Smart fortwo Cabrio Brabus im Test

Mit der Brabus-Version bietet Smart nun auch für sein fortwo Cabrio eine sportliche Variante an. Wir verraten in unserem Test, wie hoch das Spaßpotenzial ist.

Die neue Generation des Smart fortwo ist auch wieder als Cabrio und in einer Brabus-Version erhältlich. Optisch zeigt sich der fortwo Brabus dabei sehr dezent. Erst auf den zweiten Blick merkt man, dass man eine ganz besondere Version des Smart fortwo vor sich hat. Einen kleinen Hinweis gibt natürlich auch der "Brabus"-Schriftzug am Heck. Günstig ist die Kombination aus Smart fortwo, Cabrio und Brabus natürlich nicht, der Startpreis liegt bei stolzen 23.250 Euro. Im Preis enthalten sind unter anderem ein Tempomat, das Automatikgetriebe, Außenspiegelkappen in tridion Farbe, ein Audiosystem, ein Bordcomputer, eine Klimaautomatik und das elektrisch zu betätigende Stoffverdeck.

Eine Fülle an Extras hat den Preis unseres Testfahrzeugs noch ordentlich nach oben getrieben. So hatten wir noch das Interieur Brabus Exklusiv, eine Rückfahrkamera, einen Spurhalte-Assistent, die "black-to-yellow"-Lackierung, das JBL Soundsystem, eine Laderaumabdeckung, die Ambientebeleuchtung, ein digitales Radio, eine Mittelarmlehne, das Cool & Media Paket, das Komfort-Paket und einen Windschutz mit dabei. Damit summiert sich der Gesamtpreis auf 29.645 Euro, womit Smart die Exklusivität des kleinen Cityflitzers deutlich unterstreicht.

Im Innenraum zeigt sich der stärkste Smart sehr sportlich und auch sehr luxuriös, was vor allem dem Brabus Exklusiv-Interieur zu verdanken ist. Der Mix aus feinem Leder und Dekoreinlagen im Alulook steht dem Smart sehr gut. Auch der neue Touchscreen in der Mittelkonsole ist überaus attraktiv gestaltet und kann mit einer einfachen und intuitiven Bedienung glänzen. In der Mittelkonsole finden sich sogar zwei Getränkehalter, womit der Kleinstwagen auch beim praktischen Nutzwert punkten kann. Smart hat es geschafft, den typischen Smart-Charakter zu erhalten, die Qualität des Innenraums aber deutlich zu steigern. Auch das Lenkrad ist sehr schön geworden, lediglich die weit zum Kranz reichenden Tasten für den Tempomat sind recht störend, oft hat man beim Lenken einen unliebsamen Kontakt mit den Fingerknöcheln.

Das Platzangebot ist für ein Auto dieser Größe durchaus angenehm, lediglich wenn der Fahrer recht groß ist, fehlen bei der Längsverstellung der Sitze ein paar Zentimeter Spielraum. Die Sitze selbst sind auch recht straff gepolstert, was auf längeren Etappen nicht unbedingt komfortabel ist. Beim Kofferraumvolumen kann das Cabrio fast mit dem Coupé mithalten, durch die kleine Luke im Heck lassen sich 260 bis 340 Liter verstauen, das Coupé schafft 260 bis 350 Liter.

Per Knopfdruck lässt sich das Dach des fortwo Cabrio in wenigen Sekunden öffnen, der Fahrer kann dabei entscheiden, ob das Faltdach nur bis zur B-Säule geöffnet wird oder komplett hinter den Passagieren verschwinden soll, um volles Cabrio-Feeling zu genießen. Der Rahmen der Fenster trübt das Open-Air-Feeling dabei kaum.

Für noch mehr Fahrspaß im Vergleich zum Vorgänger hat der neue Smart fortwo einen stärkeren Motor bekommen. Die Leistung des 0,9 Liter-3-Zylinder-Turbomotors ist auf 109 PS (80 kW) gestiegen. Gekoppelt ist das Triebwerk mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe , das für die Brabus-Version auf noch mehr Sportlichkeit getrimmt wurde. Der Fahrer kann zwischen einem Eco- und einem Sport-Modus wählen, wobei schon im Eco-Modus der Fahrspaß sehr hoch ist. Für alle, die beim Sprint die volle Leistung auskosten möchten, gibt es auch eine "Race-Start"-Funktion. Hier muss der Fahrer lediglich die Bremse lösen, nachdem er sie zuvor getätigt und das Gaspedal durchgetreten hat. So gewinnt man auch den Ampelsprint gegen deutlich schnellere Fahrzeuge. Dabei ist vor allem das Sprintvermögen bis rund 60 km/h überaus beeindruckend, für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h vergehen 9,5 Sekunden.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 165 km/h, doch die bei uns erlaubte Autobahn-Höchstgeschwindigkeit fühlt sich im Smart fortwo Cabrio Brabus deutlich schneller an. Bei 130 km/h hat man schon in etwa das gleiche Gefühl wie bei einem Sportflugzeug kurz vor dem Start. Auch im Smart fühlt es sich so an, als ob er gleich abheben möchte. Hinzu kommt die gleiche Geräuschkulisse wie beim Start einer kleinen Propellermaschine. Ab 100 km/h wird jede Unterhaltung im Auto zu einem Schreiduell.

Nicht ganz überzeugt hat auch die Straßenlage. Durch den kurzen Radstand und die hohe Leistung rutscht der Smart recht schnell in flott gefahrenen Kurven dahin, und man hat alle Mühe, ihn auf Kurs zu halten. Abenteuerlich wird das Ganze dann bei Regen, wo durch den Heckantrieb sowohl Elektronik als auch Fahrer gefordert sind. Der Smart ist dann ein wirklicher Giftzwerg.

Das Wohlfühlgebiet des Smart fortwo Cabrio Brabus ist eindeutig die Stadt, wo er alle seine Trümpfe ausspielen kann. Wer vor allem in der Stadt unterwegs ist, wird sich schnell in die Vorzüge des Smart verlieben. Ungeschlagen ist die Wendigkeit des Cityflitzers, man hat das Gefühl, fast im Stand umdrehen zu können. So ist man überaus flink unterwegs, und die sehr direkte Lenkung erhöht das Spaßpotential in der Stadt nochmals deutlich.

Sehr gut passt hier auch das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das immer einen passenden Gang parat hat. Wer im Stop & Go-Verkehr flott sein möchte, muss auf die Start/Stop-Automatik verzichten. Wer bei gelber Ampel vom Bremspedal geht, schafft es nämlich kaum bei Grün schon los zu düsen, da die Start/Stop-Automatik sehr träge funktioniert. Auch der Verbrauch ist deutlich höher als es das Werk mit 4,6 Litern angibt. Wir haben im Schnitt rund 7 Liter pro 100 Kilometer verbraucht, den Smart dabei aber auch nicht geschont und die vorzüglichen Beschleunigungswerte öfters ausgekostet.

Wer auf kleinstem Raum viel Spaß haben möchte und vor allem in der Stadt unterwegs ist, der findet mit dem Smart fortwo Cabrio Brabus den idealen Partner. Es gibt mit Sicherheit kein wendigeres Fahrzeug mit so hohem Spaßpotential wie den Smart fortwo Brabus.

Was uns gefällt:

das Design, die Wendigkeit, das twinmatic Doppelkupplungsgetriebe, die Sprinteigenschaften

Was uns nicht gefällt:

der Preis, die Straßenlage, die Geräuschdämmung, der Verbrauch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 3-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 2
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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