Tesla Model S 85D und P85D - Testbericht

Das Tesla Model S ist jetzt auch mit Allradantrieb und bis zu 700 PS erhältlich. Wir haben die beiden Topmodelle im Test verglichen.

Die junge amerikanische Automarke Tesla wird auch bei uns immer beliebter. In den ersten vier Monaten des Jahres konnte der Absatz des Model S mehr als verdoppelt werden, und es wurden mehr Tesla Model S als BMW 7er, Porsche Panamera und Audi A8 zusammen verkauft. Trotz einiger Jahre Bauzeit wirkt das Tesla Model S noch immer besonders attraktiv und zieht die Blicke der Passanten magisch an. Tesla setzt auch alles daran, dass die Modellreihe immer besser wird, wie wir jetzt in einem Test mit den beiden neuen Topmodellen feststellen konnten.

Bei unserem ersten Test mit dem Tesla Model S haben wir noch die fehlenden Assistenzsysteme kritisiert, jetzt gibt es schon alle derzeit aktuellen Fahrhilfen für die elektrisch betriebene Luxuslimousine, bis hin zum adaptiven Tempomat mit Spurfolgeautomatik. Zum Test begrüßt haben wir die neuen Allradmodelle 85D mit 428 PS und P85D mit beeindruckenden 700 PS Leistung. Die Performance-Version wirkt noch eine Spur dynamischer, was aber auch dem optionalen Carbon-Spoiler und der roten Lackierung zu verdanken war.

Auch im Innenraum gibt es kleine Abweichungen, so ist die Armaturenlandschaft beim Performance-Modell mit Alcantara bezogen, und es gibt wirklich sehr bequeme Sportsitze. Die Standardsitze im 85D könnten nämlich durchaus mehr Seitenhalt vertragen, der bei den Sportsitzen optimal gegeben ist.

Preislich startet das Model S 85D bei 96.100 Euro, das Model S P85D bei 112.100 Euro. Der im Verhältnis zur sehr guten Ausstattung und Fahrzeugklasse akzeptable Preis ist möglich, da keine NoVA fällig ist. Und auch die motorbezogene Versicherungssteuer spart sich der Tesla-Kunde, zumindest noch so lange, bis auch hier die Politiker auf neue Ideen kommen.

Optional hatten beide Fahrzeuge noch das Premium-Interieur, Luftfederung, den Autopiloten und das Kaltwetterpaket. Der P85D hatte zudem noch den Carbon-Heckspoiler und die Executive-Sitze im Fond mit an Bord. Der Gesamtpreis liegt beim 85D bei 105.750 Euro, beim P85D bei 127.900 Euro.

Um diesen Preis verwöhnt das Model S dafür wie sonst kein anderes Auto. Tesla hat wirklich alles so konzipiert, dass man keinen Handgriff zu viel tun muss. Nähert man sich dem Fahrzeug, fahren die Türgriffe automatisch aus, und man kann einsteigen. Wer losfahren möchte, muss einfach nur auf die Bremse steigen und den Automatikwählhebel in die gewünschte Fahrposition bringen, schon kann es losgehen. Es gibt weder einen Start-Knopf, noch einen Lichtschalter.

Neben dem Automatikwählhebel gibt es nur noch den Blinker mit Scheibenwischerfunktion sowie den Tempomat-Hebel, die man alle aus Mercedes-Modellen kennt. Lediglich für die Warnblinkanlage und zum Öffnen des Handschuhfachs sind noch Knöpfe neben dem fabelhaften 17"-Touchscreen untergebracht. Sonst wird alles einzig und alleine über den großen Monitor bedient - vom Licht, über das Navi bis hin zum Schiebedach kann alles über das Touchscreen gesteuert werden. Die Bedienung ist dabei kinderleicht und auch für Technik-Verweigerer absolut intuitiv. Man findet sich sofort zurecht, auch wenn es natürlich viele Menüs und Untermenüs gibt.

Die Darstellung ist immer einwandfrei, und selbst bei starker Sonneneinstrahlung ist alles perfekt abzulesen. Man kann sich die Inhalte, die angezeigt werden sollen, individuell konfigurieren, ganz wie man es möchte. Auch die komplett digitale Tachoeinheit ist sehr übersichtlich gestaltet und bietet die Möglichkeit für eine individualisierte Darstellung. Es gibt derzeit wirklich kein Fahrzeug auf dem Markt, bei dem so viele Funktionen so einfach und intuitiv zu bedienen sind.

Zudem verwöhnt das Model S mit vorzüglichen Platzverhältnissen und einem sehr großen Kofferraum, der durch Umklappen der Sitze auf fast 1.800 Liter Fassungsvermögen kommt. Hinzu kommt ein weiterer kleiner Kofferraum unter der Fronthaube. Tesla zeigt mit dem Model S sehr eindrucksvoll, dass auch eine coupéartige Linienführung und viel Platz gut kombinierbar sind.

Das Beste am Model S ist aber der gebotene Fahrspaß. Schon der 85D mit seinen 428 PS überzeugt mit Fahrleistungen, die man sonst nur bei Sportautos findet. In nur 4,6 Sekunden sprintet man von 0 auf 100 km/h, der 700 PS starke P85D erledigt die gleiche Aufgabe sogar in 3,3 Sekunden. Dabei hat man das gleiche Feeling wie beim Start eines Düsenjets - man wird in die Sitze gepresst und hat das Gefühl, gleich abzuheben, nur dass es im Tesla viel leiser bleibt. Das Lauteste ist die Klimaanlage, selbst bei hohem Autobahntempo dringen nur geringfügige Abrollgeräusche in den Innenraum.

Noch beeindruckender als die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h ist es, wenn man während der Fahrt beschleunigen möchte. Drückt man das Gaspedal, welches eigentlich Strompedal heißen sollte, bis zum Bodenblech durch, sprintet man von 50 auf 100 km/h schneller als die meisten Motorräder, es schaffen. Aber auch Überholmanöver werden zum Kinderspiel und sind in kürzester Zeit absolvierbar.

Dank dem Allradantrieb, der durch Front- und Heckmotor ermöglicht wird, kommt die Kraft auch immer perfekt auf die Straße. Bei voller Beschleunigung haben die elektronischen Helfer natürlich dennoch viel zu tun. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beiden Versionen bei 250 km/h. Fahrwerk und Federung sind ganz auf Komfort getrimmt, wobei der P85D etwas straffer wirkt. Durch den niedrigen Schwerpunkt klebt das Model S aber dennoch förmlich auf der Straße.

Das Performance-Modell  wirkt dabei natürlich zu jeder Zeit nochmals flotter als der 85D. Dennoch reicht auch der 85D vollkommen aus, der Vorteil des Schwächeren ist die etwas längere Distanz, bis wieder eine Steckdose aufgesucht werden muss. Die Ladedauer variiert je nach Anschlussmöglichkeit und reicht von einer knappen Stunde beim Super-Charger bis hin zu über 24 Stunden an einer normalen Haushaltssteckdose. Eine volle Akku-Ladung reicht beim 85D sicher 350 Kilometer, beim P85D immer noch locker 300 Kilometer, wenn man bei beiden Modellen auch die Leistung ab und zu genießen möchte.

Das Tesla Model S ist sicher eines der beeindruckendsten Fahrzeuge, die man derzeit kaufen kann. Man hat die Optik eines Coupés, den Fahrspaß eines Supersportwagens und den Platz eines riesigen Kombis. Hinzu kommt die einfache Bedienung und dass alles so konzipiert wurde, dass es den Fahrer möglichst entlastet. Wer zum Beispiel zweimal die Luftfederung bei der Einfahrt in seine Garage auf die höchste Position gebracht hat, kann davon ausgehen, dass sich das Fahrzeug beim dritten Mal schon automatisch anhebt, wenn man sich der Garage nähert.

Das gute Preis/Leistungsverhältnis und der Fahrkomfort sprechen ebenfalls für den rein elektrisch betriebenen Tesla. Die Wahl zwischen 85D und P85D fällt jedoch schwer. Wer sich den P85D leisten kann, sollte diesen unbedingt nehmen, wenn man die rund 20.000 Euro lieber anders investieren möchte, wird man mit dem 85D aber auf jeden Fall auch sehr glücklich sein.

Was uns gefällt:

das Design, die Fahrleistungen, die Ausstattung, das Platzangebot, der 17"-Touchscreen, der Komfort etc. etc. ....

Was uns nicht gefällt:

Dass der Tesla nicht mehr in unserer Garage steht

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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