VW Caddy Country - Testbericht

Mit dem Caddy Country verwandelt VW seinen braven Hochdachkombi zu einem reinrassigen Lifestyle-Fahrzeug mit viel Platz. Wir haben das Topmodell getestet.

Der VW Caddy begeistert nicht nur Handwerker, auch Familien erfreuen sich bei der PKW-Version an seinen großzügigen Platzverhältnissen. Seit Sommer ist der Caddy jetzt auch als Country im Offroad-Look erhältlich und soll auch Kunden ansprechen, die für ihre Freizeitaktivitäten viel Platz benötigen, dabei aber dennoch ein kompaktes Fahrzeug wollen. Zu erkennen sind die Country-Modelle an dem Country-Optikpaket, welches unter anderem dunkle Beplankungen der Radhäuser, der Seitenschweller sowie an den Unterkanten der vorderen und hinteren Stoßfänger beinhaltet.

In der bei unserem Testfahrzeug gewählten "viperngrün metallic"-Lackierung erinnert dann rein gar nichts mehr daran, dass der Caddy ursprünglich mal als braver Kombi für Handwerker konzipiert wurde. Leider merkt man das auch beim Preis, der Caddy Country TDI 4Motion DSG hat einen Listenpreis von 36.830 Euro und ist somit schon im Jagdrevier von komplett ausgestatteten Kompakt-SUV unterwegs.

Serienmäßig an Bord sind dann zwar schon 17"-Alufelgen, abgedunkelte Fenster ab der B-Säule, ein Tempomat, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne, das Radio RCD 210 mit sechs Lautsprechern, Regensensor, beheizbare Scheibenwaschdüsen und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, dennoch bleibt auch noch viel Platz für Optionen.

Mit Metallic-Lackierung, Anhängevorrichtung, Cool & Find-Paket inkl. Navi und 2-Zonen-Klimaautomatik, einer Einparkhilfe hinten, Schiebefenster hinten, Mobiltelefon-Vorbereitung, Multifunktions-Ledersportlenkrad, höhenvestellbaren Sitzen, Multimediaanschluss und Xenon-Licht mit LED-Tagfahrlicht ist unser Testauto auf einen Gesamtpreis von 43.256,20 Euro gekommen. Um das viele Geld hat VW dem Caddy dafür aber den Nutzfahrzeugcharakter komplett ausgetrieben, der Innenraum präsentiert sich mit bunten Farben, Chromzierelementen und verstellbarer Mittelarmlehne vorne ganz auf PKW-Niveau.

Lediglich das riesige Platzangebot erinnert noch an sein ursprüngliches Einsatzgebiet als Lieferfahrzeug. Neben den sehr großzügigen Platzverhältnissen für die Passagiere, die dank der hohen Dachform sogar elegant mit Zylinder reisen könnten, stehen auch mindestens 918 Liter Laderaum zur Verfügung. Wer auf die hinteren Sitze verzichten kann, bekommt sogar ein Volumen von 3.200 Liter und kann schon jede Menge Freizeitkram transportieren. Sehr großzügig ausgelegt sind auch die Ablagen, die sich in Hülle und Fülle über den Innenraum verteilen.

Die Gestaltung der Armatureneinheit ist gewohnt übersichtlich ausgefallen, und man findet sich auf Anhieb zurecht. Lediglich die Position des Navis ist etwas zu weit unten, sonst gibt es in Bezug auf die Funktionalität aber keine Beanstandungen.

Für eine ordentliche Portion Fahrspaß sollen dann der 2,0 TDI mit 140 PS (103 kW) in Kombination mit dem 4Motion Allradantrieb und 6-Gang-DSG-Getriebe sorgen. Der bewährte Motor hat ein maximales Drehmoment von 320 Nm, welches zwischen 1.500 und 2.500 U/Min zur Verfügung steht. In der Praxis haben wir den Caddy Country mit diesem Antrieb als sehr agiles Fahrzeug erlebt.

Gleich nach dem Start sprintet der Hochdachkombi brav davon, und auch beim Herausbeschleunigen aus höheren Geschwindigkeiten liefert das Aggregat blitzschnell ansprechende Fahrleistungen. Rein gefühlsmäßig würde man dem TDI mindestens 170 PS zutrauen, so gut harmoniert er mit dem doch mindestens 1,7 Tonnen schweren Kombi. Das 6-Gang-DSG-Getriebe sorgt dabei immer für den passenden Gang und wechselt auch sehr schnell und zart die Gänge.

Laut Werk ist man in 10,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h, auch hier hat man aber das Gefühl, dass der Caddy noch eine Spur flotter ist. Die Höchstgeschwindigkeit von 182 km/h sollte auf unseren Straßen ebenfalls mehr als ausreichend sein.

Der hohe Aufbau, der Allradantrieb und eine etwas sportlichere Fahrweise treiben den Verbrauch auch etwas in die Höhe. Die 5,9 Liter der Werksangabe sind in der Praxis kaum erreichbar, in unserem Test hat sich der Caddy rund 7,2 Liter genehmigt.

Trotz sportlicher Fahrleistungen ist der Caddy Country ganz auf Komfort getrimmt. Fahrwerk und Federung sind eher weich ausgelegt, was den Langstreckenkomfort sehr steigert. Flott gefahrene Kurven sind dafür eher weniger das Wohlfühlgebiet des Caddy und seiner Passagiere, hier rächen sich der höhere Aufbau und die komfortable Auslegung. Dennoch liegt der Hochdachkombi dank dem 4Motion Allradantrieb sehr gut auf der Straße. Der Allradantrieb sorgt nämlich nicht nur für eine ideale Traktion, er hilft auch in Grenzsituationen, dass die Kraft immer bestens verteilt wird.

Durch die etwas höher gelegte Karossiere kann der Caddy Country auch abseits befestigter Straßen gut voran kommen und empfiehlt sich daher für jene, die in ihrer Freizeit gerne Outdoor-Aktivitäten nachgehen, die nicht immer auf asphaltierten Straßen enden.

Seine gute Übersichtlichkeit, die höhere Sitzposition und die kompakten Abmessungen lassen den Caddy Country sowohl in der Stadt, als auch am Land zum idealen Begleiter werden. Der kompakte Hochdachkombi verbindet seine Vorzüge beim Platzangebot mit einem ganz auf Lifestyle getrimmten Auftritt.

Er bietet das Platzangebot eines kleinen Vans, die Geländetauglichkeit eines kompakten SUV und fährt sich ganz wie ein PKW. Die Kombination aus 140 PS TDI, 4Motion Allradantrieb und 6-Gang-DSG lassen auch die Fahrfreude nicht zu kurz kommen. So viele Vorzüge müssen allerdings auch teuer erkauft werden.

Was uns gefällt:

das Platzangebot, das Design, die Farbe, der Komfort, die Fahrleistungen

Was uns nicht gefällt:

der Preis, der Verbrauch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1-
Verarbeitung: 1-
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

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