VW Golf Alltrack - Testbericht

Mit dem Golf Alltrack bietet VW eine Mischung aus SUV und Kombi. In unserem Test zeigt das Topmodell, wo seine Stärken liegen.

Die neueste Generation des VW Golf Variant ist auch in einer robusten Alltrack-Version erhältlich und soll jetzt auch in der Kompaktklasse Kunden ansprechen, die den Offroad-Look beim Kombi mögen. Zu erkennen ist der Golf Alltrack vor allem an der etwas höher gelegten Karosserie und der dunklen Beplankung rundum, die ihm einen sehr robusten Touch verleiht. Zahlreiche Chrom-Zierelemente sorgen für ein nobles Ambiente, der Unterfahrschutz bietet hingegen einen praktischen Nutzwert.

Für unseren Test haben wir den Golf Alltrack in der Diesel-Topversion mit dem 184 PS starken Selbstzünder gewählt, der auch schon den 4Motion Allradantrieb und das 6-Gang-DSG-Getriebe dabei hat. Der Listenpreis liegt bei stolzen 37.970 Euro und beinhaltet spezielle Sitzbezüge, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, einen Tempomat, Dekoreinlagen in "Dark Magnesium", die elektronische Differenzialsperre XDS, das Radio Composition "Colour", 17"-Alufelgen und noch vieles mehr.

So lange wie die Serienmitgift war bei unserem Testfahrzeug auch die Liste der Optionen. Mit an Bord waren die "pure white"-Lackierung, eine automatische Distanzregelung für den Tempomat, das Cargo-Paket II, der "ergoActive"-Sitz mit 14-Wege-Einstellung und Massage, 18"-Leichtmetallfelgen, das Media-Paket, ein Multifunktionslederlenkrad, das Navigationssystem "Discover Pro", der Parkpilot, das Sky-Paket, das Spiegel-Paket und der Spurhalteassistent "Lane Assist". Insgesamt wechseln mit dieser Ausstattung 47.218,64 Euro den Besitzer.

Dafür zeigt sich die Ausstattung aber auch luxuriös und hochwertig. Der neue Golf kann mit Premium-Flair bei kompakten Abmessungen überzeugen. Man fühlt sich im Golf Alltrack sofort wohl und findet sich schnell zurecht. Die Materialanmutung scheint beim Alltrack noch eine Spur besser zu sein als bei anderen Modellen, was auch an der geschmackvollen Abstimmung von Stoffen und Zierelementen liegen mag. Der 8"-Touchscreen mit Annäherungssensor lässt sich einfach bedienen, und man findet auch sehr schnell eine ideale Sitzposition. Lenkrad, Mittelarmlehne und Fahrersitz lassen sich dabei für Personen jeder Größe perfekt einstellen. Überhaupt zahlt sich der Aufpreis für den "ergoActive"-Sitz aus, da dieser extrem bequem ist und auch mit einer Massagefunktion verwöhnt. So lassen sich auch weite Etappen gerne bewältigen.

Auch beim Platzangebot kann der Golf Alltrack überzeugen, im Fond zählt er jetzt zwar nicht mehr zu den geräumigsten Vertretern seiner Klasse, dennoch finden auch große Passagiere noch bequem Platz. Mit einem Fassungsvermögen von 605 bis 1.620 Liter ist das Kofferraumvolumen auch für größere Aufgaben bestens gerüstet, und der Innenraum bietet zusätzlich noch einige praktische Ablagen.

Sehr gut zur luxuriösen Ausstattung passt der 2,0 Liter TDI mit 184 PS (135 kW), der für sportliche Fahrleistungen sorgt. Sein maximales Drehmoment von 380 Nm liefert der Motor zwischen 1.750 und 3.250 U/Min und somit über ein sehr weites Feld des Drehzahlbereichs. Schon vom Start weg hängt der zu Beginn noch etwas grummelig klingende Motor gut am Gas. Mit der Zeit wird der Motorlauf auch immer ruhiger, und es dringen kaum störende Geräusche in den gut gedämmten Innenraum.

Das 6-Gang-DSG-Getriebe kann wie gewohnt mit schnellen und sanften Schaltvorgängen überzeugen und hat immer den passenden Gang parat. Die Automatik wirkt so, als ob sie hellsehen könnte und schon immer genau wüsste, was der Fahrer als nächstes vor hat. Vor allem auf der Landstraße werden Überholmanöver so zu einer sehr leichten Aufgabe, da der Motor auch aus höheren Geschwindigkeiten viel Durchzugskraft liefert.

Wer die sportliche Seite ausreizt, sprintet in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist bis zu 219 km/h schnell unterwegs. Dank dem 4Motion Allradantrieb wird die Kraft auch immer perfekt auf die Straße gebracht, und egal, ob bei Nässe oder abseits befestigter Straßen, der Golf bringt die Kraft immer ohne Verluste auf die Straße. Durch die etwas höher gelegte Karosserie und den Unterfahrschutz kann man auch in leichteres Gelände vordringen, ohne Angst haben zu müssen irgendwo stecken zu bleiben.

Die sehr direkte Lenkung passt ebenfalls sehr gut zu den sportlichen Ambitionen, die der Golf Alltrack zeigt. Dabei bleiben Fahrwerk und Federung dennoch sehr komfortabel abgestimmt, und Bodenunebenheiten werden gekonnt weggefiltert.

Nicht ganz die hohen Erwartungen hat der Golf beim Verbrauch erfüllen können, der Durchschnittsverbrauch von 5,0 Liter dürfte auch für Sparfüchse nur schwer zu realisieren sein. Wir haben im Schnitt 6,3 Liter pro 100 Kilometer benötigt. Damit ist der Golf nicht gerade der Sparmeister, bietet im Gegenzug aber viel Fahrspaß, wodurch der Verbrauch unterm Strich schon noch in Ordnung geht.

Abgerundet wird der positive Eindruck vom Golf Alltrack durch sein rundum gelungenes Sicherheitspaket. Ein Genuss ist der adaptive Tempomat, der auch schnell wieder Fahrt aufnimmt, wenn ein vor einem langsam fahrendes Auto die Spur verlassen hat. Der aktive Spurhalteassistent arbeitet ebenfalls ohne Fehl und Tadel und bringt einen bei unbeabsichtigtem Verlassen der Fahrspur wieder in die selbige zurück.

In unserem Test hat sich der Golf Alltrack als sehr gediegenes Allzweckauto gezeigt, der vor der Oper eine ebenso gute Figur macht wie im Wald oder auf der Skihütte. Dass der Preis dabei schon die Schmerzgrenze für ein Kompaktauto überschritten hat, ist ein anderes Thema.

Was uns gefällt:

die Ausstattung, das Design, das Platzangebot, das DSG-Getriebe, der Fahrspaß, der Fahrkomfort

Was uns nicht gefällt:

der Preis und der Verbrauch

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

Kommentare