Neuer Toyota Prius Hybrid - Testbericht

Die vierte Generation des Prius präsentiert sich futuristisch wie noch nie. In unserem Test klären wir, was sich technisch so getan hat.

Der Toyota Prius ist der Pionier der Hybridautos und dieses Jahr bereits in seine vierte Generation gestartet. Bislang konnte der Prius ganz ohne Konkurrenz leben, mit dem neuen Hyundai IONIQ kommt jetzt aber erstmals Leben in den Hybrid-Markt, und der neue Prius wird sich stärker beweisen müssen. Das Design ist dabei noch futuristischer als bisher ausgefallen und wirkt schon recht zerklüftet. Ob es gefällt oder nicht, muss jeder für sich entscheiden, aber jedenfalls im Auge behalten: Man sollte nicht nur auf die Optik achten, auf die inneren Werte kommt es an! Und hier verspricht Toyota auch eine Menge, was Verbrauch, Fahrkomfort und Sicherheit anbelangt.

Für unseren Test haben wir das Topmodell der Baureihe gewählt, für das 31.140 Euro an den Händler des Vertrauens zu überweisen sind. Im Preis enthalten sind dann schon 17"-Alufelgen, das Multimedia-System Toyota Touch 2 mit 7"-Touchscreen und Rückfahrkamera, ein Keyless-System, ein Head-up-Display, Sitzheizung vorne, ein Totwinkelwarner, ein Rückraumassistent, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Bi-LED-Scheinwerfer sowie das Toyota Safety-Sense mit adaptivem Tempomat, Pre-Collision System mit Fußgängererkennung, Spurwechselwarner, Müdigkeitswarner und Verkehrszeichenerkennung.

Optional hatten wir noch die "emotionalrot" Lackierung und das VIP-Paket mit Ledersitzen, einem wunderbaren JBL-Soundsystem, Navi, Einparksystem inkl. Einparkwarner, induktiver Handylademöglichkeit und Regensensor an Bord. Der Gesamtpreis klettert damit auf 35.460 Euro, der Prius präsentiert sich aber damit auch schon sehr elegant ausgeführt und hat sich den VIP-Status verdient.

Natürlich zeigt sich auch der Innenraum so futuristisch wie die Karosserie, gefällt aber im Vergleich zum Vorgänger mit einer hochwertiger wirkenden Ausführung. Man findet sich auch schnell zurecht, und durch die mittig, weit vorne, platzierten Digitalarmaturen entsteht ein überaus großzügiges Raumgefühl. Sehr schön ist der 7"-Touchscreen, der mit einfacher Bedienung und einer schönen Darstellung überzeugen kann. Darunter befindet sich die Klimasteuerung und unter dieser der kleine Schaltstick für das CVT-Getriebe.

Der Prius bietet auch sehr großzügige Ablagen, sehr gut positioniert ist die große Ablage unter dem Schaltstick, die auch die induktive Lademöglichkeit für das Handy beheimatet. Nicht ganz so glücklich gelöst ist die Position für die Sitzheizung, die Schalter sind sehr versteckt, schon fast im Fußraum, untergebracht. Die Sitzheizung während der Fahrt ein- oder ausschalten ist so fast unmöglich. Beim Platzangebot ist der Prius im Schnitt der Klasse angesiedelt, trotz fließender Linien steht auch im Fond noch genug Kopffreiheit für durchschnittlich große Menschen zur Verfügung. Das Kofferraumvolumen ist mit 343 bis 1.557 Liter eher überschaubar ausgefallen, immerhin ist der neue Prius 454 cm lang.

Ein völlig neues Fahrgefühl und noch mehr Sparsamkeit verspricht Toyota mit der neuen Generation des Hybrid-Antriebs. Der Prius wird aus der Kombination aus 1,8 Liter-4-Zylinder-Benzinmotor mit 98 PS (72 kW) und einem 72 PS (53 kW) starken Elektromotor angetrieben. Die Systemleistung gibt Toyota dabei nur mit 122 PS (90 kW) an. Wie von einem Hybrid-Fahrzeug gewohnt, erfolgt der Start völlig geräuschlos im E-Modus, sofern die Batterien nicht gerade leer sind, oder die Temperaturen zu niedrig. Mit dem kleinen Schaltstick in der Mittelkonsole wählt man die gewünschte Fahrtrichtung, und schon kann es los gehen.

Der Prius fühlt sich dabei sofort sehr kraftvoll an, immerhin liefert der E-Motor 163 Nm Drehmoment vom Start weg. Auffallend gut ist die Geräuschdämmung, es dringen kaum Fahr- oder Motorgeräusche in den Innenraum durch. Sogar die sonst überaus nervige CVT-Automatik ist jetzt im neuen Prius nur noch halb so schlimm wie früher. Zwar nimmt man bei voller Beschleunigung noch immer einen leicht nervigen Brummton war, im Vergleich zum Vorgänger ist dieses Manko aber deutlich kleiner geworden.

So fühlt man sich wirklich sehr wohl im Hybrid-Fahrzeug von Toyota. Wer die volle Leistung abrufen möchte, der sprintet in 10,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 180 km/h schnell. Man hat auch die Möglichkeit, im rein elektrischen Modus wenige Kilometer unterwegs zu sein, so wird der Einkauf der Semmeln beim Bäcker doch auch ohne schlechtes Gewissen mit dem Auto möglich.

Überhaupt ist man sehr oft im E-Modus unterwegs, und der neue Prius zeigt sich sparsamer als bisher. Die vom Werk angegebenen 3,3 Liter pro 100 Kilometer haben wir dennoch deutlich überschritten, im Schnitt sind wir auf 4,4 Liter gekommen, was aber noch immer ein sehr guter Wert ist. Das Überraschende dabei ist, dass der Prius auch bei Autobahntempo nicht durstiger wird, was bislang immer das größte Manko bei Hybrid-Fahrzeugen war.

Der neue Prius eignet sich auch wirklich gut als Reiselimousine. Die Federung ist sehr komfortabel, die Straßenlage durch den niedrigen Schwerpunkt sehr gut. So fühlt man sich sowohl in der Stadt, als auch Überland sehr gut aufgehoben. Vor allem, da der neue Prius auch beim Thema Sicherheit einiges mehr zu bieten hat. Er kann mit einer Fülle von Assistenzsystemen aufwarten, die in dieser Klasse noch nicht selbstverständlich sind. So gibt es einen Rückwärtsauspark-Warner, der vor herannahenden Verkehrsteilnehmern warnt, einen Toter-Winkel-Warner, einen Spurverlassenswarner oder auch einen adaptiven Tempomat, der jedoch als einziges System nicht gänzlich überzeugen kann. Leider funktioniert der Tempomat erst ab 45 km/h und ist somit in 30er- und 40er-Zonen nicht verwendbar, wo er aber sehr nützlich wäre.

Die neue Generation des Toyota Prius hat in unserem Test auf jeden Fall gezeigt, dass sich im Vergleich zum Vorgänger wirklich viel getan hat. Der neue Prius bietet viel mehr Komfort, Sicherheit und auch Fahrspaß. Eine sehr gute Geräuschdämmung und eine luxuriöse Ausstattung sprechen ebenfalls für den sparsamen Japaner. Durch die neue Konkurrenz wird es der Prius aber dennoch etwas schwerer haben als bisher, da er durch die luxuriöse Komfort- und Sicherheitsausstattung auch teurer geworden ist.

Was uns gefällt:

Die Ausstattung, die Geräuschdämmung, der Fahrkomfort, der Verbrauch

Was uns nicht gefällt:

Dass der adaptive Tempomat erst ab 45 km/h funktioniert, der versteckte Schalter für die Sitzheizung

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum : 3
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2

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