Testbericht: Der neue Subaru Impreza

Bei der Vienna Autoshow 2018 hat Subaru seinen neuen Impreza vorgestellt. Altbewährtes wie der Boxermotor und der Symmetrical AWD treffen auf Neues. Wie er uns gefällt, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Subaru macht es dem Käufer relativ leicht. Es gibt den Impreza nur in einer Motorisierung und in zwei Ausstattungsvarianten. Wir haben die Topausstattung "Style Navi" zu einer genauen Inspektion in den Testfuhrpark geladen.

Subarus Impreza stand immer schon für Sportlichkeit, und so lässt auch der Neue nichts davon vermissen, zumindest optisch. Besonders in der Seitenansicht setzt die markant nach hinten abfallende Dach/Fensterlinie ein dynamisches Statement. Selbstverständlich darf ein Dachspoiler nicht fehlen. Doch auch von vorne strahlt der Kompakte Kraft und Sportlichkeit aus. Besonders ins Auge stechen hier der Kühlergrill und die lang gezogenen LED-Voll-Scheinwerfer, die eine typische "Böser-Blick"-Leuchtsignatur aufgesetzt haben. Die kleine Spoilerlippe schiebt der Impreza fast schon trotzig nach vor.

Da die Metallic-Lackierung die einzige Option für den Japaner ist, gehören alle hier aufgezählten Merkmale zur Serienausstattung der "Style-Navi"-Variante. Preislich unterscheiden sich die beiden verfügbaren Ausstattungen um 3.850 Euro. So kostet unser top gerüstetes Testfahrzeug 27.200 Euro und mit der Lackierung 490 Euro mehr.

Dafür gibt der Subaru den Innenraum per schlüssellosem Zutritt preis. Das Interieur in Schwarz wirkt sehr elegant und unterstreicht die Sportlichkeit. Wer hier Leder sucht, wird nur am Lenkrad und am Schaltknauf fündig. Ansonsten sind die Sitze in schön verarbeitetem Stoff gepolstert. Vorne können diese per Schalter in der Mittelkonsole sogar zweistufig beheizt werden. Erst einmal Platz genommen, fühlt man sich sofort wohl. Manuelle Verstellmöglichkeiten lassen uns rasch eine gute Position hinter dem sehr tasterlastigen, aber dennoch nicht zu überladenen Lenkrad finden. Generell wurde das Interieur des Impreza sehr stylisch und mit viel Liebe zum Detail entwickelt. Dekorelemente im Carbonlook oder mattem Chrom geben dem Ganzen eine sportliche Note. Die doppelten Nähte beim Armaturenbrett sorgen für Eleganz. Insgesamt also ein sehr stimmiges Konzept.

Information ist ein weiterer wesentlicher Punkt im neuen Impreza, "Starlink" das dazugehörende Schlagwort. Dazu gehört ein 8-Zoll großer farbiger Touchscreen, der mittels Smartphone-Anbindung auch Apps aufrufen kann. Über diesen Bildschirm werden nicht nur Audioinformationen und Navigationsdaten, sondern auch das Bild der Rückfahrkamera angezeigt.

Überhaupt zeigt sich das Cockpit des Subaru sehr futuristisch, denn zusätzlich zum Touchscreen gibt es darüber auch eine Extra-Darstellung des Bordcomputers mit verschiedenen Daten zum Fahrzeug (z.B. Steigung). Direkt vor dem Fahrer befindet sich der traditionelle Bordcomputer mit Farbdisplay. Hier werden die wichtigsten Assistenzsysteme angezeigt, der Einschlagwinkel der Räder, und steigt man auf die Bremse, so leuchten sogar die Lichter des Fahrzeugs im Display auf. Eine nette Spielerei auf jeden Fall, schön anzusehen sowieso.

Ein wichtiges Feature, das sich darin ebenfalls abbildet, ist die Abstandsanzeige für den adaptiven Tempomat. Dieser ist Teil des serienmäßigen Helferleins namens EyeSight. EyeSight umfasst zusätzlich ein Notbremssystem mit Kollisionswarner, einen Anfahr-Kollisionsschutz sowie einen Spurleit- und einen aktiven Spurhalteassistenten. Letzterer ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Normalerweise machen Spurhalteassistenten durch Vibrieren oder einen Signalton auf sich aufmerksam. Manche Systeme lenken aktiv dagegen. Man merkt dies durch einen verstärkten Lenkwiderstand. Beim Impreza macht das System aber die Lenkung kurz leichtgängiger und korrigiert selbst. So hat man kurz das Gefühl von Instabilität, wenn man nicht darauf gefasst ist. Ebenfalls serienmäßig bei dieser Ausstattung findet man ein Sicherheitspaket mit Querverkehrs- und Fernlichtassistenten.

Puncto Platzangebot kann man im Subaru nicht meckern. Genug Kopf- und Beinfreiheit vorne wie hinten sind vorhanden. Klappt man die Rückbank um, kann man dem Japaner ein Ladevolumen von 1.310 Litern entlocken.

Wie eingangs erwähnt gibt es den Kompakten nur in einer Motorisierung. Der Vierzylinder-Boxer hat einen Hubraum von 1,6 Litern und leistet bei 6.200 Umdrehungen 114 PS. Während unserer Testzeit fiel uns besonders bei höheren Geschwindigkeiten sein eher zurückhaltendes Antrittsverhalten auf. Sein maximales Drehmoment von 150 Nm liegt überdies bei 3.600 Touren.

Wer beim Impreza ein herkömmliches Schaltgetriebe sucht, wird hier nicht fündig, denn die 114 Pferde werden mittels Lineartronic umgesetzt. Diese arbeitet grundsätzlich unauffällig, außer man will zügig beschleunigen. Dann dreht das System gnadenlos den Drehzahlmesser bis knapp vor den roten Bereich, also bis zur optimalen Kraftausschöpfung und dementsprechend akustisch untermalt. So sprintet der Subaru in 12,4 Sekunden auf 100 km/h. Den Topspeed legt der Hersteller mit 180 km/h fest, somit durchaus ausreichend für Österreichs Straßen.

Der neue Impreza wurde auf Basis der neuen "Subaru Global Plattform" aufgebaut. Neben mehr Steifigkeit, einem niedrigeren Schwerpunkt und einer Verbesserung der Radaufhängung, bietet er so auch ein besseres Lenkverhalten. Im Fahrbetrieb merkt man dies in erster Linie durch eine satte Straßenlage in Kombination mit einem sportlichen Handling. So machen auch flottere Kurvenfahrten mit ihm richtig Spaß. Im Allgemeinen gibt die Lenkung ein sehr direktes Feedback, nur eben auf den Spurhalteassistenten muss man sich einstellen. Es wäre kein Subaru, käme nicht der permanente Allradantrieb Symmetrical AWD auch bei unserem Testfahrzeug zum Einsatz. Dieser sorgt unter anderem auch für eine bessere Gewichtsverteilung.

Die Rechnung an der Zapfsäule hält sich für den Benziner in Grenzen. Etwa 7,7 Liter zeigt der Bordcomputer im Durchschnitt. Bewegt man ihn mehr in der Stadt, klettert der Verbrauch auf knapp unter neun Liter.

Abgesehen vom Verbrauch macht der Subaru grundsätzlich viel Spaß beim Fahren. Uns gefällt aber besonders sein Styling, außen wie innen. Das futuristische Cockpit mit den vielen Displays und Anzeigemöglichkeiten und die ansprechende Gestaltung des Interieurs machen den Japaner zu einem stylischen Fahrzeug. In der Topausstattung kommen Sicherheitssysteme ebenfalls nicht zu kurz.

Was uns gefällt:

Styling außen wie innen, StarLink, Sicherheits- und Ausstattungspaket

Was uns nicht gefällt:

Lineartronic, Einlenkverhalten des Spurhalteassistenten

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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