roten Bären im Rahmen unseres jährlichen Urlaubsbelastungstests. Zwei Erwachsene, vier Kinder im Alter zwischen 7 und 13 Jahren - alle weiblichen Geschlechts (Gepäck!).

Damit der Reisespaß nicht zu kurz kommt, haben wir unseren Kodiaq mit der stärksten verfügbaren Motorisierung mit 190 PS, DSG und Allradantrieb ausgewählt. Preislich startet man hier bei nicht mehr ganz so familientauglichen 48.200 Euro. Dafür gibt es beim SportLine, wie der Name schon sagt, jede Menge optisch fesche Features. Dazu gehören neben der dynamischen Leuchtsignatur mit LED-Tagfahrlicht unter anderem schwarz glänzende elektrische Außenspiegel, ein ebenso schwarz glänzender Kühlergrillrahmen, Signet "SportLine" am Kotflügel, spezielle Sportline Stoßfänger vorne und hinten und für den coolen Look die abgedunkelten Scheiben ab der B-Säule. Die Sportschuhe sind serienmäßig in 19-Zoll angefertigt, wir haben aber die optionalen 20-Zöller aufgezogen.

Seine dynamischen Attribute begleiten uns auch in den Innenraum. Hier fängt unseren Blick das SuperSport-Multifunktionslederlenkrad, über welches die Mediaanlage bzw. das Smartphone gesteuert werden kann. Den Adaptiven Tempomat mit der Distanzregelung bedient man per Hebel unterhalb des Blinkers, wo es manchmal zu Verwechslungen kommen kann. Da wir mehrere hundert Kilometer fast am Stück abspulen, ist der Sitzkomfort bei den Vordersitzen überaus wichtig. Gerade, wenn unterschiedliche Personen fahren, weiß man bald die elektrische Sitzverstellmöglichkeit mit Memoryfunktion zu schätzen. Skoda hat die Sportsitze vorne sehr ergonomisch konzipiert, sodass einerseits der Seitenhalt bei dynamischeren Fahrten und andererseits der Komfort auf Langstrecken nicht zu kurz kommt. Außerdem lassen sich alle Sitze im Kodiaq beheizen.

Puncto Verstaumöglichkeiten zeigt der Bär seine praktische Seite. Zum Beispiel das geteilte Handschuhfach oder das Staufach unter der Mittelarmlehne. Optisch wirkt das Interieur sportlich edel. Einen Beitrag dazu leisten unter anderem die Carbondekoreinlagen in der Armaturentafel und die LED-Innenraumbeleuchtung, deren Farbe man je nach Laune anpassen kann. Ebenfalls serienmäßig beim SportLine sind zahlreiche Sicherheitsfeatures, deren Abkürzungsbedeutung wahrscheinlich nur die Verkäufer auswendig können. Daher an dieser Stelle nur die wesentlichsten:

Für Fahrer, die öfters Anhänger ziehen, erleichtert der Parklenkassistent mit Parksensor und Rangierbremsassistent vorne und hinten das Rangieren. Offroad-Assistent, Berg-Anfahr-Hilfe und Elektronische Differentialsperre gibt es für die Kodiaq-Bergfexe. Dank des Adaptiven Frontlichtsystems mit automatischer Leuchtweitenregulierung ist allzeit optimale Sicht gegeben. Die Nebelscheinwerfer unterstützen die Sichtweite in den Kurven.

Optional hat unser Testfahrzeug auch einiges an Hüftgold zu tragen. Knapp 10.000 Euro extra schlagen so zu Buche und katapultieren den Testwagenpreis auf 57.826,40 Euro. Hier finden sich unter anderem das Siebensitzer-Paket oder die schwenkbare Anhängerkupplung, die per Kopfdruck aus dem Kofferraum ausgeklappt werden kann. Damit steht auch einer größeren Fuhre mit Wohnwagen oder Anhänger nichts im Weg. Das Panorama-Glasschiebe- und Ausstelldach hilft nicht nur im Sommer die angestaute Luft schnell aus dem Auto zu jagen, durch die riesige Glasfläche kommt echtes Cabriofeeling für die Mitreisenden auf. Sehr angenehm, da SUV´s konzeptbedingt nicht sehr übersichtlich sind, fanden wir die Rückfahrkamera mit Waschdüse. So hat man stets auch nach Fahrten im Matsch gute Sicht nach hinten.

Im Sport-Paket inkludiert sind die erwähnten feschen 20-Zoll-Räder in Anthrazit/Silber, eine Drei-Zonen-Klimaanlage, sodass auch die Mitreisenden im Fond ihre Belüftung einstellen können und die gerade beim Be- und Entladen sehr praktische elektrische Heckklappe. Fährt man mehrere hundert Kilometer am Stück, ist gute Unterhaltung ein essentielles Muss. Daher wurde unser Testfahrzeug mit der Canton Soundanlage bestückt, die akustisch den Innenraum wirklich satt beschallt. Die dynamische Fahrwerksregelung ist nur in Verbindung mit der Allradvariante des SportLine orderbar. Sie reagiert auf das aktuelle Fahrverhalten, indem sie je nach Situation Lenkung und Dämpfung anpasst. Je nach Bedarf kann man zwischen vier unterschiedlichen Modi wählen.

Puncto Ladung waren wir zugegebenermaßen zunächst schon skeptisch, denn die Gesamtlänge des Siebensitzers ist ident mit jener des Fünfsitzers (4.699 mm), sprich die 3. Reihe geht auf Kosten des Laderaums. Immerhin hat unser Kodiaq sechs Frauen samt Gepäck für eine Woche zu transportieren. Doch hier bindet uns Skoda tatsächlich keinen Bären auf, Platz gibt es genügend. Nachdem sich die zweite Reihe 2:1 verschieben und die Lehnen im Neigungsgrad verstellen lassen, kann man je nach Wunsch für Passagiere oder Gepäck Platz schaffen. Die Laderaumabdeckung verschwindet in den Unterboden, und sogar ein Gepäcknetz kann befestigt werden. So erweitert man den ursprünglich auf 270 Liter (mit 3. Sitzreihe) ausgelegten Kofferraum auf 630 bzw. 2.005 Liter. Die Gesamtlänge der max. Ladefläche beträgt 1.949 mm. Da geht also schon einiges hinein.

Wer sich für den SportLine entscheidet, hat die Wahl zwischen zwei Selbstzündern (150 und 190 PS). Gewicht muss aber auch bewegt werden. Dafür wurde der 2.0 Liter TDI mit den 190 PS perfekt ausgelegt, um auch bei längeren Autobahnfahrten und höheren Geschwindigkeiten noch genügend Kraft in Reserve zu haben. Das 7-Gang-DSG arbeitet unbemerkt im Hintergrund. Überhaupt weiß uns der SUV durch seine gute Geräuschdämmung zu begeistern, was lange Reisen zum Vergnügen macht. Sein maximales Drehmoment von 400 Nm liefert der Kodiaq in einem Drehzahlbereich von 1.750 bis 3.250 Umdrehungen. Bei 3.500 Touren greift schon der Bereich, wo der Wagen seine ganze Leistung abruft.

Somit gibt es gefühlte Kraft ohne Ende. Das einzige Ende setzt die Bauartgeschwindigkeit von 209 km/h. Sein starkes Antrittsverhalten zeigt sich auch bei der Beschleunigung auf 100 km/h, wo der Skoda einen Wert von 8,8 Sekunden als Siebensitzer erreicht. Zahlreiche Assistenzsysteme geben dem Fahrer stets das Gefühl der Sicherheit. Wie es sich für Genossen seiner Art gehört, bewegt sich unser "Bär" dank intelligentem Allradantrieb auch abseits befestigter Straßen souverän.

Nachdem wir wie erwähnt nicht gerade zimperlich mit der Zuladung waren und die Mitreisenden gute Unterhaltung in Form der Nutzung sämtlicher digitaler Medien schätzten, waren nicht nur alle verfügbaren 12 V Steckdosen und USB in Nutzung, sondern jahreszeitbedingt auch die Klimaanlage. Somit haben wir der Rechnung an der Zapfsäule mit großer Spannung entgegen geblickt. 6,9 Liter zeigte unser Verbrauch im Durchschnitt an, ein Wert, der uns keineswegs erschreckt.

Der Skoda Kodiaq erweist sich nicht nur in der Stadt, sondern auch Überland als perfekter Begleiter. Auch wenn man nicht immer mit sechs oder sieben Personen unterwegs ist, ist es gut zu wissen, dass man dies auch komfortabel sein könnte, ohne große Einbußen zu haben. Der Kodiaq in der SportLine-Version ist auf jeden Fall ein Freund der Dynamik - nicht nur optisch, sondern auch im Fahrbetrieb kann man mit ihm zügigere Gangarten wählen.

Was uns gefällt:

Motorisierung, Interieurgestaltung, Platzangebot

Was uns nicht gefällt:

Der Preis ist für Großfamilien schon recht ambitioniert.

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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