VW Passat CC 1.8 TSI im Test

Der Basispreis des Testwagens liegt bei 33.000 Euro

Der Volkswagen Passat CC polarisiert seine Betrachter. Doch die überwiegende Mehrzahl findet ihn begeisternd. Dieses Ziel haben die Designer des viertürigen Coupés aus Wolfsburg also erreicht. Sie wollten ein schönes und gleichzeitig edles Automobil für einen Markt, in dem Käufer von Premium-Automobilen groß nicht mehr grundsätzlich als gut und klein nicht mehr grundsätzlich als inakzeptabel verstehen.

Um es gleich vorwegzunehmen: Wer schön sein will, muss leiden, wenn er groß gewachsen oder gar als Sitzriese mit seinem CC klarkommen muss. Denn bei einer maximalen Höhe von 1,42 Metern bleibt unter dem weit nach hinten flach abfallenden Coupé-Dach nur wenig Innenhöhe , aber dafür viel Fußraum im mit 4,80 Meter langgestreckten Passat CC. Bei den vorderen Sitzen bleibt zwischen Sitzoberkante und der Dachunterkante nur ein kleiner Durchstieg, der das Einsteigen für Lange zu einer Übung werden lässt, die sie sonst nur bei flachen Sportflundern kennen: Füße voran und dann hineingleiten lassen.

Hat man so seinen Platz hinter dem Lenkrad eingenommen, vergisst man diese Turnübung rasch. Die Sportsitze unseres CC sind elektrisch vielfach einstellbar und lassen keinen Zweifel am guten Seitenhalt zu. Drinnen verbreitet in unserem Fall die zweifarbige Lederausstattung in Verbindung mit viel Holz und gut anzuschauenden Materialien, dickem Multifunktionslenkrad und klassisch-schönen Rundinstrumente die gewünschte Premium-Atmosphäre.

Dass sich Volkswagen hier keine Blöße gibt, konnte man angesichts des immer wieder betonten Qualitätsanspruchs erwarten. Überrascht hat uns aber der Motor. Denn unser CC mit immerhin 1.430 kg Leergewicht stand mit der kleinsten Benziner-Variante vor der Tür - dem 1,8 Liter TSI-Motor mit 118 kW / 160 PS , kombiniert mit dem Sechs-Gang-Handschalter .

Was da auf den ersten Blick als magere Motorisierung erscheinen mag, erweist sich im Alltag als mehr als ausreichend. Mit diesem Turbo-Direkteinspritzer beschleunigt unser CC in 8,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h , erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 220 km/h und das bei einem Praxis-Verbrauch von um die 9 Liter Super auf 100 km . Der Durchschnittswert nach EU-Norm liegt bei 7,6 Liter, der Kohlendioxidausstoß bei 180 Gramm pro Kilometer .

Das sogenannte "Downseizing" beim Motorhubraum schadet dem Fahreindruck also keinesfalls. Der Motor wirk zu keiner Zeit überfordert oder gar drehmomentschwach. Sein maximales Drehmoment liegt von 1.500 bis 4.200 Umdrehungen pro Minute bei 250 Newtonmetern - dem Turbolader sei Dank. Dem Lader verdankt der Motor auch seine einzige Schwäche, eine Anfahrschwäche, die beim Start einen sorgfältigen Umgang mit dem Gaspedal erfordert.

Mit dem von uns so geliebten Doppelkupplungsgetriebe (DSG) wäre davon sicher nichts zu spüren. Aber der Handschalter ist auch nicht von schlechten Eltern. Schaltwege wie im Sportwagen und selbst heute noch ungewöhnlicher hoher Schaltkomfort erleichtern den Verzicht auf die Automatik, die sowieso erst mit dem Sechszylinder im CC V6 "4Motion" bestellt werden kann. Der V6 liegt im Preis mit 50.200 Euro ein gutes Stück über dem Basispreis des "kleinsten" CC.

Auch mit vollem 532-Liter-Kofferraum und voller Zuladung von 490 Kilogramm bleibt der Passat CC mit dem Vierzylinder ein fahraktives Auto, zumal mit der adaptiven Fahrwerksregelung DCC . Die erlaubt die Auswahl von drei Fahrprogrammen , ein automatisches , eines namens " Comfort " für die Fahrt mit der Familie und eines namens " Sport " für den Ausritt allein.

Der Passat CC ordnet sich also sogar mit dem kleineren Motor zwischen den beiden weiteren Modellen dieser neuen Fahrzeugklasse ein. Er muss sich angesichts seines Basispreises von 33.000 Euro und seines Designcharakters weder vor dem Mercedes-Benz CLS noch vor dem Jaguar XF verstecken. Und wie bei diesen beiden Vertretern kann man auch beim CC mächtig viel Geld in die Individualisierung seines Autos stecken.

auto-reporter

Die neuesten Meldungen

Markenwelt