Testbericht: Suzuki Swift Sport

Freunde der kompakten Sportler aufgepasst: Suzuki setzt sich mit dem neuen Swift Sport in dieser Kategorie gekonnt in Szene. Womit die Japaner punkten, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Das auffälligste Merkmal des Swift Sport ist sein Styling. Es sticht definitiv aus der Menge. Das "Champion Yellow" freut nicht nur die Insekten, es zieht alle Blicke auf sich. Außerdem bleibt diese die einzige Lackierung für den Sport, die nicht auf der Zusatzliste zu Buche schlägt. Somit bleibt der Preis von 21.990 Euro auch der Gesamtpreis unseres Testfahrzeuges.

Doch das Gelb allein macht noch keinen Sport. So müssen für den richtig dynamischen Auftritt noch ein paar optische Akzente her. Besonders beim "Gesicht" des Suzuki Swift ließen sich die Designer einiges einfallen, um ihm den richtig aggressiven Blick zu verleihen. Ein wuchtiger Kühlergrill mit Wabengitter und eine Designfolierung in Carbonoptik über der Motorhaube und Heck machen schon etwas her. Die LED-Scheinwerfer mit ihrer markanten Leuchtsignatur besitzen eine automatische Leuchtweitenregulierung und eine automatische Abblendfunktion.

Selbstverständlich dürfen bei einem Kompaktsportler auch Anbauteile im Carbon-Look nicht fehlen. Beim Schrägparken sollte man jedoch bei hohen Gehsteigen darauf achten, dass man sich nicht die Lippe im wahrsten Sinne des Wortes anschlägt. Carbondesign findet sich weiters auf den Seitenschwellern und in der Dachfolierung, sowie in der Heckansicht. Wer bis dahin nicht wusste, welches Fahrzeug vor einem steht, weiß nun, mit wem er es zu tun hat, denn ein Dachspoiler und die Doppelrohrauspuffanlage verraten den Swift Sport sofort - da muss man gar nicht den dezenten Schriftzug lesen. Wirklich fesch sind auch die polierten 17-Zoll-Felgen, die nun schon mit Winterschuhwerk versehen sind.

So cool wie der Suzuki von außen ausschaut, macht er uns eigentlich skeptisch. Kann das wirklich sein, dass ein Sportler mit knapp 22.000 Euro auskommt? Ist er vielleicht eine Mogelpackung, nach dem Motto außen hui innen pfui? Wir müssen gestehen, wir haben gründlich gesucht, aber der Swift Sport ist alles andere als eine solche. Per Keyless-Entry lässt uns der Swift einsteigen. Wie bei Suzuki üblich, aber zunächst nur mal den Fahrer, erst der Doppelklick aufs Türknopferl gewährt den restlichen Mitfahrern Zutritt. Wir brauchten ein paar Anläufe, bis wir es auf Anhieb schafften, alle Türen zu öffnen. Manchmal war es ein "Tür auf, Tür zu"-Spiel, aber mit der Zeit klappte es sogar mit der Zentralverriegelung.

Der Blick in den Innenraum offenbart das nächste Highlight des Swift Sport: Die Sportsitze machen nämlich ihrem Namen wirklich Ehre. Nicht nur, dass sie per Taster beheizt werden können, man findet hier richtige Sitzschalen mit gutem Seitenhalt vor. Einziger Wermutstropfen: Trotz höhenverstellbarem Fahrersitz hat man das Gefühl wie auf einem Stockerl zu sitzen, und das Lenkrad kann man nur gering längsverstellen. Aber mit kleinen Kompromissen findet man eine gute Sitzposition, die auch auf Langstrecken passt. Nachdem eine Mittelarmlehne fehlt, wirkt der Innenraum recht luftig, und durch die immer noch verhältnismäßig steile A-Säule hat man genug Kopffreiheit. Rot heißt die Akzentfarbe des Interieurs im Swift Sport und unterstreicht damit den dynamischen Auftritt im Innenraum. Das Lederlenkrad liegt gut in der Hand. Bei den Bedienelementen hat Suzuki eine gute Auswahl getroffen und weniger relevante ein wenig nach hinten versetzt. So kommt es zu keinem versehentlichen Verdrücken. Klassisch blieb das Armaturenbrett mit Drehzahlmesser und Tacho, jedoch hält der Swift Sport in der Mitte ein Bordcomputerdisplay parat, das auch den Ladedruck und andere sportlich relevante Informationen für den Fahrer in Farbe darstellt.

Über den 7-Zoll Touchscreen wird die Multimediaanlage mit Navi und Smartphoneanbindung gesteuert. Hier zeigt unser Swift das Bild der Rückfahrkamera ebenso an. Parksensoren gibt es aber keine. Bei den Sicherheits- und Komfortunterstützern bleibt Suzuki bei den wesentlichsten. Hier sei der adaptive Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, ein aktiver Spurhalteassistent, Radar- und Dual Sensor- gestützte aktive Bremsunterstützung, Müdigkeitserkennung und eine Berganfahrhilfe erwähnt.

Platz für fünf bietet der Swift Sport für kurze Strecken ohne Probleme, da die Sitzbank hinten eine gerade Sitzfläche hat und somit die Passagiere gut Platz finden. Auch die Beinfreiheit ist überraschend gut. Bei den Ablagen ist die Auswahl nicht riesig, dennoch bringt man alles gut unter. In Sachen Ladekapazität muss sich der Japaner mit 265 bis 947 Litern Volumen für seine Größe ebenfalls nicht verstecken.

Wer sich für einen Suzuki Swift Sport entscheidet, muss sich keine Gedanken um die Motorisierung machen, denn der Hersteller hat ihm nur einen Motor an die Karosserie geschneidert, nämlich den 1,4 Liter-Boosterjet. Der turbogeladene Vierzylinder-Benziner leistet 140 PS, was in Anbetracht seines Eigengewichts von 973 kg eine genial spritzige Mischung ist. Immerhin 80 Kilo speckte der neue Swift dank Heartect-Plattform ab. Durch den Turbo besitzt der Kompaktsportler sein hohes Drehmoment von 230 Nm bereits bei 2.500 Umdrehungen, was sich durch einen starken Antritt bemerkbar macht. Der Frontantrieb nimmt ihm aber, wie auch vielen seiner Mitbewerber, einiges an Kraft. Hier wäre eine Allradlösung sicherlich noch effizienter. Dennoch schafft unser Suzuki in 8,1 Sekunden den Sprint auf 100 km/h. Erst bei 210 km/h setzt der Hersteller dem Sport seine Grenzen. Bis dahin gibt es aber genug Bandbreite an Spielmöglichkeiten, wo das Auto richtigen Spaß macht.

Das 6-Gang-Schaltgetriebe lässt sich sportlich schalten und wurde sehr ausgewogen übersetzt. Optimierte Radaufhängungen vorne und hinten sowie das Sportfahrwerk sorgen für ein Plus an Sicherheit dank verbesserter Fahrstabilität. Damit machen Bergstraßen besonders viel Spaß. Auf den Autobahnen machen sich leichte Windgeräusche bei der A-Säule bemerkbar, ansonsten fanden wir unseren Suzuki aber gut gedämmt.

Meist sind gerade die Kompaktsportler jene, die es gerne und oft zur Zapfsäule zieht. Kein Wunder, denn flottere Gangarten führen zwangsweise zu einem höheren Verbrauch. Umso überraschter waren wir, als unser Bordcomputer sieben Liter im Durchschnitt anzeigte. Ein durchaus akzeptabler Wert, nachdem viele Stadtpassagen in unserer Testzeit dabei waren.

Abschießend können wir sagen, dass der Suzuki Swift Sport alles andere als eine Mogelpackung ist. Der sportliche Auftritt repräsentiert auch seine inneren Werte, und der Preis zeigt sich im Verhältnis zur gebotenen Leistung mehr als fair. Uns würde es nicht wundern, wenn er gerade bei den "jungen Wilden" öfters vor der Tür steht.

Was uns gefällt:

Styling, Motor, Ausstattung, Sitzkomfort

Was uns nicht gefällt:

hohe Sitzkonsolen, wenig Spielraum bei der Lenksäulenverstellung

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2-
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2

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