VW Golf R Cabrio - Testbericht

Mit dem Golf R Cabriolet hat VW im Frühjahr das stärkste Golf Cabrio aller Zeiten auf den Markt gebracht. Wir haben den 265 PS-Golf getestet.

Mit dem Golf R Cabriolet zeigt VW Mut zur Nische und bringt das ideale Auto für jene, die das Open-Air-Vergnügen des Golf Cabrios mit den Fahrleistungen eines Sportwagens verbinden möchten. Dass der schnelle Golf mit Stoffverdeck etwas ganz Besonderes ist, zeigt auch sein Preis von 49.730 Euro, der aber schon eine recht gute Serienausstattung inkludiert.

Neben ABS, ESP und vier Airbags gibt es auch die elektronische Differenzialsperre XDS, Xenon-Scheinwerfer, LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Sportledersitze, Sitzheizung vorne, eine verstellbare Mittelarmlehne vorne, ein elektrisches Stoffverdeck, das Radio RCD 310 und 18"-Leichtmetallfelgen.

Zusätzlichen wurden wir in unserem Testfahrzeug noch mit dem Light Assist, einem Tempomat, 19"-Alufelgen, der Mobiltelefonvorbereitung "Premium", der Multifunktionsanzeige "Premium", der Multimediabuchse, dem Navi RNS 510, einem Park Pilot, einer Rückfahrkamera, Schubladen unter den Vordersitzen, dem Spiegelpaket, einem Windschott, dem Winterpaket und der Deep Black Perl-Lackierung verwöhnt. Der Gesamtpreis klettert damit auf 56.219,12 Euro.

Das Golf R Cabrio lässt so aber auch kaum noch Wünsche offen und präsentiert sich extrem sportlich - innen wie außen. Im Innenraum stechen gleich die schön gestalteten und sehr bequemen Sportsitze mit R-Logo in den Kopfstützen ins Auge, die selbst auf weiten Strecken besten Komfort bieten. Das Platzangebot im R Cabriolet ist dabei genau so großzügig wie im normalen Golf Cabrio.

Der offene Golf ist ein waschechter Viersitzer, bei dem auch im Fond weite Strecken bequem gemeistert werden können. Das Kofferraumvolumen ist mit 250 Liter durchschnittlich groß und reicht für den Kurztrip ans Meer ebenso wie für den Besuch am Golfplatz.

Ganz wie man es von einem Golf gewohnt ist, präsentieren sich auch die Verarbeitung und die Funktionalität. Alles wirkt wie für die Ewigkeit gemacht, dabei kann das Golf R Cabriolet nicht verleugnen, dass die Gestaltung der Armatureneinheit schon etwas in die Jahre gekommen ist - vor allem, wenn man schon mal in einem Golf VII gesessen ist. Ein nettes Feature sind die blauen Tachonadeln, durch die sich das Golf R Cabrio von den anderen Golf Cabrio-Modellen abhebt.

Ebenfalls eine Klasse für sich ist dann natürlich der Fahrspaß, den das schnelle Cabrio liefert. Unter der schnittigen Motorhaube schlummert der bewährte 2,0 TSI, der im Falle des Golf R Cabriolet über eine Leistung von 265 PS (195 kW) verfügt. Sein maximales Drehmoment von 350 Nm liefert der Motor zwischen 2.500 und 5.000 U/Min. Gleich zum Start ist dabei mal ein kleines Turboloch zu überwinden, bevor der Motor mit einem sonoren Getöse seine ganze Kraft entfaltet.

Hier haben die Sound-Ingenieure ganze Arbeit geleistet, bei dem schönen Klang des Motors findet man es direkt schade, dass das Cabrio so verdammt gut gedämmt ist und der volle Klanggenuss nur mit offenem Verdeck zu erleben ist.

Zum Glück lässt sich das Verdeck in nur 9,5 Sekunden bei bis zu 30 km/h öffnen. Der Schließvorgang dauert mit 11 Sekunden nur unwesentlich länger, die 1,5 Sekunden werden dabei für die Verriegelung des Verdecks benötigt.

So steht dem ganzen Genuss aus Freiluft- und Fahrvergnügen dann nichts mehr im Wege. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,4 Sekunden hat das Golf R Cabriolet das Potenzial, gleich mal für eine neue Welle in der Frisur zu sorgen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h.

Der Leistung entsprechend angepasst sind nicht nur die gut zupackenden Bremsen, sondern auch das Sportfahrwerk und die Federung. Trotz aller Sportlichkeit wird der schnelle Golf nicht ungemütlich und eignet sich auch für Langstrecken hervorragend. Die Straßenlage ist dabei eine Wucht, man klebt förmlich auf der Straße und erreicht Kurvengeschwindigkeiten, bei denen eher der Beifahrer aus der Spur kommt, als das Fahrzeug selbst.

Durch die sehr direkte Lenkung lässt sich das Cabrio immer gut auf Kurs halten, und das bewährte 6-Gang-DSG-Getriebe hat zu jedem Zeitpunkt den passenden Gang parat. Wer die Gänge lieber selbst sortieren möchte, kann dies entweder über den Schaltstick oder die Paddels am Lenkrad tun.

Bei einem Fahrzeug, bei dem der Fahrspaß so im Vordergrund steht, ist dann natürlich auch der Benzinverbrauch etwas höher - wer viel arbeitet, hat halt auch mehr Durst. Die vom Werk angegebenen 8,2 Liter pro 100 Kilometer sind durchaus erreichbar, wenn man auf das Potential des Golf R Cabriolets verzichtet und die meisten der 265 Pferde im Stall lässt. Wir haben in unserem Test natürlich nicht auf eine ordentliche Portion Fahrspaß verzichtet und sind im Schnitt mit 9,9 Liter über die Runden gekommen.

Mit dem Golf R Cabriolet hat VW auf jeden Fall eine ganz tolle Verbindung aus Cabrio und Sportwagen geschaffen. Seine Sportlichkeit zeigt der schnelle Golf optisch sehr dezent und passt so auch zu jenen, die nicht gerne alle Blicke auf sich gerichtet sehen. Dabei bietet er den Fahrspaß, den man sich von sportlichen Autos wünscht, ohne dabei aber den Komfort zu kurz kommen zu lassen.

Die sehr bequemen Sitze und eine Ausstattung, bei der man sich sofort wie zu Hause fühlt, runden den positiven Gesamteindruck weiter ab. Zudem hat man mit dem Golf R Cabriolet ein sehr exklusives Auto, welches man schon aufgrund des recht hohen Preises nicht an jeder Ecke sehen wird.

Was uns gefällt:

der Mix aus Komfort und Sportlichkeit, die Sportsitze, die Fahrleistungen, das DSG-Getriebe

Was uns nicht gefällt:

der Preis, das Kofferraumvolumen

Testzeugnis: Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 3
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 2

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