Suzuki SX4 S-CROSS - Testbericht

Wo auch immer Ihre Reise hingeht, der neue SX4 S-Cross ist der ideale Weggefährte dorthin. Ob Suzukis Werbeversprechen alltagstauglich ist, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Auch wenn der Suzuki bei seinem Werbeauftritt durch die Waschanlage gezogen wird, steckt definitiv mehr in ihm als ein Schaumschläger. Bei diesem Test bleiben wir bescheiden und pilotieren den Japaner in der kleinsten Motorisierung, jedoch in der mittleren Ausstattung durch die Lande. Dafür verlangt Suzuki den bescheidenen Obolus von 19.790 Euro, was in Anbetracht der derzeit üblichen Autopreise für einen Crossover wirklich erstaunlich ist. Aber sieht man ihm den kleinen Preis an? Kritisch umrunden wir das Fahrzeug.

Nun, die Optik lässt keinerlei Rückschlüsse auf den niedrigen Preis zu. Im Gegenteil. Das Canyon Brown Pearl Metallic kostet zwar 490 Euro extra, macht aber den Suzuki im Straßengrau zum Hingucker. LED-Scheinwerfer, die mittels Lichtsensor auf- und abgeblendet werden sowie Nebelscheinwerfer sind bei der Ausstattungslinie "Shine" inkludiert. Doch auch die rundumgetönten Scheiben mit dem Privacy Glass ab der B-Säule gehören zur Serienadjustierung des SX4. Zahlreiche Applikationen am unteren Stoßfänger in Schwarz und Silberapplikationen an den Seitenschwellern und dem unteren Heckstoßfänger sowie die Chromleisten unterhalb der Fenster werten das Gesamtbild auf. Die silberfarbene Dachreling gibt dem optischen Auftritt den letzten Schliff.

Der Suzuki besitzt bereits beim Grundmodell ein schlüsselloses Zugangssystem. Damit gehört das Suchen in den Taschen der Vergangenheit an. Einfach auf den kleinen Knopf drücken, und man kann einsteigen. Verriegelt wird er auf die gleiche Weise. Nachdem man bei der Außenausstattung den Preis nicht erkennen kann, machen wir uns auf die Suche nach dem Sparstift und wurden gleich nach dem Einsteigen fündig: Das Türschließen klingt nicht dumpf wie normalerweise, sondern "blechern". Nimmt man jedoch auf den schwarzen Stoffsitzen Platz, die einen angenehmen Komfort und leichten Seitenhalt bieten, ist man rasch wieder besänftigt. Beide Sitze können nach Bedarf in der Höhe verstellt werden.

Das Lederlenkrad lässt sich nicht nur in der Höhe verstellen, sondern auch längs verschieben. Ideal bei zwei ungleich großen Fahrern, um so doch recht einfach eine gute Sitzposition zu finden. Zu Beginn unseres Tests erschien uns die Haptik des Volants doch etwas rutschig. Nach einiger Zeit fiel uns dies jedoch nicht mehr störend auf. Im Innenraum passt einfach alles. Gut erreichbare Bedienelemente, zahlreiche Ablagen, schöne Ausführung trotz pflegeleichtem Kunststoff. Cool ist die Klimaautomatik, die für Fahrer und Beifahrer getrennt eingestellt werden kann. Außerdem gibt es eine zweistufige Sitzheizung, deren Schalter ruhig etwas dezenter ausfallen hätten können, aber so ohne den Blick von der Straße zu nehmen auffindbar sind.

Angenehm bei Überlandfahrten ist der automatisch abblendende Innenspiegel. Bei engen Parklücken sind die elektrisch einklappbaren Seitenspiegel ebenfalls recht praktisch. Diese wurden jedoch gnadenlos an die Zündung gekoppelt. Das heißt, drückt man den Start/Stopp-Knopf zum Fahrzeug Abstellen und hat nicht vorher eingeklappt, bleiben die Spiegel wo sie sind. Aber auch dies ist Gewohnheitssache. Obwohl der Suzuki recht gut überschaubar ist, besitzt er in dieser Ausstattung eine Rückfahrkamera, die jedoch nur bei der Topausstattung "Flash" mit einem akustischen Signal gekoppelt wird. Trotzdem ermöglicht der Blickwinkel der Kamera kombiniert mit einer Lenkeinschlagsanzeige ein präzises Rangieren nach hinten.

Die Multimediaanlage kann bequem entweder per Touchscreen oder über Steuerungselemente am Lenkrad gesteuert werden. Dafür bedient man den Bordcomputer noch sehr "retro" mit Einstellknöpfen bei den Armaturen. Bei unserem Testfahrzeug kommt als Extra das Navigationssystem hinzu, das bei der Topausstattung ebenfalls inkludiert wäre. Der SX4 S-Cross bietet dank seiner Gesamthöhe von 1,58 m ausreichend Kopffreiheit vorne wie hinten. Das Platzangebot im Fond ist gut. Eine nur leicht konturierte Sitzbank ermöglicht auch die Besetzung selbiger zu dritt. Sitzen nur zwei Personen hinten, kann die Mittelarmlehne mit Becherhaltern heruntergeklappt werden. Mit einer Gesamtlänge von 4,30 m, was etwa der des Opel Mokka entspricht, besitzt der Japaner mit 440 Litern Kofferraumvolumen immerhin 84 Liter mehr als der Deutsche. Klappt man die Sitze um, sind sogar bis zu 1.269 Liter möglich.

Motorisch überrascht uns der kleine Dreizylinder mit 998 Kubik Hubraum und seinen 112 PS durchaus. Zwar gelang es dem Hersteller nicht, dem Benziner seinen typischen rauen Klang zu nehmen, welcher besonders beim Beschleunigen ab 4.000 Umdrehungen merkbar wird. Trotzdem erweist er sich bei Stadtgeschwindigkeiten als angenehm agil. Sein maximales Drehmoment entfaltet er mit 170 Nm in einem Bereich zwischen 2.000 und 3.500 Touren. Von 0 auf 100 km/h benötigt der Suzuki 11 Sekunden. Fährt man mit ihm auf die Autobahn, so merkt man erst beim Beschleunigen aus höheren Geschwindigkeiten, dass dem SX4 ein wenig die Kraft fehlt. Fährt man jedoch einfach vor sich hin und nötigt man den Crossover nicht zu spontanen Kraftakten, macht er richtig viel Spaß. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h, also genug für Österreichs Straßen.

Suzuki ist bekannt für seine Allradmodelle. In unserem Test kam jedoch die frontgetriebene Variante des S-Cross zum Einsatz. 2.000 Euro mehr kostet die Allgrip-Version des SX4, was sicherlich eine Überlegung für jene ist, die sich mit unbefestigten oder rutschigen Untergründen herumschlagen müssen. Kreuzt man mit ihm jedoch nur durch die Straßen Wiens, ist der Vorderradantrieb perfekt. Kombiniert mit der Start-Stopp-Automatik kommt man damit auf gute Verbrauchswerte. Der Hersteller gibt den Durst des Crossovers mit 5,7 Litern in der Stadt und 5 Litern im Durchschnitt an. Unser Bordcomputer zeigte während unserer Testzeit, wo wir vor allem in der Stadt unterwegs waren, 6,6 Liter an. Unserer Ansicht nach durchaus akzeptabel.

Fahrwerk und Lenkung des Suzuki erschienen uns positiv unspektakulär. Er lässt sich gut rangieren und besitzt neben dem ABS und ESP auch eine Traktionskontrolle. Auf Lastwechsel reagiert der SX4 trotz höherem Schwerpunkt angenehm. Die Berganfahrhilfe erwies sich ebenfalls als sehr praktisch.

Unser Fazit für den Suzuki SX4 S-Cross fällt sehr positiv aus. Immerhin bieten die Japaner hier doch viel Auto um wenig Geld. Sicherlich muss es Unterschiede zu den teuren Mitbewerbern geben. Wer aber mit kleinen Abstrichen wie Motorgeräuschen und blechernen Türen leben kann, kann sich über ein ansprechendes Interieur und gutes Platzangebot freuen. Schick ist er obendrein.

 

Was uns gefällt:

Platzangebot, Preis, Ausstattung,

Was uns nicht gefällt:

Blechern klingende Türen, rauer Motor

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 2
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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