Testbericht: Toyota Yaris Hybrid GR-S

Der Toyota Yaris Hybrid ist jetzt auch in der sportlichen Ausstattungslinie GR-S erhältlich. Wir verraten im folgenden Testbericht, ob Sportlichkeit und Sparsamkeit kombinierbar sind.

Seit 2010 ist die dritte Generation des Toyota Yaris erhältlich, im Jahr 2017 hat man ihr ein großes Facelift spendiert. Jetzt gibt es mit der sportlichen Ausstattungslinie GR-S wieder frischen Wind im angegrauten Kleinwagen von Toyota. Der sportliche Look steht dem Yaris auf jeden Fall sehr gut, vor allem das Heck wirkt im GR-S deutlich sportlicher als bei den anderen Modellen, aber auch die Front kann mit ihren Änderungen überzeugen. Ein weiteres Highlight sind die schwarzen 17"-Leichtmetallfelgen und ein Dachspoiler, die für einen wirklich dynamischen Look sorgen.

Die sportliche Ausstattungslinie bleibt dabei dem Hybrid-Modell vorbehalten, der Listenpreis dafür liegt bei 22.390 Euro. Für ein Auto dieser Klasse ist das nicht unbedingt ein Schnäppchen, die Ausstattung zeigt sich aber auf einem gehobenen Niveau. So gibt es unter anderem neben den bereits erwähnten optischen Änderungen auch noch ein Sportfahrwerk, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, das Toyota Safety Sense-System, abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule, Tempomat, GR-S Sportsitze vorne, das 7" Toyota Touch 2 Multimedia-System und eine Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer. Optional hatten wir noch eine Metallic-Lackierung und ein Navigationssystem mit an Bord, was den Gesamtpreis auf 23.662 Euro erhöht.

Auch wenn der Toyota Yaris schon in die Jahre gekommen ist, so zeigt sich der Innenraum noch immer am Puls der Zeit. Das Cockpit wirkt dabei ebenso modern wie das Infotainmentsystem, hier muss sich der Yaris vor seinen teilweise ganz neuen Mitbewerbern auf keinen Fall verstecken. Der sportliche Touch im Innenraum passt zudem sehr gut zu dem Kleinwagen, vor allem die bequemen Sportsitze und das griffige Lederlenkrad mit GR-Logo stechen sofort ins Auge.

Beim Lenkrad würden sich groß Gewachsene lediglich über einen größeren Verstellbereich freuen, der Spielraum bei der Längsverstellung ist nämlich nicht gerade sehr groß. Pluspunkte sammelt der Yaris wieder bei der einfachen Bedienung aller Funktionen und für seine 2-Zonen-Klimaautomatik, die in dieser Fahrzeugklasse keine Selbstverständlichkeit ist.

Auch das Platzangebot ist für einen Kleinwagen sehr großzügig ausgefallen, selbst große Passagiere können kurze Strecken im Fond ganz ohne Platzangst bewältigen. Das Kofferraumvolumen ist mit einem Fassungsvermögen von 286 Litern ebenfalls im Schnitt der Klasse zu finden und für ein Auto mit nur 394,5 cm Länge ordentlich dimensioniert. Im Innenraum kann der Toyota Yaris GR-S also auf jeden Fall überzeugen, bleibt noch die Frage zu klären, ob der Hybrid-Antrieb und die sportliche Optik auch gut harmonieren.

Angetrieben wird der Yaris GR-S Hybrid von der Kombination aus 1,5 Liter-4-Zylinder-Verbrennungsmotor und einem Elektromotor. Die Leistung des Benziners liegt bei 73 PS (54 kW), jene des Elektromotors bei 61 PS (45 kW). Die Systemleistung gibt Toyota mit 100 PS (74 k) an, was ein durchaus realistischer Wert ist. Das maximale Drehmoment von 111 Nm liefert der Benzinmotor zwischen 3.600 und 4.400 U/Min. Der Elektromotor liefert zudem 169 Nm Drehmoment.

In der Praxis geht diese Kraft aber leider irgendwo verloren. Vom Start weg ist der Yaris zwar wirklich noch sehr spritzig, bleibt man aber am Gas, wird es nicht nur sehr laut, man hat auch das Gefühl, dass die Leistung irgendwo am Weg zwischen Gaspedal und Straße verloren geht. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der Yaris 11,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 165 km/h.

Auch der Zwischensprint ist nicht so ganz die Sache des Hybrid-Fahrzeugs, Überholmanöver sollten genau geplant werden. Durch die CVT-Automatik der alten Schule fühlen sich Beschleunigungsmanöver nämlich auch recht zäh an, was eventuell auch an der Geräuschkulisse liegen mag. Der Motor verweilt bei voller Beschleunigung nämlich auf höchstem Drehzahlniveau, was akustisch nicht gerade ein Ohrenschmaus ist. Bei diesem Punkt merkt man dem Yaris dann doch sein Alter an, die neuen Toyota-Modelle wie der Corolla oder auch der CH-R haben schon eine deutlich harmonischere CVT-Automatik an Bord.

Gut steht dem kleinen Yaris hingegen das Sportfahrwerk, mit dem er einen wirklich guten Kontakt zur Fahrbahn vermittelt, auch in flott gefahrenen Kurven. Dennoch bleibt er auch für längere Etappen komfortabel genug. Selbst die Lenkung ist uns im Test eine Spur direkter als noch bei unserem letzten Testbericht mit einem Yaris vorgekommen, womit man auf kurvigen Straßen und in der Stadt durchaus viel Spaß haben kann.

Trotz sportlicher Optik und Abstimmung ist der Yaris aber eher für‘s gemütliche Dahingleiten gedacht. Wer den Yaris mit Bedacht bewegt, erlebt einen durchaus angenehmen Kleinwagen, der mit viel Komfort aufwarten kann. Geduldige Fahrer könnten es auch schaffen, an den vom Werk angegebenen Verbrauch von 3,8 Litern pro 100 Kilometer zu kommen, vor allem wenn man viel in der Stadt unterwegs ist.

Genau dort spielt nämlich der Motor seine ganzen Trümpfe aus, und man ist wirklich sehr oft im reinen Elektro-Modus unterwegs. Wir haben den Yaris bei unserem Test nicht geschont und sind auch flotte Autobahnetappen und kurvige, hügelige Straßen gefahren, wie wir es mit jedem Testfahrzeug für die Verbrauchsermittlung tun. Wer also beim Auffahren auf die Autobahn so schnell wie möglich 130 km/h erreichen möchte und auch mal das Gaspedal beim Überholen bis zum Bodenblech durchtritt, der sollte mit einem Verbrauch von rund 5,5 Litern rechnen. Damit ist der Yaris noch immer recht sparsam, aber auf keinen Fall ein Verbrauchswunder. So hat der neue Toyota Corolla TS Hybrid trotz 180 PS auf gleicher Verbrauchstrecke nur 5,2 Liter benötigt - bei mehr Fahrspaß.

Versöhnlich zeigt sich der Yaris wieder bei der Sicherheitsausstattung, die ein Kollisionswarnsystem, einen Pre-Crash-Bremsassistenten, ein autonomes Notfall-Bremssystem, einen Spurwechselwarner und ein automatisches Fernlicht enthält.

Fazit: Der Toyota Yaris Hybrid GR-S macht optisch auf jeden Fall einiges her. Die Sportlichkeit, die Innen- wie Außenoptik versprechen, kann er allerdings nicht halten. Er ist eher zum gemütlichen Dahingleiten gemacht und zeigt bei behutsamer Fahrt seine ganzen Vorzüge.

Was uns gefällt:

Die Optik, die Sportsitze, das Sportlenkrad, die Straßenlage, das Platzangebot

Was uns nicht gefällt:

Das CVT-Getriebe, die etwas zurückhaltende Leistungsentfaltung

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 4
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1