VW Passat Alltrack - Testbericht

Die neue Generation des VW Passat Alltrack zeigt in unserem Test, dass die Mischung aus Offroad-Look und Kombi durchaus Vorteile hat.

Mit dem Passat Alltrack ist VW auch auf den Zug der Kombis im Offroad-Look aufgesprungen und bietet die neueste Generation ebenfalls wieder in einer Alltrack-Version an. Optisch hebt sich der Alltrack mit seinem Offroad-Look deutlich von den anderen Modellen ab, auch die etwas höher gelegte Karosserie fällt dabei ins Auge und erhöht den praktischen Nutzwert.

Für unseren Test haben wir den Passat Alltrack mit dem 190 PS starken TDI kombiniert, was eine vielversprechende Mischung aus Fahrspaß und Effizienz ergibt. Mit einem Preis von 49.640 Euro zählt der Passat Alltrack in dieser Version nicht gerade zu den Schnäppchen am Markt, bietet aber schon eine ordentliche Grundausstattung inkl. 2-Zonen-Klimaautomatik, dem Radio Composition Media, 17"-Alufelgen und vielem mehr.

Um den Premium-Anspruch zu unterstreichen, gibt es aber auch noch eine Fülle an Optionen, die das Autofahrer-Leben schöner und sicherer machen. Unser Testfahrzeug hatte zusätzlich noch die auffällige "habanero orange metallic"-Lackierung, den Trailer Assist, eine anklappbare Anhängevorrichtung, elektrisch anklappbare Außenspiegel, das Sky-Paket, das Business-Paket "Premium", 18"-Alufelgen, die Mobiltelefonvorbereitung "Comfort", das Navigationssystem "Discovery Pro" und die Umgebungsansicht "Area View" mit an Bord. Mit einem Gesamtpreis von 59.040,13 Euro wildert der Passat Alltrack zwar schon im Premium-SUV-Segment, ein Blick in den Innenraum zeigt aber, dass er um diesen Preis auch schon Premium-Ansprüchen gerecht wird.

Der robuste Offroad-Charakter beim Außendesign ist beim Innendesign nicht mehr zu finden, stattdessen gibt es ein sportliches Ambiente mit viel Luxus und modernem Touch. Die Zierelemente im Alu- und Carbon-Look gefallen dabei nicht nur gut, sie wirken auch sehr hochwertig und der Preisklasse angepasst. Das Design ist ebenfalls sehr übersichtlich, aber auch modern ausgefallen. Vor allem der virtuelle Tacho sticht dabei besonders hervor. Er kann mit einer Fülle an Informationen aufwarten und bleibt dabei dennoch übersichtlich.

Auch das große Navi besticht mit einer einfachen Bedienung und schönen Grafik. Wie von VW gewohnt, findet man sich im Passat Alltrack sofort zurecht und fühlt sich sehr wohl. Die vielfach verstellbaren Sitze bieten auch auf langen Strecken viel Komfort, und auch das Platzangebot kann sich sehen lassen. Selbst in der zweiten Reihe findet man noch viel Platz, und das Kofferraumvolumen von 639 bis 1.769 Liter übertrumpft locker das Ladevolumen vergleichbarer SUV, womit der Kombi im Offroad-Look für jene, die viel zu transportieren haben, die bessere Wahl ist.

Damit auch der Fahrspaß nicht zu kurz kommt, sollte man zum 190 PS (140 kW) starken 2,0 Liter TDI greifen, der in jeder Lebenslage überzeugt. Sein maximales Drehmoment von 400 Nm liefert der Motor zwischen 1.900 und 3.300 U/Min, doch schon gleich vom Start weg zeigt das Triebwerk hohe Agilität.

Wobei der Fahrer aus verschiedenen Fahrmodi wählen kann, bei denen alle Systeme auf den jeweiligen Modus angepasst werden. Die Palette reicht vom Eco- bis zum Sport-Modus, und auch eine individuelle Einstellung ist möglich. Für den Alltag empfiehlt sich der Normal-Modus, der eigentlich in jede Richtung hin perfekt abgestimmt ist. Er bietet genug Fahrspaß, das Fahrzeug bleibt dabei aber noch sehr komfortabel ausgelegt. Die Gänge des wunderbar schnell und fein schaltenden 6-Gang-DSG-Getriebes werden nicht so lang ausgedreht wie im Sport-Modus, und auch die Lenkung ist direkt genug.

Im Sport-Modus verwandelt sich der Passat Alltrack dann eher zum rasanten Schnelllademeister. Die Gaspedalkennlinie zeigt sich deutlich giftiger, die Gänge werden weiter ausgedreht und die Lenkung nochmals eine Spur härter und direkter. Der 477,7 cm lange Kombi verwandelt sich so vom Gefühl her zum kompakten Sportler, der sich gekonnt um enge Kurven zirkeln lässt.

Ruft man die volle Leistung ab, erreicht die digitale Tachonadel nach 8 Sekunden die 100 km/h-Markierung. Die Puste geht dem Passat Alltrack 2,0 TDI erst bei 220 km/h aus. Der Motor kann auch beim Zwischensprint voll überzeugen und liefert bei Überholvorgängen aus mittleren Drehzahlen noch viel Kraft, wobei das 6-Gang-DSG-Getriebe auch immer blitzschnell den passenden Gang bereit hält. Wer die Leistung zumindest halbwegs konsumiert, sollte mit einem Verbrauch von rund 6,7 Liter rechnen. Der Werksverbrauch ist mit 5,2 Liter angegeben und im normalen Alltagsbetrieb nicht ganz realistisch.

Dank dem 4Motion Allradantrieb, der etwas erhöhten Karosserie, dem geänderten Fahrwerk und dem Unterfahrschutz kann der Passat Alltrack auch abseits befestigter Straßen gut voran kommen. Er ist natürlich nicht mit einem Offroader vergleichbar, aber den Weg zur Berghütte über die Forststraße schafft man auch bei matschiger Witterung problemlos.

Durch die großen Fensterflächen ist der Passat Alltrack auch sehr übersichtlich, und wer oft mit einem Anhänger unterwegs ist, wird vom optionalen Trailer-Assist begeistert sein, der das Rangieren mit einem Anhänger zum Kinderspiel macht. Auch der adaptive Tempomat und die anderen Assistenzsysteme konnten im Test überzeugen und machen Langstrecken noch komfortabler, bzw. verhindern oder vermindern im Stadtbetrieb Auffahrunfälle oder helfen, Autos im toten Winkel wahrzunehmen.

Wer sich für den Passat Alltrack entscheidet, bekommt also ein Allroundtalent geliefert, das mit viel Komfort, Langstreckentauglichkeit und auch Fahrspaß überzeugen kann. Viel Platz und eine der Preisklasse entsprechende Verarbeitung sprechen ebenfalls für den geräumigen Kombi mit Offroad-Charakter.

Was uns gefällt:

das Design, die virtuellen Armaturen, das Platzangebot, der Fahrspaß, das DSG-Getriebe

Was uns nicht gefällt:

der Preis

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1

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