Testbericht: Skoda Kodiaq RS

Der Skoda Kodiaq ist jetzt auch in einer sportlichen RS-Version verfügbar. Im folgenden Test verraten wir, wie sportlich die RS-Version wirklich ist.

Mit dem Kodiaq hat Skoda einen SUV mit dem Platzangebot eines Vans im Programm. Jetzt hat man für sportlich orientierte Kunden auch eine RS-Version des Kodiaq aufgelegt. Optisch hebt sich der sportlichste Kodiaq aller Zeiten durch dynamisch gestaltete Anbauteile rundum von seinen Brüdern ab. Schon auf den ersten Blick zeigt der Kodiaq RS, dass man eine ganz besonders sportliche Version des SUV vor sich hat. Der Look steht dem bärigen Geländewagen wirklich sehr gut. Preislich startet der 240 PS starke Diesel bei 55.890 Euro und bietet schon eine rundum gemütliche Ausstattung, inkl. 2-Zonen-Klimaautomatik, Alcantara bezogene Sportsitze, LED-Scheinwerfer, adaptiven Tempomat, das Radio/Navigationssystem Amundsen mit 8"-Touchscreen, Parksensoren vorne und hinten und jede Menge mehr.

Unser Testfahrzeug ist noch mit einer Fülle an Optionen verfeinert worden, wie etwa einem Panorama-Glasschiebedach, der Velvet-Rot Metallic-Lackierung, Alarmanlage, Anhängerkupplung, beheizbarer Frontscheibe, 3-Zonen-Klimaautomatik, dem Relax-Paket, beheizbaren Rücksitzen, dem Radio/Navigationssystem "Columbus" mit 9,2"-Touchscreen, dem Canton Soundsystem, Spurhalte- und Spurwechsel-Assistent, Standheizung, und noch einigem mehr.

Insgesamt hatte unser Testfahrzeug einen Preis von 67.708 Euro, was auf den ersten Blick kein Schnäppchen ist. Stellt man den Kodiaq einem vergleichbaren Audi Q5 gegenüber, ist man aber immer noch deutlich günstiger, obwohl man viel mehr Platz hat. Der Innenraum ist nämlich auch beim Kodiaq RS ein absolutes Highlight. Die Alcantara-Sportsitze verleihen dem Innenraum schon auf den ersten Blick einen sehr sportlichen Look, verstärkt wird dieser noch mit einer Fülle an roten Ziernähten.

Eine Klasse für sich ist das Platzangebot, welches auch mit den Langversionen von Luxuslimousinen mithalten kann, wenn es um die Bein- und Kopffreiheit im Fond geht. Selbst wenn in der ersten Reihe schon ein über 180 cm großer Fahrer sitzt, hat ein gleich großer Fond-Gast noch immer fürstlich viel Raum. Auch das Kofferraumvolumen kann mit 530 bis 1.929 Litern Fassungsvermögen begeistern. Sehr praktisch ist auch die optionale elektrische Heckklappe.

Wie von Skoda gewohnt, kann auch der Kodiaq RS mit vielen "Simply Clever"-Lösungen aufwarten, wie etwa großen Flaschenhaltern in den vorderen Türen, einem Eiskratzer im Tankdeckel, einem Regenschirmablagefach in den vorderen Türen oder einem Abfallbehälter mit Deckel und Sackerl im Innenraum. Auch die Bedienung aller Funktionen ist sehr einfach, und sowohl der 9,2"-Touchscreen als auch der neue Digitaltacho, der über verschiedene Darstellungsmöglichkeiten verfügt, können überzeugen.

Einziger Kritikpunkt ist, dass auch im neuen Digitaltacho noch immer keine Kontrollleuchte für das Licht Platz gefunden hat. Hier muss der Fahrer noch immer den Blick lange von der Fahrbahn nehmen, um am fast schon im Fußraum untergebrachten Lichtschalter zu prüfen, ob das Licht an ist oder nicht. Das ist auf keinen Fall "Simply Clever" und eindeutig ein Sicherheitsmanko. Die Lichtautomatik versagt nämlich regelmäßig bei bestimmten Witterungen, bei denen man schon mit Licht fahren muss, es aber noch nicht so erkannt wird. Ansonsten gibt es im Innenraum aber keinen Grund zur Klage.

Wer ein Auto wie den Kodiaq RS kauft, erwartet sich natürlich auch beim Thema Fahrspaß viel. Angetrieben wird der sportlichste Kodiaq von einem 2,0 Liter-TDI mit einer Leistung von 240 PS (176 kW). Der Motor liefert zwischen 1.750 und 2.500 U/Min ein maximales Drehmoment von 500 Nm und ist serienmäßig mit einem 7-Gang-DSG-Getriebe kombiniert. Um für jeden Geschmack die passende Abstimmung zu bieten, kann der Fahrer aus den Fahrprogrammen "Eco", "Comfort", "Normal", "Sport", "Indiviudell" und "Schnee" wählen. Dank dem Allradantrieb hat man jederzeit eine perfekte Traktion. Die Kraft wird immer souverän auf die Straße gebracht, egal ob man los sprintet, bei Nässe unterwegs ist, oder auch die normalen Straßen verlässt.

Schon im normalen Fahrmodus bietet der Skoda Kodiaq RS viel Spaß und einen Motorsound, der einen V8 unter der Haube vermuten lassen würde. Die Soundkulisse macht auf jeden Fall was her, ist bei Autobahntempo aber dennoch etwas aufdringlich, vor allem wenn man weite Strecken mit konstantem Tempo zurücklegt. Nochmals in jede Richtung geschärft geht man mit dem Sport-Modus ins Rennen um den schnellsten Ampelsprint. Das wunderbar schaltende 7-Gang-DSG-Getriebe schaltet in diesem Modus erst später hoch, und wer die volle Leistung abruft, sprintet in nur 6,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der Kodiaq RS bei 221 km/h. Passend zur sportlichen Optik ist auch die Fahrwerksabstimmung ausgefallen. Der Kodiaq klebt fast wie ein Kaugummi am Asphalt und bereitet trotz seiner Größe auch auf kurvigen Straßen viel Freude.

Wir haben bei unserem Test keinesfalls auf Fahrspaß verzichtet und sind auf einen Verbrauch von 7,6 Litern gekommen, was völlig in Ordnung geht. Wer den Eco-Modus wählt und sich beim Fahrspaß etwas zurück nimmt, könnte durchaus die vom Werk angegebenen 6,4 Liter erreichen. Normalerweise liegt der absolute Wille zur Sparsamkeit aber nicht in den Genen jener, die sich die sportlichste Variante eines Modells kaufen.

Der Skoda Kodiaq RS gefällt auch mit einer sehr direkten Lenkung und einer guten Übersichtlichkeit, die durch die 360-Grad-Kamera nochmals deutlich verbessert wird. Überhaupt kann der große Skoda auch beim Thema Sicherheit voll punkten und bietet alles, was das Herz begehrt, bis hin zum adaptiven Tempomat oder dem Spurhalteassistenten.

Mit dem Kodiaq RS besetzt Skoda auf jeden Fall eine sehr interessante Nische. Er bietet die meisten Vorzüge der anderen Kodiaq-Modelle mit deutlich mehr Sportlichkeit. Sowohl der Motor als auch die Abstimmung von Fahrwerk und Federung können sportlich orientierte Kunden sicher überzeugen, die aus Platzgründen keinen Sportwagen mehr fahren können. Trotz aller Sportlichkeit bietet der Kodiaq RS nämlich so viel Platz, wie man ihn sonst nur von Vans oder Luxuslimousinen gewohnt ist. So schafft er es, in jede Richtung zu begeistern, wenn man sportliches Feeling mit dem Nutzwert eines SUV verbinden möchte.

Was uns gefällt:

Das Platzangebot, die Ausstattung, das Design, der Motor, die Simply Clever-Lösungen, die Verarbeitung, die Straßenlage, das DSG-Getriebe

Was uns nicht gefällt:

Dass es trotz Digitaltechnik noch immer keine Kontrollleuchte für das Licht in den Tacho geschafft hat

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-