Subaru XV Premium 2,0 Liter eBoxer – Testbericht

Für das neue Modelljahr hat Subaru dem XV einen Mild-Hybrid-Antrieb spendiert, In unserem Test verraten wir, ob er damit wirklich sparsamer als bisher ist.

In Europa ist Subaru ein Underdog und nach wie vor unter Insidern ein Geheimtipp, wenn es um qualitativ hochwertige Fahrzeuge mit Allradantrieb geht.

In Nordamerika sieht man die Subaru-Modelle deutlich öfters auf den Straßen, allen voran auch den XV, der dort als „Crosstrek“ verkauft wird.

Der Subaru XV ist seit 2017 in zweiter Generation bei uns erhältlich. Optisch gefällt er mit seinem Offroad-Look und seiner markanten Linienführung.

Im Vergleich zum Impreza kann der XV durch seinen Offroad-Look mit einer noch besseren Geländegängigkeit überzeugen, die Bodenfreit liegt bei 22 cm, womit man auch abseits befestigter Straßen gut voran kommen sollte.

Für das neue Modelljahr hat Subaru dem XV einen 2,0 Liter-4-Zylinder-Boxermotor mit Mild-Hybrid-Antrieb spendiert.

Durch diese Kombination soll er deutlich mehr Fahrspaß als der bisherige 1,6 Liter-Boxermotor bieten, dabei aber gleichzeitig sparsamer sein.

Für unseren Test haben wir den XV eBoxer in der Top-Ausstattungslinie „Premium“ gewählt, die kaum noch Wünsche unerfüllt lässt.

Im Listenpreis von 36.990,- Euro sind neben dem Allradantrieb auch noch Voll-LED-Scheinwerfer, LED-Nebelscheinwerfer, LED-Heckleuchten, 18“-Alufelgen, ein 8“-Touchscreen inkl. Navi, ein elektrisches Glasschiebedach, Ledersitze mit elektrisch verstellbarem Fahrersitz, DAB+ Digitalradio, ein adaptiver Tempomat, eine Rückfahrkamera, ein schlüsselloses Zugangs- und Starsystem, ein Spurwechsel- und Querverkehrassistent und noch vieles mehr an Bord.

Als einzige Option bleibt die 490,- Euro teure Metallic-Lackierung übrig, die den Gesamtpreis somit auf 37.480,- Euro steigen lässt. Günstig ist der XV damit zwar nicht, blickt man aber auf die Ausstattung, relativiert sich der Preis sehr schnell.

Vor allem, da er im Innenraum einen wirklich tollen Mix aus Sportlichkeit und Qualität bietet. Rote Ziernähte an Lenkrad, Mittelarmlehne, Sitzen, Armaturen und Mittelkonsole verleihen dem Innenraum einen sehr sportlichen Touch.

Die zweifarbigen Ledersitze und die bronzefarbigen Dekoreinlagen wiederum sorgen für einen exklusiven Touch. Eine Klasse für sich ist die Verarbeitung, die durchaus so manchen Premium-Kandidaten aus Deutschland übertrumpfen kann.

Trotz vieler Funktionen findet man sich auch schnell und intuitiv zurecht, auch der 8“-Touchscreen gefällt mit einer modernen Darstellung.

Eine gute Idee ist auch das weit vorne positionierte zusätzliche Info-Display, über das man sich Fahrdaten, Assistenzsystem-Infos oder andere wichtige Informationen einblenden lassen kann.

Sehr großzügig zeigt sich der Subaru XV beim Platzangebot, selbst im Fond haben die Passagiere noch in jede Richtung viel Raum zur Verfügung. Für große Europäer nicht ganz optimal ist die Schenkelauflage der Vordersitze, die etwas zu kurz geraten ist, was wiederum kleinere Menschen freut.

Mit einem Ladevolumen von 340 Litern hinkt das Kofferraumvolumen dem im Vergleich großzügig gestalteten Fahrgastraum aber etwas hinterher. Durch die Mild-Hybrid-Technik ist der Kofferraum im Vergleich zum bisherigen Modell um 45 Liter geschrumpft.

Dafür soll man sich aber über deutlich mehr Fahrspaß und eine bessere Effizienz freuen können. Der 1,6 Liter-Boxermotor war ja bislang ein Manko des XV, wenn es um den Fahrspaß gegangen ist.

Der neue 2,0 Liter-Boxermotor kann mit einer Leistung von 150 PS (110 kW) aufwarten und ist damit deutlich stärker als der 114 PS (84 kW) starke 1,6 Liter-Motor.

Auch wenn das maximale Drehmoment von 194 Nm erst bei 4.000 U/Min bereit steht, hat man schon von unten heraus genug Kraft zur Verfügung.

Dies ist vor allem dem 16,7 PS (12,3 kW) starken Elektromotor des Mild-Hybrid-Systems zu verdanken, der vor allem von unten heraus für ein Plus an Leistung sorgt.

Er liefert schon gleich vom Start weg zusätzliche Schubkraft und verhilft dem XV zum Sprint von 0 auf 100 km/h in 10,7 Sekunden – damit ist er um über drei Sekunden flotter auf Tempo 100 km/h als mit dem 1,6 Liter-Motor.

Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der kompakte Subaru im Offroad-Look bei 193 km/h. So bietet der neue eBoxer auch in der Realität deutlich mehr Fahrspaß als bisher.

Auch das CVT-Getriebe passt gut zum komfortablen, aber dennoch sportlichen Charakter des Fahrzeugs. Im Vergleich zu früheren Generationen dieser Getriebeart kann man jetzt schon mehr Vorteile als Nachteile spüren.

Selbst bei voller Beschleunigung bleibt das Geräuschniveau im Innenraum auf einem sehr niedrigen Niveau und wird in Bezug auf die Geräuschentwicklung nie so aufdringlich wie früher.

Sehr gelungen ist auch die Mischung aus Fahrkomfort und sehr guter Straßenlage. Dank dem Allradantrieb und dem durch den Mild-Hybrid-Antrieb tieferen Schwerpunkt liegt der XV auch in Kurven perfekt auf der Straße und vermittelt dem Fahrer stets guten Kontakt zur Fahrbahn.

Zudem kommt man auch offroad noch gut voran, hier sorgt der X-Mode Offroad-Assistent für perfekte Traktion bei jedem Untergrund. Auch im Gelände merkt man wieder sehr deutlich die Unterstützung des Elektromotors.

Wie von Subaru versprochen, ist der 2,0 Liter-eBoxer auch sparsamer als der bisherige 1,6 Liter. Wir konnten den vom Werk angegebenen WLTP-Verbrauch von 7,9 Litern mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,8 Litern sogar ganz knapp unterbieten.

Immerhin kann man mit bis zu 40 km/h auch bis zu 1,6 Kilometer rein elektrisch unterwegs sein, was die Sparsamkeit vor allem in der Stadt fördert. Wer viel auf Autobahnen unterwegs ist, wird aber dennoch etwas mehr Sprit benötigen.

Auf ganzer Linie überzeugen kann Subaru beim XV mit der Sicherheitsausstattung, die wirklich mit allem aufwarten kann, was in dieser Klasse zur Verfügung steht. Praktisch ist aber, dass sich die Systeme per Knopfdruck deaktivieren lassen, was vor allem im Gelände von Vorteil ist.

Mit dem neuen eBoxer-Motor ist der XV auf jeden Fall noch interessanter geworden. Er verbindet viel Fahrspaß mit einer besseren Effizienz und ist sehr komfortabel ausgestattet.

Was uns gefällt:

Das Design, die überkomplette Ausstattung, die Sicherheitsausstattung, der Fahrkomfort, der Allradantrieb

Was uns nicht gefällt:

Das etwas kleine Kofferraumvolumen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum : 3-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-