Toyota Urban Cruiser - Testbericht

Der City-SUV ist eine optische Mischung aus iQ, Verso und RAV4.

Nach iQ, Avensis und Verso bring Toyota mit dem Urban Cruiser die vierte Neuheit innerhalb von vier Monaten auf den Markt. Der japanische Hersteller wagt sich damit zu neuen Ufern. Das 3,93 Meter lange Modell ist ein SUV-Kleinwagen . In dem recht kleinen Segment soll die Baureihe vor allem durch gute Sicherheitsausstattung und effiziente Motoren punkten. Das hat allerdings seinen Preis.

Vom Design her ist der neue Toyota, den die Marketingstrategen als City-SUV bezeichnen, eine Mischung aus iQ, Verso und RAV4 . Die klar gezeichnete Optik mit mehr Kanten als Rundungen dürfte bei kaum einem Geschmack anecken. Solidität geht hier vor Originalität, möglichst optimale Raumausnutzung vor optische Spielereien. Leicht ausgestellte Seitenschweller und Radhäuser sowie abgesetzte Front- und Heckschürzen aus Kunststoff verleihen dem kleinen Toyota einen Hauch Offroad-Charakter .

Das Modellprogramm ist recht übersichtlich gestaltet. Es gibt zwei Motoren und drei Ausstattungslinien . Der 1,33-Liter-Benziner mit 74 kW / 101 PS und der 1,4-Liter-Diesel mit 66 kW / 90 PS bieten annähernd gleiche Fahrleistungen, wobei sich der Selbstzünder naturgemäß durch ein deutlich höheres Drehmoment auszeichnet. Hier stehen 205 Newtonmeter zwischen 1.800 und 2.800 Umdrehungen in der Minute 132 Nm bei 3.800 U/min gegenüber. Der Diesel spurtet fast eine Sekunde schneller von 0 auf 100 km/h. Weiterer Unterschied: Den 1,3-Liter gibt es nur mit Frontantrieb , während der Diesel ausschließlich als Allrad ausgeliefert wird. Zu einem Geländewagen mutiert der Toyota damit aber nicht, denn die Bodenfreiheit ist in beiden Varianten gleich. Die automatische Verteilung der Antriebskräfte um bis zu 50 Prozent auf beide Achsen fällt vor allem unter das Kapitel zusätzlicher Fahrsicherheit. Außerdem greifen Käufer in südlicheren europäischen Gefilden gerne eher zum Vierradantrieb.

Beiden Motorvarianten ist ein 6-Gang-Getriebe sowie eine Schaltpunktanzeige für Kraftstoff sparende Fahrweise gemein. Beim Benziner kommt noch eine Start-Stop-Automatik hinzu, bei der sich der Motor abschaltet, wenn bei Stand im Leerlauf der Fuß von der Kupplung genommen wird. Stolz sind die Ingenieure darauf, bei ihrem System erstmals den Anlasser über Freilauf direkt mit der Schwungscheibe gekoppelt zu haben, um besonders schnelles und leises Wiederstarten zu ermöglichen. Der Diesel kommt auch ohne automatische Motorabschaltung an der Ampel mit 130 Gramm CO2 je Kilometer auf den niedrigsten Kohlendioxidausstoß eines Allrad-Pkw überhaupt.

Mit beiden Aggregaten ist der Urban Cruiser ausreichend flott unterwegs. Der angenehm hohe Schalthebel arbeitet präzise und erfreut mit kurzen Wegen. Der Benziner lässt sich spritzig fahren , erfordert dann aber ein wenig Schaltarbeit, was den Verbrauch etwas in die Höhe treiben dürfte. Der Diesel hingegen bietet auch im sechsten Gang noch spürbaren Durchzug . Durch die relativ hohe Sitzposition behalten Fahrer und Passagiere stets den Überblick bei gutem Seitenhalt. Knie- und Kopffreiheit sind auch im Fond nicht zu knapp bemessen. Das Fahrwerk ist komfortabel und bügelt im Großstadtdschungel auch Kopfsteinpflaster angenehm glatt.

Mit mehr als 300 Litern ist das Kofferraumvolumen ausreichend . Die Kofferraumklappe schwingt erfreulich weit nach oben auf und erleichtert so das Beladen. Die Ladekante ist allerdings recht hoch. Nach dem Umklappen der geteilten (und beim Benziner auch verschiebbaren) Rücksitzbank stört leider eine gut zehn Zentimeter hohe Stufe.

Im Cockpit sticht das ungewöhnliche Rundinstrument hervor, das zu drei Viertel vom Tachometer bestimmt wird, während das untere rechte Viertel den Drehzahlmesser beheimatet. Die Zahlen der Geschwindigkeitsskala stehen dabei im niedrigen und mittleren Bereich beinahe auf dem Kopf bzw. seitlich gekippt. Zwei Cupholder in der Mittelkonsole und ein weiterer ausklappbarer für den Beifahrer rechts im Armaturenbrett, ein doppeltes Handschuhfach , Flaschenhalter in allen vier Türen und ein ausklappbares Fach auf der Fahrerseite sowie weitere Ablagemöglichkeiten bieten jede Menge Platz.

Serienmäßig verfügt bereits die Basisversion, die ausschließlich als Benziner lieferbar ist, über sieben Airbags , CD/MP3-System mit sechs Lautsprechern und einen höhenverstellbaren Fahrersitz sowie ein elektronisches Stabilitätsprogramm mit Traktionskontrolle . Auch elektrisch beheizbare Außenspiegel gehören zum Lieferumfang.

In der höheren Ausstattungslinie kommen unter anderem Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad mit Audio-Tasten , eine manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterheber auch hinten und ein Aux-Eingang sowie eine Bluetooth-Schnittstelle hinzu. Topversionen bieten unter anderem Klimaautomatik, abgedunkelte Scheiben , elektrisch anklappbare Außenspiegel, einen automatisch abblendenden Innenspiegel sowie einen schlüssellosen Zugang mit Start-Knopf .

auto-reporter

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