Suzuki Swift 90 PS Benziner - Testbericht

"Ja, ich will!" - dies sind die Worte, die Suzuki hören möchte, wenn man an den neuen Swift denkt. Wir wollten ihn auch und haben ihn für Sie getestet.

Glaubt man dem Prospekt des spritzigen Japaners, so soll er keine Wünsche offen lassen. Alles, was man will, egal ob Stil, Komfort, Unterhaltung, Performance, Traktion oder Verlässlichkeit, der neue Swift kann es bieten. Dafür haben wir uns das Topmodell ins Haus geholt. Unser Testfahrzeug ist nicht nur mit dem Vierzylinder-Benziner, der 90 PS liefert, ausgestattet, sondern besitzt auch ein Smart Hybrid System und Allradantrieb. Damit müsste der Kompakte gut für den Alltag gerüstet sein, - aber schön der Reihe nach.

Beginnen wir unser "Wünsch dir was"-Spiel. Also: Ich will … ein günstiges Auto. Mit 19.490 Euro liegt unser Swift trotz Topausstattung Flash knapp unter der 20er-Grenze. Preislich ist er damit für dieses Segment schon sehr gut im unteren Level angesiedelt. Nachdem Suzuki auf Optionslisten verzichtet und unsere Dachfarbe ident mit der Wagenfarbe ist, kommen lediglich 390 Euro für die Lackierung dazu. Damit macht der Gesamtpreis 19.880 Euro aus. Doch was erhält man dafür?

Ich will … mein Auto nicht hinter Hecken verstecken. Sogar diesen Wunsch erfüllt der kompakte Japaner. Optisch eher knuffig als gestreckt dynamisch, aber die steile A-Säule hat den Vorteil, dass das Regenwasser schon abrinnt bevor die Wischer auf Höchstleistung arbeiten. Der größere Kühlergrill und die neuen Scheinwerfer passen sehr gut zum Gesamtbild. Eine Riesenpalette an unterschiedlichen Farben erleichtert es, seinen persönlichen Swift zu finden. Die Türgriffe für die hinteren Türen sind in die Fensterrahmen integriert, was ihm einen frischen Schwung verleiht. Abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule, Keyless Start, beheizbare und elektrisch anklappbare Seitenspiegel sowie A- und B-Säule in Schwarz sind beim Swift in der Flash-Ausstattung ebenfalls Serie.

Ich will … immer gute Sicht. Mit LED-Scheinwerfern mit automatischer Leuchtweitenregulierung und automatischer Abblendfunktion sowie Nebelscheinwerfern und LED-Tagfahrlicht hat man nicht nur die bestmögliche Ausleuchtung, sondern wird stets gut gesehen.
Ich will … maximale Sicherheit. Auch dafür haben die japanischen Ingenieure gesorgt. Neben einer Fülle an Airbags gibt es im Swift radargestützte und Dual-Sensor gestützte aktive Bremsunterstützung, Müdigkeitserkennung, Spurhaltesystem und Berganfahrhilfe.

Aber kommen wir nun zum Innenraum. Hier hat sich Suzuki die Latte für Wünsche sehr hoch gelegt. Das moderne, frische Interieur weiß durch seine Gestaltung, insbesondere durch die weißen Akzentleisten zu gefallen. Alle Taster und Bedienelemente sind leicht erreichbar, man findet sich rasch zurecht. Das Multifunktionslenkrad macht seinem Namen alle Ehre. Während man auf der rechten Seite die Bedienelemente für den adaptiven Tempomat bzw. Limiter hat, befindet sich auf der linken Seite die Steuerung für die Multimediaanlage bzw. den Bordcomputer.

Ich will … alles über mein Auto wissen. Nun, hier gibt der Bordcomputer in Farbe zwischen Tachometer und Drehzahlmesser positioniert, alle erdenklichen Infos. Insgesamt sechs verschiedene Übersichten liefert das 4,2 Zoll-Display. Darunter auch solche, die eher für Verspielte oder Racingbegeisterte gedacht sind. Weshalb ein 90 PS-Flitzer eine Fliehkraftanzeige benötigt, entzieht sich nämlich ansonsten unserer Kenntnis. Darüber hinaus gibt es Infos über den Energiefluss, Verbrauch, Leistung/Drehmoment oder Nutzung von Gas- und Bremspedal.

Die Klimaautomatik findet sich unter dem großen 7-Zoll-Touchscreen, welcher einfach zu bedienen ist. Hier werden übersichtlich die Steuerung des Audiosystems, Navigation, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Smartphone-Anbindung über Android Auto oder Apple CarPlay dargestellt. Noch leichter geht die Bedienung per Sprachsteuerung.

Ich will … bequem reisen. In Sachen Sitzkomfort leistet der kompakte Japaner wirklich Großes. Nicht nur dass man vorne sehr bequem sitzt, man hat an allen Positionen genügend Kopf- und Beinfreiheit. Der Fahrersitz lässt sich höhenverstellen. Für den Winter gibt es Sitzheizungen vorne. Im Suzuki Swift ist man auf der Rückbank kein Gast zweiter Klasse. Durch die gerade Bank können drei Erwachsene gut nebeneinander sitzen, außerdem haben sie ausreichend Kniefreiheit nach vorne.
Ich will … auch Gepäck laden oder einkaufen gehen. Das Kofferraumvolumen des Japaners reicht von 265 bis 947 Liter. Damit passt schon das eine oder andere Gepäckstück hinein. Im Notfall klappt man einfach die Rücksitzbank um.

"Mein Maserati fährt 210, schwupps die Polizei hat‘s nicht geseh‘n" so sang Markus in den 80ern in seinem Lied "Ich will Spaß". Nun, wer diesen Suzuki Swift sein Eigen nennt, muss sich mit 170 km/h Höchstgeschwindigkeit zufriedengeben. Suzuki hat für den Swift zwei Benzinmotoren zur Wahl, entweder einen Dreizylinder mit 112 PS oder den 1,2 Liter Vierzylinder mit Dualeinspritzung, der in unserem Testfahrzeug werkelt. Er liefert 90 PS. Für den Stadtbetrieb grundsätzlich genug Kraft, damit aber der Spaß nicht zu kurz kommt, gibt es bei unserem Testfahrzeug noch ein SHVS Kürzel als Bonus. Dieses System speist durch einen integrierten Startgenerator beim Anfahren und Beschleunigen den Benzinmotor aus einer 12 Volt-Lithium-Batterie. Das verleiht dem Aggregat eine gewisse subjektiv gefühlte Spritzigkeit, da das maximale Drehmoment von 120 Nm erst bei 4.400 Umdrehungen erreicht ist. 12,6 Sekunden braucht unser Testfahrzeug, bis es den 100 km/h-Zenit erreicht.

Perfekt passt dazu das 5-Gang-Schaltgetriebe, das nicht einmal auf der Autobahn einen 6. Gang vermissen lässt. Der Allradantrieb - "ALLGRIP AUTO" genannt - arbeitet mit einer Visco-Kupplung, die dem Swift selbst auf rutschigem Terrain Stabilität verleiht. Trotz seines Leichtgewichts von unter einer Tonne fehlt dem Japaner beim Bergfahren jedoch die Kraft. Hier sagt der Suzuki: Ich will … aber ich kann nicht. Also heißt es Zurückschalten und Geduld haben, denn irgendwann geht es wieder bergab. Dann ist der Fahrspaß wieder zurück.

In Sachen Handling gibt der Swift das nötige Feedback, wobei die Lenkung nicht allzu direkt reagiert. Beim Rangieren hilft die Rückfahrkamera. Sein Fahrwerk zeigt sich komfortabel bis straff, jedoch nicht sportlich hart. Besonders positiv ist die Bremswirkung hervorzuheben.

Ich will…selten tanken. Nun das kann der Swift mit seinem 35 Liter Tank nicht erfüllen, obwohl wir mit dem Verbrauch unter sechs Liter waren. Herstellerangabe wäre 4,5 Liter, wir waren aber trotzdem zufrieden.

Unser Fazit für den smarten Japaner fällt insgesamt bis auf Kleinigkeiten recht positiv aus. Wer also einen gut gerüsteten und gut verarbeiteten Kompakten mit ausreichend Platz auf der Rückbank zum kleinen Preis sucht kann ruhig sagen: Ich will …

Was uns gefällt:

Styling, Ausstattung, Preis, Sitzkomfort

Was uns nicht gefällt:

Motor fehlt bergauf die Kraft

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 3
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 2
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1-

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