Toyota C-HR Testbericht

Mit dem C-HR hat Toyota einen überaus dynamischen Vertreter seiner Klasse im Programm, der in unserem Test zeigt, wo die Vorteile des Hybrid-Antriebs liegen.

Als Toyota das C-HR Concept präsentiert hat, haben wohl nur die Wenigsten daran geglaubt, dass das Design am Weg in die Serie weitgehend beibehalten wird. Doch Toyota hat es gemacht und mit dem C-HR einen dynamischen kompakten SUV auf die Räder gestellt, der von jeder Seite aus betrachtet sehr sportlich wirkt. Mit dem SUV-Coupé bietet Toyota zudem als einziger Vertreter in diesem Segment einen Hybridantrieb an. Zwar muss man dann auf einen Allradantrieb verzichten, Toyota verspricht dafür extreme Sparsamkeit.

Für unseren Test haben wir den Hybrid-C-HR in der Topausstattungslinie "C-HIC" gewählt. Der Witz mit dem C plus Bindestrich bei der Namensgebung dürfte aber wohl nur Marketingmenschen beglücken, denn spricht man sie aus wie man sie schreibt, hört sich die Ausstattungslinie ja eher nach Schluckauf an. Atemnot bekommt man dabei eher, wenn man die ganze Liste der serienmäßigen Ausstattung aufzählt. Im Grundpreis von 29.800 Euro sind nämlich schon jede Menge Goodies enthalten.

Unter anderem gibt es 18"-Leichtmetallfelgen, das 8"-Toyota Touch 2 Multimedia-Audio-System, das Toyota Safety Sense, das intelligente Einparksystem SIPA, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, Einparkhilfe vorne und hinten, Teillleder-Sitzbezüge und noch vieles mehr.

Optional erfreute unser Testwagen noch mit Metallic-Lackierung, dem Navigationssystem Toyota Touch 2 & Go+, dem Tech Pack inkl. LED-Scheinwerfern und dem Sound-Paket mit JBL-Soundsystem. Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 33.520 Euro, was zwar kein Schnäppchen darstellt, aber durchaus fair kalkuliert ist, wenn man ihn mit der Konkurrenz vergleicht.

Der Innenraum des C-HR zeigt sich ebenso modern wie das Außendesign und besticht mit einer edlen Materialanmutung. Man fühlt sich auf Anhieb wohl, und den Designern ist es auch gelungen, alle wichtigen Informationen inkl. dem 8"-Touchscreen und der Klimasteuerung gut im Sichtfeld des Fahrers unterzubringen. Der Touchscreen verfügt auch über eine sehr schöne Darstellung, was den optischen Reiz des Innenraums nochmals deutlich steigert.

Man findet sich auch schnell zurecht und hat zudem viel Platz für Ablagen in der Mittelkonsole. Das griffige Lenkrad gefällt dabei ebenso wie die große Mittelarmlehne und die überaus bequemen Sitze. Fahrer und Beifahrer können sich über viel Platz freuen, in der zweiten Reihe wird es durch die coupéartige Linienführung aber für groß Gewachsene etwas enger. Das Kofferraumvolumen ist mit 377 Litern Fassungsvermögen im Schnitt der Klasse und zeigte sich bei unserem Test als durchaus ausreichend für große Einkäufe und kurze Reisen.

Einen guten Mix aus Spritzigkeit und Sparsamkeit verspricht der Hybridantrieb des Toyota C-HR. Bei diesem arbeiten ein 1,8 Liter-Benziner mit 99 PS (72 kW) und ein Elektromotor mit 72 PS (53 kW) gemeinsam. Die Systemleistung liegt bei 122 PS (90 kW). Der Benzinmotor liefert bei 3.600 U/Min. ein maximales Drehmoment von 142 Nm, während der E-Motor seine 163 Nm Drehmoment vom Stand aus bereit hält. Damit verfügt der Toyota C-HR schon vom Start weg über viel Kraft, was sich vor allem beim Sprint in der Stadt bewährt.

Der große Nachteil für jene, die gerne so sportlich unterwegs sein möchten, wie der C-HR aussieht, ist das CVT-Getriebe. Das stufenlose Getriebe ist im Stadtbetrieb und bei sanfter Beschleunigung ja durchaus angenehm, da die Schaltvorgänge wegfallen. Wer jedoch die volle Leistung abrufen möchte um in 11,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu sprinten, wird mit einem überaus dröhnenden Motor bestraft. Die Energieanzeige, die statt dem Drehzahlmesser im Armaturenbrett zu finden ist, verharrt dann still auf hohem Niveau, bis man das gewünschte Tempo erreicht hat. Vor allem Überholvorgänge werden dadurch akustisch recht nervig, wenngleich der C-HR durchaus flott unterwegs ist.

Auch Fahrwerk und Federung passen zum sportlichen Charakter des Fahrzeugs, und dank dem niedrigen Schwerpunkt liegt der C-HR auch perfekt auf der Straße. Dennoch bietet er genug Komfort, dass man auch weite Strecke gerne absolviert. Der Hybridantrieb arbeitet dabei wirklich hervorragend, und man ist überraschend sparsam mit dem SUV-Coupé unterwegs.

Die vom Werk angegebenen 3,9 Liter Verbrauch pro 100 Kilometer sind in wirklich greifbarer Nähe und garantiert erreichbar, wenn man nicht auf die Autobahn muss oder es überaus bedächtig angeht. Wir haben bei unserer Testrunde natürlich auch eine Autobahnetappe dabei gehabt und sind auch vor Überholvorgängen auf der Landstraße nicht zurück geschreckt. Nach unserer Testrunde ergab sich ein wirklich hervorragender Verbrauch von nur 4,4 Litern, der sich auch bis zum Testende nicht mehr erhöht hat - trotz eher sportlicher Gangart.

Wer möchte, kann im C-HR auch ein paar Kilometer rein elektrisch zurück legen, damit wird die Fahrt zum Supermarkt ums Eck besonders umweltfreundlich absolviert. Überhaupt ist man recht oft im Elektro-Modus unterwegs, wodurch eben der Verbrauch auf einem wirklich sehr sparsamen Niveau bleibt.

Ebenfalls von einer positiven Seite zeigt sich der C-HR bei der Sicherheitsausstattung, so gibt es einen Spurwechselwarner, ein automatisches Einparksystem, ein Pre-Collision System und einen adaptiven Tempomat, der jedoch erst ab etwa 50 km/h arbeitet, einem dafür aber auf der Autobahn oder Landstraße die Arbeit erleichtert.

Mit dem C-HR hat Toyota einen wirklich interessanten Vertreter in einem heiß umkämpften Segment auf den Markt gebracht. Er kann dabei vor allem mit seinem Design, der umfangreichen Ausstattung und der wirklich hervorragenden Sparsamkeit Punkte sammeln.

Was uns gefällt:

das Design, die Ausstattung, der Fahrkomfort, die Sparsamkeit, der Touchscreen, die Straßenlage

Was uns nicht gefällt:

das CVT-Getriebe

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 2-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2-

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