Skoda Yeti Outdoor - Testbericht

Der frisch geliftete Yeti ist erstmals in einer eigenen Outdoor-Version erhältlich. In unserem Test zeigt der Allradler, welche Vorzüge er zu bieten hat.

In seiner Klasse zählt der Yeti zu den beliebtesten Fahrzeugen, für das Modelljahr 2014 hat Skoda dem kompakten SUV jetzt ein Facelift spendiert. Zu erkennen ist der neue Jahrgang vor allem an der geänderten Frontpartie, die jetzt glattflächiger geworden ist und sich mehr den anderen neuen Skoda-Modellen anpasst. Im Ganzen betrachtet wirkt der Yeti jetzt noch hochwertiger.

Für unseren Test haben wir die neue "Outdoor"-Version mit dem 2,0 Liter TDI mit 100 PS und der Elegance-Version kombiniert. Der Listenpreis liegt hier bei 29.130 Euro und bietet schon eine rundum gute Ausstattung inkl. ABS, ESP, sieben Airbags, LED-Heckleuchten, 17"-Leichtmetallfelgen, einem Offroad-Assistent, Parksensoren hinten, dem Radio "Bolero" mit 6-fach-CD-Wechsler, Tempomat, 2-Zonen-Klimaautomatik, einer verstellbaren Mittelarmlehne vorne, elektrischen Fensterhebern und noch vielem mehr.

Dennoch bleibt auch noch Raum für eine Fülle an Optionen wie der Black-Magic Perleffekt-Lackierung, einer abnehmbaren Anhängerkupplung, einem klappbaren Beifahrersitz, dem Berg-Anfahr-Assistent, Bi-Xenon-Scheinwerfern, einer Bluetooth Freisprecheinrichtung, einer heizbaren Frontscheibe, der Isofix-Kindersitzvorbereitung, einer Motor- und Getriebeabdeckung und abgedunkelten Scheiben ab der B-Säule.

Der Gesamtpreis liegt mit den genannten Extras dann bei 31.957,37 Euro, womit der Yeti zwar kein Preishammer mehr ist, jedoch noch immer zu den günstigeren Modellen seiner Klasse zählt. Um diesen Preis zeigt sich der Yeti auch sehr hochwertig ausgeführt, man fühlt sich im Innenraum auf Anhieb wohl. Der Mix aus dunklen Materialien, Chrom-Zierelementen und hellen Dekorleisten passt zum robusten Offroader sehr gut. Man findet sich auch sofort zurecht, und der Yeti präsentiert sich sehr übersichtlich. Lediglich die Anzeige für das Radio ist etwas zu tief positioniert.

Sehr großzügig zeigt sich der Yeti beim Platzangebot für die Passagiere, auf allen Plätzen finden auch groß gewachsene Personen viel Platz. Durch den hohen Aufbau ist sogar die Kopffreiheit im Fond sehr passabel. Auch das Kofferraumvolumen geht in Ordnung, vor allem bei den Versionen ohne Reserverad, dann passen je nach Position der Rückbank zwischen 405 und 510 Liter in den Kofferraum. Durch Umklappen der Rückbank entstehen bis zu 1.760 Liter Fassungsvermögen.

Gut gefallen haben uns auch die praktischen "Simply Clever"-Lösungen von Skoda, wie etwa der Parkscheinhalter in der Windschutzscheibe oder der Mistkübel in der Türablage. Großzügige Ablagen und Getränkehalter ergänzen die praktische Seite des tschechischen Offroaders.

Bei der Motorisierung hat man mit dem 2,0 Liter TDI einen soliden Kameraden gewählt, der jedoch schon einiges an Arbeit mit dem über 1,5 Tonnen schweren Kompakt-SUV hat. Die 110 PS (81 kW) wirken im Yeti etwas träge. Zwar gibt es ein maximales Drehmoment von 280 Nm, welches zwischen 1.750 und 2.750 U/Min bereit steht, dennoch fehlt es dem Motor etwas an Spritzigkeit.

Von unten heraus ist zwar genug Leistung vorhanden, jedoch ist das leicht zu schaltende manuelle 6-Gang-Getriebe recht kurz übersetzt, wodurch man schon sehr früh in hohen Gängen unterwegs ist und dann erst wieder zurück schalten muss, damit man die Leistung spürt. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt man 12,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 174 km/h.

Man merkt hier schon, dass der Yeti Outdoor recht stark für den Einsatz abseits der Straßen konzipiert wurde. Die etwas höhere Bodenfreiheit verbessert die Einsatzmöglichkeiten im Gelände, dafür verschlechtert sich die Aerodynamik.

Der Vorteil des Yeti Outdoor ist, dass er gröberes Gelände meistert, als man es ihm zutrauen würde. Dank dem Offroad-Assistent und dem elektronisch geregelten Allradantrieb kommt der Yeti auch noch dort voran, wo manch andere Fahrzeuge dieser Klasse schon aufgeben müssen. Vor allem im Gelände passen dann auch wieder die kurze Getriebeübersetzung und die Kraft, die der 2,0 Liter TDI von unten heraus bietet.

Zurück auf befestigten Straßen kann der Yeti mit einem hohen Maß an Komfort überzeugen. Fahrwerk und Federung sind sehr harmonisch abgestimmt. Bodenunebenheiten werden gut weggefedert, dennoch liegt der Yeti auch perfekt auf der Straße. Weite Strecken sind so sehr angenehm zu meistern, auch wenn dann bei Autobahntempo das Geräuschniveau im Innenraum deutlich ansteigt. Bis 100 km/h ist es im Innenraum sehr leise, danach dringen vermehrt Abroll- und Windgeräusche in den Fahrgastraum vor.

Zudem steigt gerade bei Autobahntempo auch der Verbrauch deutlich an, hier hat die kurze Übersetzung, die im Stadtbetrieb Verbrauchsvorteile bringt, eindeutig Nachteile. Im Schnitt hat sich unser Yeti bei gemächlicher Fahrweise rund 6,6 Liter gegönnt, womit er zwar nicht sehr weit von den vom Werk versprochenen 5,9 Liter entfernt ist, dennoch nicht mehr zu den Sparmeistern seiner Klasse zählt.

Zu den Vorteilen des Yeti zählen seine kompakten Abmessungen. Mit einer Länge von 422,7 cm ist er angenehm wendig in der Stadt, und durch die hohe Sitzposition hat man zudem auch eine gute Übersicht.

In der Summe der Eigenschaften kann der Yeti also durchaus überzeugen. Er bietet trotz kompakter Abmessungen viel Platz, clevere Detaillösungen und eine gute Ausstattung. Der Motor könnte zwar eine Spur spritziger sein, dafür glänzt der Yeti mit guten Offroad-Eigenschaften.

Was uns gefällt:

die Ausstattung, das Platzangebot, die Offroad-Fähigkeiten, die Übersichtlichkeit

Was uns nicht gefällt:

dass der Motor nicht ganz so spritzg und sparsam wie erwartet ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

Kommentare