Toyota bZ4X FWD im Test

Für das neue Modelljahr hat Toyota dem bZ4X ein Softwareupdate für Batterien und Lademanagement spendiert, wir verraten was dies gebracht hat.

Toyota hat mit dem bZ4X im Jahr 2022 sein erstes rein elektrischen Auto auf den Markt gebracht, der Hybrid-Pionier hatte dabei aber noch kleine Startschwierigkeiten.

Mit dem neuen Modelljahr sollen aber kleine Mankos in Bezug auf das Lademanagement der Batterien ausgemerzt sein, was wir in unserem Test jetzt prüfen werden.

Optisch besticht der bZ4X noch immer mit seinen scharfen Kanten und einem Design, welches sich von der breiten Masse durchaus abhebt.

Vor allem die schnittige Frontpartie wirkt dabei sehr dynamisch, während das Heck mit einem eher bulligen Look aufwarten kann.

Die Modellvielfalt beim bZ4X ist nach wie vor überschaubar, es gibt nur eine Batteriegröße und eine Ausstattung, die allerdings durch insgesamt drei Pakete weiter aufgewertet werden kann. Man hat zusätzlich die Wahl zwischen Front- oder Allradantrieb.

Für unseren Test haben wir den bZ4X mit Frontantrieb gewählt, man hat ihm dafür aber alle drei optionalen Pakete gegönnt.

Dabei ist im Basispreis von 51.290,- Euro schon eine sehr gute Wohlfühl-Ausstattung vorhanden, unter anderem gibt es 18“-Leichtmetallfelgen, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, eine Wärmepumpe, Bi-LED-Scheinwerfer, Voll-LED-Heckleuchten, das Toyota T-Mate Assistenzpaket und das Toyota Smart Connect Infotainmentsystem mit 8“-Touchscreen.

Feine Ausstattung im Toyota bZ4X

Unser Testfahrzeug hat noch mit dem Comfort-, Executive- und Style-Paket aufwarten können, womit sich der Basispreis um 7.120,- Euro auf 58.410,- Euro erhöht.

Dafür gibt es aber auch schon eine Ausstattung wie in der Luxusklasse. Immerhin sind ein JBL-Soundsystem, 20“-Leichtmetallfelgen, Adaptive Matrix-LED-Scheinwerfer, ein Einparkassistent, ein Panorama-Glasdach, Lenkradheizung, klimatisierte Sitze mit einem Sitzbezug in Stoff mit Textilleder-Applikationen und ein 12,3“-Touchscreen an Bord.

Der Innenraum zeigt sich von einer sehr wohnlichen, aber auch sehr modernen Seite. Der hoch positionierte Digitaltacho ist gut ablesbar, und auch der 12,3“-Touchscreen kann überzeugen.

Das Infotainmentsystem verfügt über eine sehr moderne Grafik, und man findet sich auch schnell zurecht. Schön ist, dass die Klimasteuerung noch getrennt möglich ist, diese befindet sich direkt unter dem Touchscreen.

Als Highlight gibt es eine Automatik-Funktion für Sitzklimatisierung und Lenkradheizung, womit der Sitz automatisch gekühlt oder geheizt wird, wenn es das Auto für notwendig hält. Im Vergleich zu anderen automatischen Funktionen klappt dies auch überraschend gut.

Der Innenraum bietet auch viele praktische Ablagen und zeigt sich beim Platzangebot deutlich großzügiger als man es in dieser Klasse erwartet.

Selbst im Fond hat man in jede Richtung noch viel Raum um sich, zudem stehen 452 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung.

Angenehmer Antrieb mit ausreichender Leistung

Auch der Materialmix und die Verarbeitungsqualität im Innenraum haben in unserem Test auf ganzer Linie überzeugen können und übertrumpfen sogar manch deutsches Premium-Elektroauto.

Beim Antrieb setzt Toyota auf Vernunft, wobei der 204 PS (150 kW) starke Elektromotor deutlich mehr Fahrspaß liefert, als erwartet.

Toyota schafft es so, mit einer im Verhältnis kleinen Batterie (71,4 kWh) noch akzeptable Reichweiten zu liefern. Es nützt der Umwelt wenig, wenn E-Autos über unendlich viele PS verfügen und dann eine über 100 kWh-Batterie benötigen, um ohne Ladestopp halbwegs weit zu kommen.

Vor allem, da die Leistung im Toyota bZ4X mehr als ausreichend ist. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen nur 7,5 Sekunden – im Vergleich: Ein Porsche 944 S hatte zu seiner Zeit 7,9 Sekunden für diese Aufgabe benötigt.

Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h elektronisch beschränkt, was jedoch für unsere Autobahnen auch noch mehr als genug sein sollte, außer man hängt nicht sehr an seinem Führerschein.

Der bZ4X verfügt zudem auch über eine sehr gute Geräuschdämmung und eine komfortable Abstimmung, womit man weite Strecken angenehm absolvieren kann.

Durch den tiefen Schwerpunkt liegt er aber auch gut auf der Straße und bietet so ein rundum gutes Fahrgefühl.

Verbrauch bleibt im Rahmen

Unser Test hat zudem gezeigt, dass das Update beim Batterie- und Lademanagement wirklich sehr Positives bewirkt hat.

Wir sind im Schnitt auf einen Verbrauch von 16,5 kWh pro 100 Kilometern gekommen, was genau in der vom Werk angegebenen Range von 14,4 bis 16,9 kWh liegt.

So kann man über 400 Kilometer ohne Ladepause absolvieren, was schon ein recht guter Wert ist. Laut Werk sollte man sogar 436 bis 514 Kilometer mit einer Akkuladung schaffen, was jedoch nur mit Einbußen bei Komfort und Tempo möglich ist.

An einer DC-Schnellladestation soll man in rund 30 Minuten die Akkus von 10 auf 80 Prozent laden können, wenn alles gut klappt. Hier hat sich uns aber leider wieder gezeigt, dass die öffentlichen Ladesäulen nicht immer eine zuverlässige Energiequelle sind.

Mal war ein „Ladepunkt zur Zeit nicht verfügbar“, mal haperte es an der Verbindung zum Auto. Als Fahrer eines E-Autos erlebt man so immer wieder Überraschungen, auf die man eigentlich gerne verzichten würde.

Neben der Effizienz ist Toyota auch für seine gute Sicherheitsausstattung bekannt, und auch hier kann der bZ4X mit allem aufwarten was heute möglich ist.

Viele Assistenzsysteme sind an Bord

Vom adaptiven Tempomat, über die automatische Einparkfunktion bis hin zum Spurthalteassistent oder dem Querverkehrswarner reicht die Bandbreite der elektronischen Helfer.

Viele leisten gute Dinge, manche sind aber leider etwas zu scharf eingestellt und reagieren viel zu früh und auch viel zu heftig. Hier zeigt sich deutlich, dass das menschliche Auge immer noch weiterentwickelt ist als jede künstliche Intelligenz.

Wegen einem Unkrauthalm am Parkplatz eine Notbremsung einzuleiten und erst nach neuerlichem Tritt auf die Bremse dieselbige wieder freizugeben ist abseits der Großstadt ein etwas mühsames Unterfangen, welches einem das Fahrzeug aufzwingt.

Um die einzelnen Helferlein zu deaktivieren, muss man via Tasten am Lenkrad über drei Seiten scrollen, um alles anzuklicken was an- und abschaltbar ist – eine relativ umständliche Angelegenheit.

Sonst hat der Toyota bZ4X aber auf ganzer Linie überzeugen können. Er ist ein sehr komfortabler, spritziger und luxuriöser Begleiter, der mit über 400 Kilometern Reichweite punkten kann.

Was uns gefällt:

das Design die Ausstattung, das Preis/Leistungsverhältnis, der Fahrkomfort, die Sitze, die Federung, die Geräuschdämmung, die Spritzigkeit

Was uns nicht gefällt:

Die etwas zu eifrigen Assistenzsysteme

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 2-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

Weitere Infos zu Toyota unter www.toyota.at

Technische Daten Toyota bZ4X:

Toyota bZ4X FWD
Testwagenpreis ohne Extras € 51.290,00
Testwagenpreis mit Extras € 58.410,00
davon Steuern € 9.735,00
Technische Daten
Leistung PS/KW 204/150
Max. Drehmoment Nm 266
Getriebe 1 Gang Automatik
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 7,5
Höchstgeschwindigkeit in km/h 160
Batteriegröße in kWh 71,4
Durchschnittsverbrauch in kWh 14,4 – 16,9
Reichweite in Kilometer 436 – 514
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 469,0
Breite in cm 186,0
Höhe in cm (inkl. Dachgalerie) 160,0
Radstand in cm 285,0
Kofferraumvolumen in Liter 452
Leergewicht in kg 1.895
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 2.465
Max. Zuladung in kg 570