VW Amarok Canyon - Testbericht

Mit dem Amarok Canyon hat VW einen ganz auf Lifestyle ausgerichteten Pick-Up im Programm, der trotz hohem Nutzwert auch viel Wert auf Styling legt.

Der VW Amarok zählt mit einer Länge von 525 cm zu den großen Pick-Ups in unserem Land und verbindet als Canyon die Vorzüge eines Pick-Ups mit einer Vielzahl an Lifestyle-Komponenten. Für unseren Test haben wir den Amarok Canyon mit Allradantrieb, 180 PS TDI und 8-Gang-Automatik in der auffälligen "copper orange" Metallic-Lackierung gewählt. Beim Listenpreis von 43.980 Euro sind dann schon Komfort-Ledersitze "Canyon", 17"-Leichtmetallfelgen, die Stylingbar "Canyon" in Schwarz, die Klimaautomatik "Climatronic", Nebelscheinwerfer, elektrische Fensterheber vorne und hinten, das Radio RCD 310, ein Tempomat und noch vieles mehr mit an Bord.

Neben der Metallic-Lackierung hatte unser Testfahrzeug dann noch eine Anhängevorrichtung, eine Elektroschnittstelle, abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule, eine Laderaumbeschichtung, den Lampenbügel "Canyon", eine Mobiltelefon-Vorbereitung, ein Abbiegelicht für die Nebelscheinwerfer, das Radio-Navigationssystem RNS 510, eine Rückfahrkamera inkl. Einparkhilfe vorne und hinten, ein manuelles Sperrdifferenzial 100%, einen Triebwerks-Unterschutz sowie klappbare Verzurrösen mit an Bord. Der Gesamtpreis liegt damit bei 52.600,80 Euro.

Der Innenraum präsentiert sich um diesen Preis auch schon sehr luxuriös und hat den Nutzfahrzeugcharakter weitgehend abgelegt. Die verwendeten Materialien wirken zwar nicht ganz so hochwertig wie in den PKW-Modellen von VW, für einen Pick-Up wirkt aber alles sehr solide.

Die wuchtige Armaturenbretttafel ist sehr übersichtlich und robust gestaltet. Man findet sich auf Anhieb zurecht und entdeckt auch viele praktische Details. Viele Ablagen und gleich drei 12-Volt-Steckdosen befinden sich in der Mittelkonsole. Auch das Platzangebot kann sich sehen lassen, selbst in der zweiten Reihe geht es nicht so eng zu, wie man es vielleicht vermuten würde.

Der Amarok bietet zudem viele Annehmlichkeiten, die vor wenigen Jahren noch PKW-Modellen vorbehalten waren. So gibt es nicht nur sehr bequeme Ledersitze, auch das Navigationssystem, der Tempomat und eine 2-Zonen-Klimaautomatik zeigen, dass sich der Amarok auf PKW-Niveau bewegt.

Bei einem Pick-Up zählt aber natürlich auch die Ladefläche. Die mindeste Breite zwischen den Radkästen liegt bei 122,2 cm, die größte Breite bei 162 cm. In der Länge finden Gegenstände bis zu 155,5 cm Platz.

Ein Highlight bei unserem Testfahrzeug war der optionale Lampenbügel "Canyon", dessen Scheinwerfer in der Nacht die Umgebung taghell ausleuchten. Aktiviert werden die Leuchten via Schalter in der Mittelkonsole und Betätigung des Fernlichts, welches seinem Name in diesem Fall alle Ehre macht. Gefühlt leuchten die Scheinwerfer von Wien bis St. Pölten alles aus, sollte die Landebahn-Befeuerung des Flughafens einmal ausfallen, können ein paar neben der Landebahn geparkte Amaroks die Arbeit locker übernehmen.

Keine Arbeit scheut auch der 2,0 Liter TDI mit seinen 180 PS (132 kW), der in Kombination mit dem Allradantrieb für alle Aufgaben geeignet ist. Der kraftvolle Diesel verleiht dem rund 2 Tonnen schweren Pick-Up einen sehr dynamischen Antritt, schafft dabei auch unwegsames Gelände und kann bis zu 3,2 Tonnen schwere Anhänger schleppen. Sein maximales Drehmoment von 400 Nm liefert der Motor zwischen 1.500 und 2.250 U/Min.

Gleich nach dem Start packt der Motor dabei recht kräftig zu, ohne von einem Turboloch gebremst zu werden. In nur 10,9 Sekunden sprintet der schwere Offroader aus dem Stand auf Tempo 100 km/h und ist bis zu 179 km/h schnell. Die 8-Gang-Automatik hat dabei jederzeit den passenden Gang parat und wechselt die Gänge nicht nur sehr sanft, sondern auch recht schnell.

Auch wenn der Amarok Canyon die härtesten Arbeitseinsätze schaffen würde, so ist er als Lifestyle-Pick-Up auch ein idealer und vor allem komfortabler Begleiter auf allen Wegen. Durch die hohe Sitzposition hat man einen perfekten Überblick, und im Innenraum des Amarok ist es auch bei Autobahntempo für einen Pick-Up noch recht leise. Lediglich bei voller Beschleunigung und nach dem Kaltstart begrüßt einen der Motor mit seinem für Dieselmotoren typischen Nageln.

Der Amarok ist dabei auch sehr komfortabel, so dass man weite Strecken ohne Probleme absolvieren kann. Die Straßenlage ist für einen Pick-Up ebenfalls sehr gut.

Wer auch Wege abseits der befestigten Straßen erledigen muss, kann sich dank dem Allradantrieb und dem 100% Sperrdifferenzial sicher sein, auch dort bestens voran zu kommen. Durch die hohe Bodenfreit kommt der Amarok zudem auch über etwas größere Hindernisse hinweg, ohne gleich aufzusitzen.

Dabei ist der Amarok auch überraschend wendig. Hier sollte man sich nicht von den Außenmaßen täuschen lassen, im Fahrbetrieb merkt man die Größe nur in der Stadt und in engen Garagen, sofern die von der Höhe überhaupt groß genug sind. Mit der Einparkhilfe und der Rückfahrkamera lässt sich der Amarok Canyon aber sehr einfach auch in enge Parklücken manövrieren, die leichtgängige Lenkung und ein guter Einschlag erleichtern dies zusätzlich.

Überrascht waren wir auch vom Verbrauch des Amarok, auch wenn wir an die Werksangabe von 8,5 Liter nicht heran gekommen sind. Der optionale Lampenbügel beeinflusst dabei den Verbrauch auch nicht gerade positiv, stemmt er sich doch nahezu mit der Vehemenz und Windschlüpfrigkeit eines Panzerschranks gegen den Wind. So waren wir von den 9,8 Liter Durchschnittsverbrauch durchaus positiv überrascht, wir hätten in Anbetracht von Fahrspaß und Fahrleistung mit weit über 10 Litern gerechnet.

Der VW Amarok Canyon konnte uns in unserem Test also in jeder Hinsicht positiv überzeugen. Er bietet eine gute Ausstattung auf PKW-Niveau, viel Fahrspaß und ist als Alleskönner für jeden Einsatz zu haben.

Was uns gefällt:

das hohe Maß an Komfort trotz gleichzeitig hohem Nutzwert, der Motor, die Offroad-Fähigkeiten, der Lampenbügel

Was uns nicht gefällt:

das Nageln des TDI im kalten Zustand, dass der Amarok mit kaum einer Garage kompatibel ist

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Ladekapazität: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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