Suzuki Across 2,5 PHEV E-Four E-CVT – Testbericht

Wer den Across zum ersten Mal sieht, wird beim Anblick des Markenemblems staunen. Der frische Wind im Styling tut Suzuki sichtlich gut. Mehr dazu gleich.

Mit Suzuki verbindet man am Automobilsektor die Zielgruppe der Waidmänner und Forstaufseher, die allradgetriebene Nutzfahrzeuge benötigen, welche ihnen in jeder Lebenslage treu aus dem Schlamassel helfen.

Dabei war das Design der PKWs eher quadratisch, praktisch, gut als dynamisch und schnittig. Aber man lernt dazu, wie bei dieser Zusammenarbeit mit Toyota deutlich sichtbar wird, denn unser Across hat den RAV4 als Zwillingsbruder.

So unterscheiden sich die beiden äußerlich nur in der Frontansicht. Hier hat der Suzuki den deutlich wuchtigeren Auftritt mit dem dominanten schwarz lackierten Kühlergrill und den schmalen nach hinten gezogenen Voll-LED-Scheinwerfern sowie den großen Einlässen bei den Nebelscheinwerfern.

In der Seitenansicht merkt man keinerlei Unterschiede, wobei ihm die stark geneigte A-Säule sowie die ebenso stark geneigte C-Säule eine schöne, dynamische Linie verpassen.

Selbstverständlich dürfen die optischen Zierelemente für SUVs, wie silberner Unterfahrschutz oder Radkasteneinfassungen, nicht fehlen. Sehr gut stehen ihm die 19-Zoll-Aluräder, die mit 235er-Reifen bestückt wurden.

Suzuki macht es dem Käufer im Gegensatz zur Artenvielfalt bei Toyota beim Across sehr leicht: Eine Motorisierung, eine Antriebsart, eine Ausstattung, ein Preis und der lautet 57.990,- Euro . Für Suzuki-Verhältnisse eher im oberen Segment angesiedelt.

Dafür gibt es jede Menge an Ausstattungsfeatures, die andernorts in der Optionsliste angekreuzt werden müssen. Zutritt ist beim Across schlüssellos möglich, gestartet wird er per Startknopf.

Stylischer Innenraum

Sein Innenraum zeigt sich stylisch mit roten Ziernähten auf den schwarzen Teilledersitzen . Diese sind komfortabel gepolstert, bieten genug Seitenhalt und können darüber hinaus beheizt werden. Auf der Fahrerseite freut man sich über eine voll elektrische Verstellmöglichkeit einschließlich Lordosenstütze.

Eine Lenkradheizung sowie beheizbare Außensitze hinten gehören bei unserem Testauto ebenfalls dazu. Das Armaturenbrett im Lederdesign besitzt eine Softtouch-Oberfläche mit ebenfalls roten Ziernähten. Silberfarbene Akzente geben dem Interieur einen wertigen Auftritt.

Mittig aufgesetzt wurde das 9-Zoll Multifunktionstouchdisplay in Farbe. Dieses bietet neben Informationen zum Verbrauch, Radio mit DAB und Bluetooth die Möglichkeit, das eigene Smartphone über Android Auto oder Apple Car-Play zu verbinden. Derzeit ist nur auf diese Weise die Nutzung des Navigationssystems möglich. Ein smartphoneunabhängiges Navi wäre sicherlich praktischer gewesen.

Zahlreiche Ablagen wie in der Mittelkonsole für das Handy, Becherhalter und eine Mittelarmlehne mit Staufach bieten uns genügend Möglichkeiten, Dinge problemlos im Fahrzeug zu verstauen.

Der Platz im Fond wurde von den Herstellern ebenfalls großzügig dimensioniert. Daher können auf der Rückbank bequem drei Erwachsene Platz nehmen. Werden nur die Außensitze belegt, kann die Rückenlehne des mittleren Sitzes zu einer Armlehne umfunktioniert werden. So ist unser Across auch ein idealer Langstrecken&hy;weggefährte.

Obwohl bei Hybridfahrzeugen der Kofferraum meist aufgrund der Batterie eingeschränkt ist, haben wir beim Across keinen Grund zu meckern, denn trotz vollwertigem Reserverad UND sämtlicher Ladekabel, bleiben oberhalb des Ladebodens immer noch beachtliche 490 Liter Volumen übrig. Legt man die 60:40 teilbare Rückbank um, so sind 1.168 Liter verfügbar. Maximal könnte man laut Hersteller 1.604 Liter Fassungsvermögen aus dem SUV herausholen.

Viel Power für den SUV

Der Suzuki ist ein Plug-in-Hybrid , der die Kraft im Prinzip aus drei Herzen bezieht. An dieser Stelle baut man auf das langjährige Know-How von Toyota im Bereich der Hybridtechnologie auf. Auf der Seite der Verbrenner werkelt ein 2,5 Liter-Benzinmotor, der 185 PS leistet. Sein maximales Drehmoment von 227 Nm kommt im Bereich von 3.200-3.700 Umdrehungen zum Tragen.

Der Front-Elektromotor, der die hauptsächliche Kraft im Across stemmt, liefert 182 PS mit 270 Nm Drehmoment. Somit stehen dem Japaner 306 PS Systemleistung zur Verfügung.

Nachdem der Elektromotor quasi ab dem Stand die volle Leistung bringen kann, zeigt sich der Koloss trotz knappen zwei Tonnen Eigengewicht durchaus antrittsstark. Das E-CVT schaltet sehr homogen und selbst nach dem Abruf der vollen Leistung, immerhin wollten wir ja den Sprint in 6,2 Sekunden auf 100 km/h auch erfahren, akustisch nicht aufdringlich laut.

Beim Wechsel der Motoren kann der Fahrer selbst entscheiden, ob reiner EV oder automatischer Hybridantrieb. Bei zu niedrigem Batterieladestand schaltet der Suzuki selbsttätig den Benziner zum Aufladen dazu. Rein elektrisch ist eine Reichweite von etwa 70 km möglich, wobei wir nicht testen konnten, ob dies auch bei voller Autobahngeschwindigkeit gilt.

Vorhin sprachen wir von drei Herzen, das dritte Herz ist ein zweiter Elektromotor, der das E-Four-Allradsystem ermöglicht. Er leistet 54 PS und 121 Nm Drehmoment und unterstützt die Antriebkraft auf den Hinterrädern.

Die Drehmomentverteilung wird vom System selbst durchgeführt und reicht vom reinen Vorderradantrieb bis hin zu 20% vorne und 80% Heckantrieb. So wird ein hervorragendes Handling in allen Situationen ohne Schwierigkeiten möglich.

Verschiedene Fahrmodi stehen zur Wahl

Neben dem Fahrstufenschalter befindet sich der Drehknopf für drei der vier Fahrmodi , in denen der Suzuki pilotiert werden kann. So kann man das Ansprechverhalten des SUV an seine persönlichen Fahrbedürfnisse anpassen. Zur Wahl stehen Normal, Eco und Sport. Für den Abstecher in den Wald empfiehlt es sich, den Trail Modus zu wählen, denn dieser kontrolliert das Sperrdifferential und sorgt für die nötige Traktion.

Wo wir auch schon bei den Assistenzsystem wären. Hier bietet Suzuki eine Fülle an Hilfssystemen zur Spurführung und zur Kollisionsvermeidung mit Fußgängern und Radfahrern an. Totwinkelwarner und Querverkehrsassistent sowie ein Kurvenassistent, der das sichere Durchfahren scharfer Kurven unterstützt, gehören beim Across dazu.

Hat man die Möglichkeit, den Japaner zuhause oder in der Firma zu laden, kann man den Richtwert des Herstellers mit 1,0 Liter im Durchschnitt sicherlich erreichen. Fährt man aber die Batterie leer, ohne dazwischen zu laden, so steigt der Wert auf 5,6 Liter Benzin . In Anbetracht der PS-Zahl und des Kampfgewichtes dennoch nicht so erschreckend.

Insgesamt kann gesagt werden, dass der Across frischen Wind in Suzukis Produktpalette bringt. Das dynamische Styling und die gelungene Performance werden SUV-Fans sicherlich ansprechen.

Was uns gefällt:

Außendesign, Motorperformance, Ausstattung

Was uns nicht gefällt:

Navi nur in Kombination mit Smartphone möglich, Preis für Suzuki doch relativ hoch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

Fact Box Suzuki Across:

Suzuki Across 2,5 PHEV E-Four E-CVT
Testwagenpreis ohne Extras € 57.990,00
Testwagenpreis mit Extras € 57.990,00
davon Steuern € 9.665,00
Technische Daten
Zylinder 4
Hubraum in ccm 2.487
Systemeistung PS/KW 306/225
Max. Drehmoment Nm/bei U/min B:227/3.200-3.700; E:270
Getriebe E-CVT
Antriebsart Allradantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 6,2
Höchstgeschwindigkeit in km/h 180
Durchschnittsverbrauch in Liter 1,0
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 22
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 463,5
Breite in cm 185,5
Höhe in cm 169,0
Radstand in cm 269,0
Kofferraumvolumen in Liter 490-1.604
Tankinhalt in Liter 55
Leergewicht in kg 1.947
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 2.510
Max. Zuladung in kg 563