Suzuki Vitara S 1.4 Automatik - Testbericht

Gehsteigkraxler oder Bergfex? Suzuki bringt mit seinem neuen Vitara einen Lifestyle-SUV auf den Markt, der beides kann. Was uns dabei begeistert hat, lesen Sie hier.

Suzuki selbst bezeichnet den Vitara als "Comeback des Jahres". Definitiv ein Grund, um uns von seinen tatsächlichen Qualitäten zu überzeugen. Dazu haben wir das Topmodell, den Vitara 1,4 "S" mit Automatikgetriebe, gewählt. Dank serienmäßigem Allradantrieb, bei Suzuki "Allgrip" genannt, sind wir schon gespannt, ob das Gelände ein wenig anspruchsvoller sein darf als die urbanen Gefilde.

Der Vitara S zeigt bereits von außen, dass er das Topmodell der Reihe ist: Der anders gestaltete Kühlergrill mit den senkrechten Streben wirkt richtig aggressiv. Seine rot umrandeten Schweinwerfer sind ebenfalls ein Blickfang. Senkrecht neben den Nebelscheinwerfern platzierte LED-Tagfahrlichtleisten runden die modern designte Frontansicht ab. Damit die äußere Optik wirklich stimmt, wurden dem "S" noch satiniert silberne Außenspiegel und schwarz-glänzende Leichtmetallfelgen verpasst, die in unserem Fall silbernen Winterfelgen wichen. Die Galactic Grey Metallic-Lackierung unseres Testfahrzeuges ist genau die richtige Mischung aus edel, doch nicht zu klassisch.

Besonders leicht macht einem Suzuki das Errechnen des Preises. Den Vitara gibt es grundsätzlich nur in vier Ausstattungen (clear, shine, flash und S), und die Optionsliste umfasst höchstens acht Features. Der Großteil dieser Überlegungen fällt bei der Topausstattung S weg. 29.690 Euro brutto aufgrund des Automatikgetriebes darf man dafür einmal andenken. Hinzu kommt lediglich der Aufpreis für die Metallic- und die Dachlackierung. Der Rest der Liste ist einfach gar nicht für diese Variante verfügbar. Damit kommt unser Testfahrzeig auf 30.540 Euro.

Highlights im S sind neben den bereits erwähnten optischen Details das Multimediasystem mit Bluetooth und Navi, schlüsselloser Zugang und Start sowie LED-Abblendlicht. Außerdem bietet er einen radargestützten Tempomat sowie Bremsassistenten und ein Hill Hold-System, das den SUV vor dem Zurückrollen am Berg hindert.

So wie sein äußerer Auftritt wurde auch der Innenraum einem speziellen Design unterzogen. Schwarz-rot gibt hier den Ton an. Rot konturierte Armaturen und Ziernähte am Lederlenkrad sowie rot umrandete Luftausströmer ziehen den Blick gleich auf sich, ohne zu dominant zu wirken. Ansonsten hält sich die Gestaltung des Interieurs in dezentem Schwarz zurück. Wobei bei unserem Testfahrzeug die Kunststoffoberfläche des Armaturenbrettes fast schon ein wenig zu viel glänzte. Ob dies jedoch an der liebevollen Aufbereitung lag oder dies allen Vitara eigen ist, entzieht sich unserer Kenntnis.

Sportliche Alupedale und silberne Akzente bei Lenkrad und Schaltkulisse heben die Wertigkeit. Die mittig platzierte Analoguhr setzt ein Statement zum Wiedererkennungswert. Grundsätzlich kann man über die Verarbeitungsqualität des Suzuki nicht meckern, besonders dann nicht, wenn man den Preis im Hinterkopf hat. Die Bedienelemente sind - sofern man nicht über das Lenkrad ausgewählte Funktionen nützt - gut erreichbar auf die Basics reduziert. Multimedia, Telefon und Navi werden via Touchscreen oder Sprache gesteuert. Dieser zeigt auch das Bild der Rückfahrkamera. Darunter befindet sich die Klimaanlagensteuerung, die keiner großen Erklärung bedarf. Etwas klobig wirken unserer Ansicht nach die beiden Schalter für die Sitzheizungen bei der Ablage vor der Schaltkulisse. Doch so findet man sie selbst wenn es stockdunkle Nacht ist.

Der Sitzkomfort der Vordersitze ist für den Alltagsgebrauch ohne gröbere Offroadambitionen gut. Für bergigeres Terrain fehlt uns ein wenig der Seitenhalt, dennoch ist die Polsterung absolut langstreckentauglich. Mitreisende in der zweiten Reihe profitieren von der SUV-Bauweise in Sachen Kopf- und Kniefreiheit. Mit 375 Litern Stauraum bietet der neue Vitara genügend Platz für alle Eventualitäten, vom spontanen Freizeitvergnügen bis zum Wochenendeinkauf. Wer doch etwas größere Dinge befördert, hat mit umgelegter Rückbank Platz bis zu 710 Litern. Insgesamt nennt der Hersteller 1.120 Liter maximales Fassungsvermögen des Japaners.

Ein neu entwickelter 1,4 Liter-Boosterjet-Benzinmotor, der 140 Pferdestärken auf die Kurbelwelle stemmt, treibt den Vitara S an. Dieser ist exklusiv nur für diese Variante verfügbar. Alle anderen Vitara sind entweder mit 1,6 Diesel oder Benziner gerüstet. Damit wird der Suzuki nicht zum Godzilla der Alpen, aber im Gesamtpaket ist er nicht zu unterschätzen. Die 140 PS leistet das zugegeben etwas raue Aggregat bei 5.500 Umdrehungen. Für den Alltag in der Großstadt ist er mit 220 Nm in einem Drehzahlbereich von 1.500 bis 4.000 Umdrehungen besonders gut gerüstet.

Den Sprint auf 100 km/h erledigt der SUV in 10,2 Sekunden. Der Anschlag der Tachonadel liegt beim Direkteinspritzer exakt bei 200 km/h. Ihren Beitrag zur Agilität leistet die 6-Gang-Automatik, die den Dienst nicht ganz unbemerkt verrichtet und auf die Drehfreudigkeit ihres angetrauten Motors setzt. Interessant wäre hier im Vergleich das Doppelkupplungsgetriebe, das beim Selbstzünder verbaut wird.

Bei den Verbrauchswerten liegt der Durchschnitt des S auf einer Ebene mit dem 1,6 Liter-Benziner mit 5,5 Liter. Verglichen mit dem S ohne Automatik ist das nur ein Zehntel mehr. Bei unseren Testfahrten in Stadt und Überland bewegte sich der Spritverbrauch um 7,2 Liter. In Anbetracht seiner SUV-Bauweise, der Leistung und des Automatikgetriebes finden wir diesen Wert in Ordnung. Nicht zu unterschätzen ist der Beitrag des Allradsystems, denn wer einen Vitara S kauft, entscheidet sich unwillkürlich für den von Suzuki speziell entwickelten "Allgrip"-Allradantrieb. Dieser wirkt sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch aus und passt sich automatisch an die vorherrschenden Fahrbahnverhältnisse an.

Ein Fahrmodusschalter bietet die Möglichkeit, zwischen rutschigem Untergrund "Snow" und "Sport" für zügigere Schaltmanöver der Automatik zu wählen. Wird es geländemäßig zu heikel, kann man das Differenzial mittels "Lock"-Taster einfach sperren.

Dank seiner recht präzisen Lenkung kann man den Vitara S nicht nur durch den Großstadtdschungel, sondern auch über Forststraßen steuern. Parksensoren vorne wie hinten helfen mit, die Karosserie heil zu halten. Für Freunde der hochbeinigen SUV´s ist der neue Vitara S sicherlich ein heißer Tipp, da er eine anständige Leistung mit entsprechendem Verbrauch und großzügigem Komfort zu einem guten Preis bietet. Dabei kann er sich sowohl in der Stadt, als auch auf unwegsamem Gelände sehen lassen.

Was uns gefällt:

Preis-Leistung, S-Optikpaket, Allradantrieb

Was uns nicht gefällt:

Türen brauchen eine starke Hand, rauer Motor

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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