VW Golf GTD - Testbericht

Der sportlichste Diesel-Golf zeigt in unserem Test, dass Sportlichkeit und Sparsamkeit einander nicht widersprechen müssen.

Mit dem Golf GTD hat VW einen GTI für alle Dieselfans im Programm. Auch optisch passt sich der GTD dem GTI an und hat die gleiche Frontschürze, lediglich auf den für den GTI typischen roten Zierstreifen im Kühlergrill muss der GTD verzichten.

Der 184 PS starke Golf GTD startet mit dem manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe bei 32.170,- Euro. Mit an Bord sind unter anderem schon ABS, ESP, sieben Airbags, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein Tempomat, elektrische Fensterheber vorne und hinten, die Multikollisionsbremse, ein Multifunktionssportlederlenkrad, Sportsitze mit Karo-Design, das Sportfahrwerk, Tagfahrlicht, eine verstellbare Mittelarmlehne vorne und die Multifunktionsanzeige "Premium".

Optional hatte unser Testauto noch das Komfortpaket, das Mediapaket, Nebelscheinwerfer und Rückleuchten in LED, Xenon-Scheinwerfer inkl. LED-Tagfahrlicht sowie abgedunkelte Seitenscheiben ab der B-Säule.

Der Gesamtpreis liegt damit bei 35.179,22 Euro und unterstreicht den Premium-Anspruch des neuen Golfs.

Im Innenraum präsentiert sich der starke Diesel dann ebenfalls sehr sportlich und vor allem sehr hochwertig.

Alle Materialien vermitteln einen sehr guten Eindruck, und der Mix aus dunklen Tönen, den Sportsitzen mit Karo-Design und den Dekoreinlagen in Carbon-Optik passt dem GTD sehr gut.

Wie bei allen Golf-Modellen ist der Arbeitsplatz des Fahrers auch sehr aufgeräumt, und man findet sich schnell zurecht. Lediglich das neue Multifunktionslenkrad ist etwas mit Tasten überladen, und man benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit, um alles richtig im Griff zu haben.

Sehr gut gefallen hat uns, wie leicht man eine ideale Sitzposition im Golf findet. Sitze und Lenkrad sind für jeden Geschmack perfekt einstellbar, und man hat auch auf langen Strecken viel Komfort. Die Sportsitze bieten nämlich nicht nur perfekten Halt, sondern sind auch sehr bequem.

Ebenfalls im oberen Bereich der Klasse angesiedelt ist das Platzangebot, selbst im Fond finden Erwachsene für längere Etappen genug Platz.

Mit 380 Liter ist der Kofferraum ebenfalls großzügig dimensioniert, wer mehr Platz benötigt, kann das Volumen durch Umklappen der Rücksitze noch auf 1.270 Liter erweitern.

Der Golf kann aber auch mit praktischen Ablagen und intelligenten Details überzeugen. So sind die Ablagen in den Türen mit Stoff ausgelegt, damit dort untergebrachte Utensilien während der Fahrt nicht nervig rumklappern.

Damit der Diesel-Golf dann auch so sportlich ist wie er aussieht, werkt der bewährte 2,0 Liter TDI mit einer Leistung von 184 PS (135 kW) unter der Haube.

Sein maximales Drehmoment von 380 Nm liefert der Motor zwischen 1.750 und 3.250 U/min, wodurch ein für einen Diesel sehr breites Drehzahlband mit dem maximalen Drehmoment abgedeckt wird.

Unter den 1.750 U/Min merkt man aber ein kleines Turboloch, ist dieses mal überwunden, legt der TDI aber mächtig los und sorgt für sehr dynamische Fahrleistungen.

In nur 7,5 Sekunden wird der Sprint von 0 auf 100 km/h bewältigt, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h.

Das manuelle 6-Gang-Getriebe ist etwas länger übersetzt, und so fährt es sich auch auf der Autobahn noch angenehm leise, und man kann in der Stadt sehr schaltfaul unterwegs sein.

Benötigt man mehr Leistung, reicht ein Tipp aufs Gaspedal, und schon sprintet der Golf GTD auf und davon. Trotz der sportlichen Gangart kann man mit dem Golf auch sehr sparsam unterwegs sein.

Auf die vom Werk angegebenen 4,2 Liter Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometer kommt man aber selbst mit einem sehr sensiblen Gasfuß nur schwer. Wer es gemächlich angeht, ohne dabei zum Verkehrshindernis zu werden, kommt mit knapp über 5,0 Liter über die Runden.

In unserem Test haben wir öfters das Spaßpotential des Golf GTD genutzt und auf das Sparpotential eher verzichtet, wodurch der Durchschnittsverbrauch dann bei 5,6 Liter beheimatet war.

Für ein Auto dieser Leistungs- und Spaßklasse ein immer noch sehr guter Wert. Die Sportlichkeit des Golf GTD zeigt sich dann auch bei Fahrwerk und Federung.

Das im GTD serienmäßige Sportfahrwerk sorgt für eine perfekte Straßenlage bei jeder Gelegenheit. Egal, ob schnelle Kurven oder rasche Ausweichmanöver, der Golf GTD ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

Der Nachteil dabei ist, dass Menschen, die auf Komfort Wert legen, beim GTD an der falschen Stelle sind. Die Federung ist sehr hart ausgefallen, und jede Bodenunebenheit wird den Passagieren fast ungefiltert weitergeleitet.

Für Sportfans ist der Golf GTD aber ein Fahrzeug, welches sich auf keinem Fall vor dem GTI verstecken muss.

Der GTD ist vor allem für jene bestens geeignet, die zwar einen GTI möchten, jedoch aus wirtschaftlichen Gründen einen Diesel benötigen.

Sein sparsamer Verbrauch in Kombination mit der sportlichen Gangart macht den GTD zur vernünftigen Alternative zum GTI.

Wie die anderen Golf-Modelle auch, kann der GTD zudem mit einer perfekten Verarbeitung und einem schönen Materialmix glänzen, der ihn schon Richtung Premium-Liga schiebt.

Was uns gefällt:

das sportliche Outfit, die Verarbeitung, die Ausstattung, das Platzangebot, die Fahrleistungen, der Fahrspaß

Was uns nicht gefällt:

die etwas zu harte Abstimmung, die vielen Tasten am Lenkrad

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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