Toyota GT86 - Testbericht

Mit dem GT86 hat Toyota seit rund einem Jahr wieder ein erschwingliches Sportcoupé im Programm. Wir haben den Spaßmacher zum Test geladen.

Bei Toyota haben Sportcoupés eine lange Tradition, bereits 1970 kam mit der ersten Celica-Generation ein bezahlbares Sportcoupé auf den Markt, welches im Laufe seiner sieben Generationen immer knackiger wurde. Als 2005 die Produktion der 7. Celica-Generation eingestellt wurde, war es auch vorläufig mit den sportlichen Toyotas zu Ende, denn auch der kleinere MR2 und der stärkere Supra waren zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr erhältlich.

Erst 2012 hat sich Toyota auch wieder seiner sportlichen Gene erinnert und mit dem neuen GT86 ein neues Sportcoupé auf den Markt gebracht, welches bei Fahrspaß und Leistung alle bisherigen Celica-Generationen in den Schatten stellen soll. Ein 2,0 Liter Boxermotor mit 200 PS (147 kW) sorgt in Kombination mit Heckantrieb und einem sehr niedrigen Fahrzeugschwerpunkt schon am Papier für viel Fahrspaß, die knackige Optik trägt zudem auch optisch dazu bei, dass der GT86 schon im Stand schnell aussieht.

Das Ganze gibt es inklusive einer mehr als reichlichen Serienausstattung um 34.284 Euro. Da sind dann neben ABS, ESP und sieben Airbags auch schon feine Sportsitze, Xenon-Scheinwerfer, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat, ein Radiosystem inkl. 6,1"-Touchscreen, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem und 17"-Leichtmetallfelgen mit an Bord.

Als einziges Extra hatte unser Testfahrzeug noch die Titan-Metallic-Lackierung um 660 Euro an Bord, die den Gesamtpreis auf 34.944 Euro bringt, womit der GT86 ein sehr fairer Deal ist.

So sportlich sich der GT86 von außen gibt, so sportlich geht es auch im Innenraum weiter. Toyota hat sich hier sichtlich bemüht, dass der GT86 trotz günstigem Preis ein Ambiente besitzt, welches dem Fahrer auch im Innenraum die Sportlichkeit des Autos vermittelt. Neben den äußerst bequemen Sportsitzen stechen einem auf Anhieb viele Einlagen in Carbon-Design und die roten Zierelemente ins Auge. Das griffige Sportlederlenkrad und der kurze Schaltstick sind ebenfalls dienliche Zutaten zu einem sportlichen Mix.

Die Mittelkonsole präsentiert sich sehr aufgeräumt und hat auch einige Kippschalter für die Klimasteuerung sowie einen mit Chrom umrandeten Start-Knopf zu bieten. Ebenfalls ganz auf Sportlichkeit getrimmt sind die Armaturen, bei denen der Drehzahlmesser prominent in der Mitte platziert ist und sich farblich vom Rest der Armaturen abhebt. Ein digitaler Tacho ist zur Sicherheit ebenfalls im Drehzahlmesser inkludiert, da die Skala im analogen Tacho recht klein ausgefallen ist.

Fahrer und Beifahrer des 425,5 cm langen Coupés können sich auch über viel Platz freuen. Auch wenn der GT86 für vier Personen zuglassen ist, eignen sich die Rücksitze maximal zum Transport kleiner Kinder auf kurzen Strecken. Das Kofferraumvolumen ist mit 243 Liter Fassungsvermögen ebenfalls eher bescheiden, zwei Trolleys passen aber bequem durch die enge Luke. Zudem ist das Platzangebot auch nicht gerade die Disziplin, an der man ein solches Sportcoupé messen sollte.

Viel wichtiger ist hier der Fahrspaß zu bewerten, den der 2,0 Liter Boxermotor schon mal auf dem Papier verspricht. Der Sprint von 0 auf 100 km/h wird dann auch in 7,6 Sekunden absolviert, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 226 km/h. Auch wenn diese Werte jetzt vielleicht nicht jeden vom Hocker werfen, so bietet der GT86 im Fahrbetrieb jede Menge Freude.

Gleich nach dem Druck auf den Startknopf wird man von einem sonoren Motorsound begrüßt, der einem vermittelt, dass hier 200 Pferde auf freien Auslauf warten.

Das manuelle 6-Gang-Getriebe lässt sich knackig und über kurze Wege schalten, so dass auch in diesem Punkt pures Sportwagen-Feeling vermittelt wird. Die Gänge selbst sind dabei so ausgelegt, dass man sowohl sparsam unterwegs sein kann, als auch sehr dynamisch. So kann man gemütlich im 6. Gang bei 80 km/h über die Tangente gleiten, oder auch den 2. Gang bis zum Knacken der 100 km/h Marke ausdrehen.

Sein maximales Drehmoment von 209 Nm stellt der Motor ohnedies erst zwischen 6.400 und 6.600 U/Min zur Verfügung. Je höher man die Nadel des Drehzahlmessers treibt, umso satter wird auch der Sound. Die perfekte Gewichtsverteilung und der niedrige Schwerpunkt lassen einen dabei das Auto in jeder Situation perfekt spüren.

Auf trockener Fahrbahn sind die Grenzen recht weit ausgelegt, und der GT86 lässt sich leicht zu einem Drift verleiten, vor allem, wenn das ESP ausgeschaltet bzw. in den Sport-Modus geschalten wird. Der Fahrer spürt dabei sofort jeden kleinsten Versuch des Hecks, auszubrechen und kann gemütlich Gegenmaßnahmen einleiten, um den GT86 wieder auf Kurs zu bringen.

Mit großer Vorsicht ist der GT86 aber bei Nässe zu genießen. Hier merkt man sehr gut, wie viel Kraft auf die Hinterachse geleitet wird, und man bringt den Wagen auch mit eingeschaltetem ESP schnell dazu, dass man Sichtkontakt mit seinem eigenen Heck bekommt.

Vor allem ungeübte Fahrer sollten hier vorsichtig sein und das Eigenleben, welches der GT86 bei Nässe gerne ausleben möchte, nicht unterschätzen. Wer seine Fahrweise den Witterungsbedingungen anpasst, wird aber auch dann keine Probleme haben und kann den GT86 als alltagstauglichen Wegbegleiter sehen.

Weite Strecken sind dabei durchaus möglich, auch wenn Fahrwerk und Federung natürlich ganz auf Sportlichkeit getrimmt sind und das Auto dem Fahrer gerne die Versäumnisse der Straßenerhalter mitteilt. Bauartbedingt ist natürlich auch die Übersichtlichkeit nicht gerade die beste, vor allem der Blick nach hinten fällt durch die kleinen Fensterflächen schwer.

Überrascht hat uns der Verbrauch des GT86. Die vom Werk angegebenen 7,8 Liter sind bei gedämpftem Gasfuß durchaus erreichbar, in unserem Test hat sich der GT86 mit rund 8,2 Liter begnügt, wobei wir hier den Drehzahlmesser durchaus öfters in Richtung roter Bereich marschieren haben lassen, um den Fahrspaß zu genießen.

Mit dem GT86 hat Toyota auf jeden Fall ein sehr interessantes Sportcoupé auf die Räder gestellt. Er bietet nicht nur eine sportliche Optik innen wie außen, er ist auch ein Sportler durch und durch. Der Motor bietet nicht nur viel Fahrspaß, sondern auch einen herrlichen Sound und ist dabei noch recht sparsam. Das Schöne ist, dass der GT86 dabei trotz sehr guter Ausstattung bezahlbar geblieben ist und somit ein mehr als würdiger Nachfolger der Celica ist.

Was uns gefällt:

das Preis/Leistungsverhältnis, der Fahrspaß den der GT86 bietet, die Kraftentfaltung des Motors, das knackige Getriebe

Was uns nicht gefällt:

die Übersichtlichkeit, die Giftigkeit bei Nässe

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 5
Kofferraum: 4
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 3

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