Skoda Superb Combi 4x4 TDI DSG im Test

Den großen Kombi von Skoda gibt es jetzt auch in Kombination mit Dieselmotor, Allradantrieb und dem 6-Gang-DSG-Getriebe. Wir waren damit auf Testfahrt.

Die Kombi-Version des Superb ist seit Frühjahr 2010 erhältlich. Jetzt hat Skoda eine vor allem für Österreich sehr interessante Version zum Modellangebot hinzu gefügt, nämlich den Superb Combi mit Allradantrieb, 140 PS Dieselmotor und 6-Gang-DSG-Getriebe.

Preislich startet das Allroundtalent in der von uns gewählten Ambition-Ausstattung bei 35.360 Euro. Mit an Bord sind dann neben sieben Airbags, inkl. Fahrer-Knie-Airbag, ESP und ABS auch schon Komfort-Features wie elektrische Fensterheber, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat, eine verstellbare Mittelarmlehne vorne, 16"-Leichtmetallfelgen und eine Sitzheizung für die vorderen Sitze.

Unser Testwagen verwöhnte uns zusätzlich unter anderem noch mit elektrisch verstellbaren Vordersitzen, Sitzheizung für die Fondpassagiere, einer elektrischen Heckklappe, 17"-Alufelgen, Bi-Xenon Scheinwerfern und dem schlüssellosen Zugangs- und Startsystem "Kessy". In dieser Top-Ausstattung schrammt er dann mit 40.075 Euro knapp die 40.000 Euro-Grenze, für einen Kombi der Oberklasse ist das aber ein mehr als fairer Preis.

Und zur Oberklasse kann man den 484 cm langen Superb auf jeden Fall zählen, denn sowohl die Materialanmutung, als auch die Ausstattung passen zu einem Fahrzeug dieser Klasse. Einzig das Raumangebot passt nicht in die Oberklasse, dieses findet man sonst nur in der Luxusklasse, oftmals dort aber auch nur bei Modellen mit langem Radstand.

Vor allem das Platzangebot für die Fondpassagiere ist phänomenal. Selbst wenn die erste Sitzreihe von 2 Meter großen Passagieren besetzt ist, finden im Fond ebenso große Personen nochmals bequem Platz und haben noch genug Kniefreiheit.

Ebenso viel Raum bietet das Gepäckabteil, welches zwischen 633 und 1.865 Liter schluckt und viele praktische Goodies aufweisen kann. Neben einer herausnehmbaren Taschenlampe gibt es auch noch versteckte Ablagefächer. Besonders empfehlenswert ist die elektrisch öffnende Heckklappe, die auch mit einem einfachen Tastendruck automatisch schließt. Wer einmal diesen Komfort gewohnt ist, wird ihn nicht mehr missen wollen.

Neben viel Platz bietet der Innenraum aber auch ein wohnliches Design, welches im Falle der Ambition-Ausstattung durch die Chromzierleisten und das Drei-Speichen-Lederlenkrad noch einen sportlichen Touch erhält. Die Bedienelemente kennt man von anderen Modellen aus dem VW-Konzern, was, genauso wie die perfekte Verarbeitung, kein Fehler ist. Zudem sind alle Funktionen einfach und intuitiv zu bedienen, ein Blick in die Betriebsanleitung ist da nur für VW-Konzern-Neulinge notwendig.

Sehr komfortabel und langstreckentauglich sind auch die Sitze, auf denen Passagiere jeder Größe schnell eine ideale Sitzposition finden. Im Innenraum kann der Oberklasse-Kombi zum Schnäppchenpreis also schon auf der ganzen Länge überzeugen, bleibt die Frage, wie der bekannte 2,0 Liter TDI in Kombination mit dem mindestens 1,6 Tonnen schweren Superb harmoniert.

Um den Motor zum Leben zu erwecken, muss man beim schlüssellosen Zugangs- und Startsystem "Kessy" den Start-Knopf drücken, der dort positioniert ist, wo üblicherwerise der Zündschlüssel steckt. Allerdings reicht nicht ein einfacher Druck auf den Knopf, wie es oft bei anderen Fabrikaten genügt, der Start-Knopf mag hier so lange gedrückt werden, bis der Motor läuft, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Ist der Motor mal am Laufen, stellt man fest, dass sich auch die Geräuschdämmung auf Oberklasse-Niveau befindet. Selbst bei Autobahntempo oder schneller Beschleunigung bleibt es im Innenraum immer sehr leise, ein weiteres Plus für den Superb.

Überraschend ist dabei die Spritzigkeit, mit der sich der große Kombi bewegen lässt. Den Sprint von 0 auf 100 erledigt der 140 PS (103 kW) starke Superb in 10,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 201 km/h. Das maximale Drehmoment von 320 Nm steht zwischen 1.750 und 2.500 U/Min zur Verfügung, so merkt man auch kein Turboloch oder eine Anfahrtsschwäche. Selbst im Zwischenspurt kann der Superb mit guten Leistungen und leisem Motorlauf überzeugen.

Das 6-Gang-DSG-Doppelkupplungsgetriebe hat zudem immer den idealen Gang parat, und die Schaltvorgänge erfolgen schnell und fast unmerkbar. Auch wenn das 7-Gang-DSG-Getriebe noch einen Tick besser ist, man kann mit den 6-Gängen durchaus leben und ist in bestimmten Situationen damit auch besser aufgehoben.

Dank dem Allradantrieb hat man auch eine perfekte Traktion, und der Superb bleibt auch mit voller Beladung in schnellen Kurven äußerst gutmütig. Fahrwerk und Federung sind zwar mehr auf Komfort ausgelegt, jedoch lässt sich der Superb auf Wunsch sehr sportlich bewegen. Unterstrichen wird die Sportlichkeit durch die direkte Lenkung und das dicke Lederlenkrad, welches hervorragend in der Hand liegt.

Das ruhige Gleiten liegt dem Superb aber noch mehr, und hier zeigt er seine ganzen Stärken. Als Reise-Kombi ausgelegt kann er aber trotzdem in der Stadt überzeugen, da die großen Fensterflächen eine sehr gute Rundumsicht bieten.

Dank dem permanenten Allradantrieb ist man aber auch bei schlechter Witterung und abseits befestigter Straßen noch gut unterwegs. Dabei steht nicht die Geländegängigkeit im Fokus, sondern vielmehr das sichere Vorankommen auch auf bergigen Straßen im Winter.

Die nächste Überraschung war dann der Verbrauch. Der Durchschnittsverbrauch wird vom Werk mit 6,3 Liter angegeben, unser Testfahrzeug hat sich trotz dynamischer Fahrweise mit 6,8 Liter begnügt, was für ein Allradauto mit Automatikgetriebe in dieser Fahrzeugklasse ein sehr guter Wert ist. Sparfüchse könnten da sicher an die 6,3 Liter heran kommen, ohne zum Verkehrshindernis zu werden.

Der Superb Combi 4x4 TDI DSG hat bei unserem Test seinem Namen alle Ehre gemacht. Er ist ein Allround-Talent mit äußert großzügigem Platzangebot, bietet dabei auch auf Langstrecken einen hohen Komfort, ohne dass der Fahrspaß zu kurz kommt. Beim Verbrauch hält er sich angenehm zurück, und der Preis ist für diese Klasse auch noch eine Okkasion, wenn man die gute Ausstattung und die perfekte Verarbeitung noch mit einrechnet. Mit dieser Kombination müssen sich nicht nur die Konkurrenten anderer Marken warm anziehen, auch für die VW-Konzernmodelle wird es sehr eng.

Was uns gefällt: Das Raumangebot, die Verarbeitung, der Preis, die Kombination aus Diesel, Allradantrieb und DSG-Getriebe, der Fahrspaß, den der Superb bietet.

Was uns nicht gefällt:

Dass der Start-Knopf so lange gedrückt werden möchte

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 1
  • Fahrleistung: 1-
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 1
  • Kofferraum: 1
  • Ablagen: 1-
  • Übersichtlichkeit: 1

Kommentare