VW Golf Cabrio TSI - Testbericht

Das Golf Cabrio ergänzt seit Sommer 2011 das VW-Modellprogramm. Wir haben die Basisversion mit dem spritzigen TSI-Motor getestet.

Lange Zeit mussten die Fans auf ein neues Golf Cabriolet warten. Diesen Sommer war es dann soweit, und der Golf VI ist nun auch wieder als Cabrio erhältlich.

Optisch passt sich das Cabrio perfekt in die Golf-Reihe ein, schon auf den ersten Blick erkennt man, dass es sich um einen Golf handelt. Dabei gibt es auch viele Neuheiten im Golf Cabrio. Das Highlight ist dabei sicher, dass das neue Cabrio ohne Überrollbügel auskommt, ein automatisches Überrollschutzsystem mit herausschnellenden Schutzbügeln hinter den rückwärtigen Kopfstützen sorgt mit dem extrem steifen Rahmen der Frontscheibe für einen optimalen Schutz im Falle eines Überschlags.

Nachdem das Golf Cabrio die breite Masse ansprechen soll, haben wir uns für das Einstiegsmodell mit dem 1,2 Liter TSI-Motor mit 105 PS entschieden. Um 24.990 Euro bekommt man hier schon ein überaus komplett ausgestattetes Fahrzeug inkl. fünf Airbags, ESP, ABS, elektrischem Verdeck, elektrischen Fensterhebern, Servolenkung, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, ein CD-Radio-System mit vier Lautsprechern und eine Klimaanlage.

In unserem Testauto sorgten noch das Design & Style-Paket, das Fahrkomfortpaket, das Komfortpaket und das Technikpaket für ein schöneres Ambiente, mehr Komfort und auch mehr Sicherheit. Unter anderem enthalten die Pakete einen Regensensor, eine automatische Fernlichtschaltung, eine verstellbare Mittelarmlehne vorne, einen Tempomat, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, 16 Zoll-Leichtmetallfelgen sowie eine Einparkhilfe vorne und hinten. Der Innenraum wird durch das Design & Style-Paket noch mit Sportsitzen und vielen Dekorelementen in Alu-Optik verfeinert.

Bei der ersten Begegnung ist es so, wie wenn man einen guten alten Freund wieder trifft. Die Armaturen präsentieren sich 1:1 wie im geschlossenen Golf, lediglich ein anderer Schaltknauf und der etwas ungünstig positionierte Schalter für das elektrische Verdeck, der sich hinter der Handbremse unter der Mittelarmlehne befindet, machen den Unterschied. Sonst sind sowohl Bedienung als auch Materialanmutung und Verarbeitung wieder top, der Golf ist einfach ein Auto, in dem man sich auf Anhieb zu Recht findet und wohl fühlt.

Dass die bequemen Sportsitze auch genügend Seitenhalt bieten und man schnell eine ideale Sitzposition findet, ergänzt den positiven Eindruck nochmals.

Beim Platzangebot kann das Golf Cabrio vor allem auf den Vordersitzen punkten. Hinten ist die Kniefreiheit im Vergleich zum geschlossenen Golf etwas eingeschränkt, trotzdem ist das Cabrio auch für vier Erwachsene durchaus zu gebrauchen.

Der Kofferraum fasst sowohl mit geschlossenem als auch im geöffneten Verdeck 250 Liter, was für ein kompaktes Cabrio ein sehr guter Wert ist. Lediglich die kleine Luke erschwert das Beladen, ist aber natürlich bauartbedingt nicht anders zu lösen.

Beachtlich ist auch wie schnell sich das Golf Cabrio öffnen und auch wieder schließen lässt. Gerade einmal 9 Sekunden vergehen, und man kann das Open-Air-Vergnügen genießen.

Beim Verdeck haben sich die Ingenieure überhaupt viel einfallen lassen. Das Stoffverdeck ist nämlich so gut gedämmt, dass man selbst bei Autobahntempo kaum Windgeräusche wahrnimmt. Das Geräuschniveau im Innenraum liegt nur minimal über jenem des geschlossenen Golfs.

Überrascht hat uns auch, dass der Golf bei offenem Verdeck sogar ohne Windschott relativ zugfrei zu bewegen ist. Wer also nicht gar so empfindlich ist, kann auf die wenigen Handgriffe zur Montage des Windschotts verzichten.

Deutlich besser als beim Vorgänger ist auch die Rundumsicht geworden. Die durchgängige seitliche Fensterfront erleichtert den Schulterblick, und auch die Heckscheibe ist eine Spur größer geworden.

Sehr gut zum Golf Cabrio passt auch der 1,2 Liter TSI-Motor. Der 105 PS (77 kW) starke Benzinmotor mit Direkteinspritzung überrascht mit einer Spritzigkeit, die man ihm auf dem Papier gar nicht zutrauen würde. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert das Cabrio in 11,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 188 km/h. Was sich jetzt nicht so aufregend liest, fühlt sich in der Praxis wesentlich besser an.

Das maximale Drehmoment von 175 Nm steht schon bei 1.500 U/Min bereit, und so bietet der luftige Golf schon von unten heraus genug Leistung und ist im Zwischensprint agil genug, um auch für einen Schuss Sportlichkeit zu sorgen.

Fahrwerk und Federung sind dann wieder gewohnt harmonisch abgestimmt, mit dem Golf Cabrio kann man sowohl weite Strecken bequem absolvieren, als auch scharfe Kurven flott meistern. Im Vergleich zum geschlossenen Golf wirkt das Cabrio aber eine Spur straffer.

Durch das manuelle 6-Gang-Getriebe kann der Golf zudem beim Ausdrehen der Gänge sehr sportlich, durch frühzeitiges Schalten aber auch sehr sparsam bewegt werden. Die Schaltung selbst ist sehr knackig und leichtgängig, ebenso auch die Lenkung, die keinen Anlass zu Kritik gibt.

Dank BlueMotion-Technologie verfügt der Golf auch über ein Start-Stopp-System mit Bremsenergie-Rückgewinnung und Schaltpunktanzeige. So haben wir trotz häufiger Ausnützung der Leistung den Werksverbrauch von 5,7 Liter nur knapp verfehlt. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter kann der Benzinmotor durchaus auf ganzer Länge überzeugen.

Es ist doch immer wieder überraschend, mit welcher Treffsicherheit VW ein neues Produkt auf den Markt bringt. Das Golf Cabrio überrascht mit einem äußerst fairen Preis, überzeugt mit gewohnt guter Qualität, und bietet einen spritzigen sowie sparsamen Motor. Das Ganze wird noch mit einem schnell öffnenden Verdeck, das zudem auch sehr gut gedämmt ist, gekrönt. Man muss kein Cabrio-Fan sein, um das Golf Cabrio zu mögen - wer aber ein Cabrio-Fan ist, der wird das Golf Cabrio lieben.

Was uns gefällt:

Das Preis/Leistungsverhältnis, das Verdeck, der sparsame und spritzige Motor

Was uns nicht gefällt:

Die Position des Schalters für das Verdeck

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 1-
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 2-
  • Kofferraum: 2
  • Ablagen: 1-
  • Übersichtlichkeit: 1-

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