Der neue Toyota Yaris Hybrid im Test

Während gerade breit über Dieselfahrzeuge diskutiert wird, rollt der neue Toyota Yaris Hybrid in unseren Testfuhrpark. Womit er uns überzeugt hat, lesen Sie hier.

Verbrennungsmotor, oder doch Elektro, - oder beides? Der kleine Toyota rollt auch in der Neuauflage mit einer Mischung aus beiden Welten auf unsere Straßen. Der Preis für den Toyota Yaris Hybrid in der Style-Ausstattung beginnt bei 21.890 Euro. In Verbindung mit der Metallic-Lackierung und dem Toyota Touch 2 & GO Navigationssystem steigt der Anschaffungspreis unseres Testfahrzeugs auf 23.030 Euro. Wobei es bis Ende 2017 einen Aktionspreis von 20.230 Euro dafür gibt. Wer eine marderkauresistente Shark Fin - Antenne haben möchte, muss nur noch 60,76 Euro drauflegen.

Der Yaris sieht außen wie innen frisch, sportlich und jugendlich ansprechend aus. Besonders das Blau steht ihm perfekt. Nebula blau Metallic heißt die Lackierung außen, das Dach mit Dachspoiler in Onyx Schwarz abgesetzt. Dazu passen die schwarz lackierten 16-Zoll-Leichtmetallfelgen genauso wie der schwarz glänzende Kühlergrill im Bienenwabendesign. Die auffällige Farbkombination spiegelt sich auch im Innenraum wider.

Das Lederlenkrad, der Lederschaltknauf sowie die anthrazitfarbenen Sitzbezüge besitzen blaue Ziernähte. Applikationen am Armaturenbrett und in den Türverkleidungen wurden ebenfalls in dieser Akzentfarbe gestaltet. Den Kontrast erhält man durch das schwarze Interieur einschließlich ebenso eingefärbtem Dachhimmel.

Nimmt man im Yaris Platz, fühlt man sich sehr rasch wohl. Lässt man den Blick durch das Interieur schweifen, sticht das Armaturenbrett mit dem großen Touchscreen sofort ins Auge. Etwas tiefer versetzt sind die mittleren Ausströmer, die einen eigenen Bereich andeuten. Die Softtouch-Oberflächen greifen sich nicht nur gut an, sie wurden auch sauber verarbeitet. Unter dem Multimediadisplay befindet sich die Steuerung der Zwei-Zonen-Klima. Assistenzsysteme, bei Toyota "Safety Sense" genannt, sind bereits ab der Grundausstattung des Yaris mit an Bord. Dazu gehören Kollisionswarner, Pre-Crash-Bremsassistent, autonomes Notfall-Bremssystem, Spurwechselwarner, automatisches Fernlicht und Verkehrsschild-Erkennung.

Letztere, ab Active verfügbar, erkennt Geschwindigkeits- angaben leider auch auf LKW-Anhängern. Somit ist - wie bei anderen Herstellern ebenfalls - kein vollständiger Verlass darauf. Einige dieser Systeme lassen sich durch Taster seitlich unten beim Fußraum abschalten. Der kompakte Japaner besitzt darüber hinaus auch eine Fahrzeugstabilitätskontrolle, Berganfahrhilfe, Antriebsschlupfregelung und einen Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer.

Die Ablagen des Yaris fallen nicht zu üppig aus, man bringt aber alles für den Alltag gut unter. Besonders über ein gekühltes Handschuhfach kann man sich bei der Style-Ausstattung freuen. Eine Fußraumbeleuchtung erleichtert das Kramen in Handtaschen bei Dunkelheit. Die Steuerung der Audioanlage erfolgt entweder über das Display selbst oder über das Lenkrad. Sprachsteuerung gibt es keine, dafür erreicht man die Bedienelemente dank ihrer Größe problemlos. Den Bordcomputer, der zentral im Armaturenbrett zwischen Tachometer und "Drehzahlmesser" alle wichtigen Infos über Verbrauch und Ladeprozesse des Hybridantriebs widergibt, bedient man ebenfalls über das Lenkrad. Der Drehzahlmesser zeigt beim Yaris Hybrid nur die Bereiche "Charge", "ECO" und "Power" an. Da wir ein e-CVT-Getriebe haben, sind ausführlichere Anzeigen nicht nötig.

Trotz der kompakten Abmessungen wird es im Innenraum des Japaners nicht eng. Vorne ist genug Platz. Seine Sitze bieten einerseits einen angenehmen Komfort dank verstellbarer Höhe und Neigung, andererseits sind sie angenehm und nicht zu fest gepolstert. Der Seitenhalt reicht für den Alltagsbetrieb aus. Rutscht man mit dem Fahrersitz weit nach hinten, wird der Fußraum dahinter natürlich schmäler. Die gerade Sitzbank bietet Platz für drei Personen, bei einer Gesamtbreite von 1,70 m kann man sich hier schon arrangieren. Da klappt man eher die Sitzbänke (60:40) um und lädt vielleicht einmal mehr Gepäck ein, wobei das Gepäckraumvolumen für alle Yaris gleich groß ist, sprich der Hybridantrieb und die Batterien nehmen keine Ladekapazität weg. Somit bleiben die 286 Liter erhalten.

Womit wir gleich bei Motorisierung und Antrieb wären: Neben den herkömmlichen Benzin- und Dieselmodellen, gibt es den Yaris mit einer Hybrid-Motorisierung. Ein Kompromiss, will man dem Elektrotrend frönen, aber nur die Möglichkeit hätte eine Kabeltrommel aus dem 6. Stock zu werfen, um einen Plug-In oder einen echten Stromer zu laden. Ausgerüstet ist der Hybrid mit einer Kombination aus einem Vierzylinder-Benziner mit einem Hubraum von 1.497 Kubik, der 73 Pferde sein Eigen nennt, und einem Elektromotor mit einer maximalen Nennleistung von 45 kW. Insgesamt erreicht der Hybrid laut Hersteller eine Systemleistung von 101 PS.

Das Zusammenspiel der beiden funktioniert im Alltag sehr angenehm. Gestartet wird per Knopfdruck (den Schlüssel braucht man aber dennoch, um das Auto zu versperren). Beim Beschleunigen hilft der Elektromotor brav mit und verleiht dem Kleinen den flotten Antritt. Gleitet man dann zivil durch die Straßen, lässt sich der Yaris auch mal zu einem reinen EV-Modus hinreißen, den er aber sofort bei einem etwas stärkeren Gaspedaldruck sein lässt. Die entsprechende Anzeige mit "gehobenem Zeigefinger" erhält man gleich im Bordcomputer. Gleiten statt hetzen, lautet die Devise! In 11,8 Sekunden erreicht die Tachonadel den 100er. Das maximale Drehmoment von 110 Nm stellt der Yaris Hybrid in einem Drehzahlbereich von 3.600 bis 4.400 Umdrehungen.

In Sachen Hybridantrieb gehört Toyota zu den Herstellern mit der meisten Erfahrung. Doch beim e-CVT-Getriebe, mit dem die Hybriden bestückt sind, könnte man unserer Meinung nach noch ein wenig Geld in die Perfektionierung investieren. Denn das Aufheulen beim Beschleunigen schreckt uns aus der doch sonst sehr ruhigen und entspannten Laufkultur des Motors heraus, dabei betätigt man das Pedal gar nicht so stark - von "pedal to the metal" noch ganz weit entfernt, aber doch anscheinend den Ansprechpunkt erreichend. Zumal der mit dem akustischen Signal verbundene Vortrieb nicht stattfindet.

Aber eines wird ganz deutlich: Der Yaris ist ein smoother Gleiter, der sich in der Stadt am Wohlsten fühlt. Sein Verbrauch liegt nach unseren Bordcomputeranzeigen bei etwa fünf Litern. Auf Autobahnen steigt der Wert aufgrund der höheren Geschwindigkeiten etwas in Richtung der sechs Liter, dafür fährt man in 30er-Zonen und bei flüssigem Verkehr fast durchgehend elektrisch. Fahrwerk und Lenkung wurden ebenfalls gut auf die Stadt abgestimmt. Zwar hat der Yaris einen relativ geringen Lenkeinschlag, beim Rangieren unterstützt aber die Rückfahrkamera.

Wer also auf der Suche nach einem feschen Stadtauto mit kompakten Maßen aber doch viel Komfort ist, in seinem Herz einen grünen Fleck trägt, zu den entspannten Autofahrern zählt und die Ruhe von E-Motoren schätzt, wird im Yaris Hybrid seinen Partner finden.

Was uns gefällt:

Styling, Stadtperformance, Ausstattung

Was uns nicht gefällt:

Startknopf ohne schlüssellosen Zutritt, e-CVT laut, relativ großer Wendekreis

Testzeugnis: 

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 2
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 1-

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