Der neue Smart fortwo - Testbericht

Die dritte Generation des Smart fortwo ist eine komplette Neuentwicklung. Ob sie ein echter Smart geblieben ist, verraten wir in unserem Test.

Vor wenigen Monaten hat Smart die dritte Generation des fortwo ins Rennen um die Gunst der Käufer geschickt. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich dabei einiges getan. Optisch wirkt der neue Smart wesentlich bulliger, was vor allem am Zuwachs in der Breite liegt, die um rund 11 cm gewachsen ist. Die Länge ist mit knapp 270 cm gleich geblieben, und auch bei der Höhe ist er mit 155 cm fast gleich wie sein Vorgänger.

Dennoch gibt es grundlegende Neuerungen. Erstmals kommt der Smart nämlich nicht mit einem automatisierten Getriebe, sondern mit einer manuellen 5-Gang-Schaltung zum Kunden. Für unseren Test haben wir den Smart fortwo in der mittleren Motorisierung mit 71 PS gewählt und ihn mit der Top-Ausstattungslinie "proxy" kombiniert.

Beim Listenpreis von 14.337 Euro sind schon eine Menge an Highlights dabei. Neben den obligatorischen Sicherheitsfeatures wie ESP, ABS und Airbags rundum inkl. Fahrer-Knieairbag, sind im Preis auch noch 16"-Alufelgen, das Cool & Audio-Paket, ein Spurverlassenswarner, elektrische Fensterheber, ein Panoramaglasdach, ein versperrbares Handschuhfach, eine Zentralverriegelung, die Direktlenkung und die farbenfrohe Innenausstattung in einem Blau/Weiß-Mix enthalten.

Optional hat uns der City-Flitzer noch mit dem LED Sensor Paket, dem Komfort Paket, dem Cool & Media Paket mit 7"-Touchscreen und Navi, der Metallic-Lackierung, einer Ambientebeleuchtung, einer Sitzheizung, Zusatzinstrumenten, einer Einparkhilfe hinten und einer Rückfahrkamera verwöhnt. Der Gesamtpreis klettert mit den Extras auf 17.406 Euro und matcht sich damit schon mit so manchem Auto der Kompaktklasse.

Dafür zeigt sich der Smart auf seinen 270 cm Länge sehr farbenfroh und überaus sympathisch. Der Innenraum wirkt im Vergleich zum Vorgänger wesentlich hochwertiger und lässt sich noch individueller gestalten. Das frische Blau in unserem Testfahrzeug wirkt in Kombination mit dem Weiß sehr freundlich, ob die weißen Flächen nach ein paar tausend Kilometer noch immer so glänzen, darf aber bezweifelt werden.

Der Tacho erinnert wieder an den Vorgänger, wirkt aber mit dem großen integrierten Bordcomputer mit farbigem Display wesentlich moderner. Sehr gut steht dem Smart auch das 7"-Touchscreen, welches sich einfach bedienen lässt und verschiedene Darstellungen erlaubt. Sehr stilvoll gestaltet zeigt sich auch die Klimaautomatik, bei der die Temperatur mit einem Schieberegler eingestellt werden kann, der die Grade durch eine Lupe anzeigt.

Im Vergleich zur zweiten Generation bietet der neue Smart auch wesentlich mehr Ablagen und Getränkehalter. Durch den Zuwachs in der Breite bietet er für Fahrer und Beifahrer auch mehr Ellenbogenfreiheit und ein noch luftigeres Raumgefühl. Das Platzangebot ist für zwei Personen mehr als ausreichend, und auch das Kofferraumvolumen kann sich mit 260 Liter sehen lassen. Wer die Sitze nach vorne schiebt, kann sich sogar über bis zu 350 Liter freuen.

Für ansprechende Fahrleistungen in der City sorgt der 1,0 Liter 3-Zylinder-Benzinmotor mit einer Leistung von 71 PS (52 kW). Der Motor liefert sein maximales Drehmoment von 91 Nm bei 2.850 U/Min und ist ganz auf den Einsatz in der City ausgelegt. Dort zeigt sich der Smart fortwo überaus spritzig und kann mit guten Fahrleistungen überzeugen.

Etwas zäher wird es dann, wenn man die Stadt verlässt. Hier merkt man schnell, dass dem 3-Zylinder rasch die Puste ausgeht. Nur wer den Motor in hohe Drehzahlregionen treibt, kann sich über flottere Beschleunigungswerte freuen. Das recht kurz übersetzte manuelle 5-Gang-Getriebe lässt sich sehr leicht schalten, wer außerhalb der Stadt unterwegs ist, muss aber oft zurück schalten um adäquate Fahrleistungen zu erzielen.

Wer im höchsten Gang aus 80 km/h heraus auf Autobahntempo beschleunigen möchte und nicht zurück schaltet, sollte auf jeden Fall viel Zeit mitbringen. Tritt man gleich vom Start weg das Gaspedal bis zum Bodenblech durch, sprintet der Smart in 14,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 151 km/h.

Nachdem man den Motor ordentlich auf Drehzahlen halten muss, um etwas Fahrspaß zu erleben, steigt natürlich auch der Verbrauch. Die vom Werk angegebenen 4,1 Liter sind dabei so glaubhaft wie die Wahlversprechen unserer Politiker und so erreichbar wie der Fußball-WM-Titel für unsere Nationalmannschaft. Im Schnitt ist man schnell bei über 6 Liter pro 100 Kilometer, selbst wenn man versucht, die ECO-Bilanz auf über 80% zu halten, sind nicht weniger als 5,5 Liter möglich. Wer dauerhaft eine ECO-Bilanz von über 90% erzielen möchte, muss damit rechnen, beim Ampelsprint von LKWS abgehängt zu werden.

Somit hat sich beim Verbrauch im Vergleich zum Vorgänger nichts Wesentliches getan, dafür aber beim Fahrkomfort. Der neue Smart federt wesentlich harmonischer und lässt einen nicht mehr jedes Schlagloch spüren. Dennoch liegt er nach wie vor sehr gut auf der Straße und ermöglicht sehr flotte Kurvenfahrten.

Das Glanzstück am neuen Smart fortwo ist aber sicherlich seine Lenkung. Die extrem direkte Lenkung in Kombination mit dem sensationellen Wendekreis macht den Smart so wendig wie noch nie. Man hat regelrecht das Gefühl, dass man im Stand umdrehen kann. Aus einer Parklücke heraus ohne Reversieren umzudrehen, ist selbst auf schmalen Straßen kein Problem.

Der neue Smart fortwo hat in unserem Test gezeigt, dass er ein waschechter Smart geblieben ist. Viele Dinge sind gleich geblieben, viele andere wurden verbessert. Vor allem die hochwertigere Qualitätsanmutung, das frische Design und eine Wendigkeit, die besser nicht sein könnte, sprechen für den City-Flitzer. Wer auch abseits der Stadt unterwegs sein möchte, der sollte zum 90 PS starken Turbo greifen, der sicher für mehr Fahrspaß sorgt.

Was uns gefällt:

die Ausstattung, das Preis/Leistungsverhältnis, das Design, der Fahrkomfort, der spritzige Motor

Was uns nicht gefällt:

die Anfahrtsschwäche gleich zum Start, der Verbrauch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3-
Fahrleistung: 3-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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