Passat Turbo 2.0 FSI im Test

Genuss ohne Reue

Als der aktuelle Volkswagen Passat vorgestellt wurde, hat man ihn als den Übergang von der normalen Mittelklasse zum Luxus-Automobil präsentiert. In der Tat gaben sich die Wolfsburger große Mühe, diesem Anspruch gerecht zu werden. Gestaltung, Ausstattung, Fahrverhalten und die Vielzahl der angebotenen Varianten passen so gar nicht zu den Erfahrungen mit dem alten Passat, der zwar auch schon hochwertiger war als seine Vorgänger, aber eben doch als typisches Mitglied der Mittelklasse daherkam.

Von außen gesehen blieb auch der aktuelle Passat eine Limousine für Freunde des Understatements. Zwar zeigt diese sich als die am besten aussehende Limousine in der Geschichte der Modellreihe. Eine Auto-Schönheit ist der neue Passat aber nicht geworden, eher ein ansehnliches Kind seiner Zeit, dessen man sich aber wahrlich nicht schämen muss, wenn man es als Lebensabschnittsgefährten auswählt.

Die langen Überhänge der Karosserie vorn und hinten mag man vielleicht als störend empfinden. Doch dafür entschädigt der Passat mit einem sehr großen, glattflächigen Kofferraum und mit einem Keller fürs Reserverad, in dem man statt dessen aber auch eine Menge Kleinteile verschwinden lassen kann. Überhaupt hat der Passat seine schon von jeher bekannte Eigenschaft als Raumwunder bewahrt. Das wissen besonders die Passagiere auf der Rückbank immer wieder zu loben. Aber auch vorn geht es keinesfalls beengt zu.

Die Ausstattung unseres Testwagens in der Ausstattungs-variante Highline mit dem Zwei-Liter-Turbo-FSI Vierzylinder-Benziner ließ keine Wünsche mehr offen: Sechs-Gang-Tiptronic-Getriebe, elektrisch verstellbare Sportsitze in grauem Leder, passend zu der zweifarbigen Innenausstattung in Anthrazit und Mittelgrau sowie Navigation, Klimaautomatik, adaptives Kurven- und Abbiegelicht, Tempomat und vieles mehr, was den Grundpreis von 37.076 Euro zwar deutlich nach oben treibt, aber den Umgang mit diesem Fahrzeug sehr angenehm gestaltet.

Die Holzintarsien, gebürstetes Aluminium und glänzender Chrom verstärken innen den Eindruck von gediegener Qualität und dem ehrlichen Wunsch, dem Fahrer den versprochenen Luxus in der Schönheit zu präsentieren, die er außen noch vermisst haben mag. Ablagen gibt´s reichlich. Die Instrumente sind klar gezeichnet und gut ablesbar. Alle Bedienelemente erklären sich selbst, und auch der Bildschirm für die Navigation hat einen Platz in der Mittelkonsole zugewiesen bekommen, der gute Sichtbarkeit bei der Fahrt garantiert.

Ein besonderer Wohlfühleffekt geht vom Motor aus, den wir schon aus dem GTI und aus anderen Konzernprodukten kennen. Er verhilft auch dem Passat mit seinen 147 kW / 200 PS zu recht ansehnlichen Fahrleistungen (Höchstgeschwindigkeit mehr als 230 km/h, Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,8 Sekunden), die zu beherrschen seine Schöpfer diesem Passat ein sportives Fahrwerk mit auf den Lebensweg gegeben haben. Dieses arbeitet zwar straff, aber nicht unkomfortabel und verschafft dem Passat zusammen mit der direkten und exakten Lenkung ein fast sportliches Handling.

Seinen wahren Charakter beweist der immerhin mehr als 1600 Kilogramm wiegende Passat aber bei langen, schnellen Autobahnetappen . Mit seinem ausgezeichneten Geradeauslauf auch bei hohen Geschwindigkeiten, den geringen Fahrgeräuschen und den selbst oberhalb 200 km/h noch sehr gut zu ertragenden Windgeräuschen empfiehlt er sich als Kilometerfresser. Auch mit seiner Zuladung von rund 500 Kilogramm kann er mit Größeren gut mithalten.

Bei hohen Geschwindigkeiten und vielen Beschleunigungen hilft dann allerdings die als Kraftstoff sparend angekündigte Benzin-Direkteinspritzung nur noch wenig. Vom Durchschnittsverbrauch nach Euro-Norm von weniger als neun Litern ist man dann weit entfernt. Der Bordcomputer zeigt dann auch schon mal einen Verbrauch von zwölf Litern und mehr an. Geht´s gemächlicher zu, begnügt er sich tatsächlich mit deren neun. Aber immerhin verlangt es den Turbo FSI nach teurem Super (mindestens 95 ROZ) oder besser gleich Superplus.

auto-reporter

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