VW Passat Variant - Testbericht

Die neueste Generation des Passat präsentiert sich mit nobler Optik und vielen technischen Raffinessen. Wie der schwächste Motor zu dem Kombi passt, zeigt unser Test.

Seit 2010 ist die siebente Generation des VW Passat erhältlich. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt der neue Passat noch eleganter und kann auch mit vielen neuen Assistenzsystemen aufwarten. Beliebteste Karosserievariante bleibt dabei der Variant, der auf 477 cm Länge jede Menge Platz bietet. In unserem Test muss sich der praktische Kombi in der höchsten Ausstattungsline, aber mit dem schwächsten Motor beweisen.

In serienmäßiger Ausführung kommt der Passat Variant Highline mit dem 105 PS starken TDI mit BlueMotion-Technologie auf 34.830 Euro. Um diesen Preis kann der Passat dann bereits mit jeder Menge Komfortextras aufwarten.

Mit an Bord sind unter anderem schon viele Applikationen im Chrom-Design, eine Dekoreinlage aus gebürstetem Aluminium, eine elektronische Parkbremse, Regensensor, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Komfortsitze vorne inkl. Sitzmittelbahnen aus Alcantara, die Komfortstartfunktion "Press & Drive", 17"-Leichtmetallräder, eine Mittelarmlehne vorne, eine Einparkhilfe, das Radio RCD310 und eine Geschwindigkeitsregelanlage.

Unser Testauto verwöhnte uns zusätzlich noch mit dem Ambientepaket, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, dem Fernlichtassistenten "Light Assist", dem Parklenkassistent "Park Assist", einem Navigationssystem, einer Mobiltelefonvorbereitung und dem Raucherpaket, was den Gesamtpreis auf 36.317,16 Euro katapultiert.

Dafür präsentiert sich der Passat Variant auch mit einer wirklich sehr wohnlichen Ausstattung, die es einen selbst auf Langstrecken an nichts mangeln lässt. Die Sitze sind sehr bequem, und die Bedienung ist intuitiv und ohne großartiges Studium der Betriebsanleitung möglich.

Der Innenraum präsentiert sich elegant und hochwertig, die Verarbeitung ist auf Premium-Niveau und besticht durch viel Liebe zum Detail. Einzig die sehr schöne Dekoreinlage aus gebürstetem Aluminium spiegelt sich bei starker Sonneneinstrahlung unangenehm im Außenspiegel, was die Sicht nach hinten beeinträchtigt.

Keinen Grund zur Kritik gibt es dann beim Platzangebot. Der Passat bietet sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Reihe genügend Raum für die Passagiere, und das Kofferraumvolumen ist in Standardsitzkonfiguration mit 603 Litern äußerst großzügig bemessen.

Bei Bedarf lassen sich die Rücksitze mit nur einem Handgriff umklappen, und das Volumen vergrößert sich damit auf 1.731 Liter, was dann auch für größere Transporte ausreichen sollte.

Hinzu gesellen sich noch viele Ablagen und ein gekühltes Handschuhfach, welches auch größere Getränkeflaschen aufnehmen kann.

Im Kapitel Innenraum kann der neue Passat somit schon überzeugen, bleibt jetzt noch die Frage zu klären, ob der schwächste Motor für den Kombi auch eine gute Wahl ist.

Auf dem Papier klingen die Eckdaten ja nicht gerade nach viel Fahrspaß. Der 105 PS (77 kW) TDI-Motor verfügt zwar über ein maximales Drehmoment von 320 Nm, welches zwischen 1.500 und 2.500 U/Min bereit steht, muss aber auch mindestens 1.543 kg bewegen.

Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der Passat Variant dann 12,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 193 km/h, was ja beides schon mal nicht wirklich schlecht klingt.

Gleich nach dem Start fällt die gute Geräuschdämmung auf, bei der fast kein Diesel-Nageln in den Innenraum dringt, und selbst bei hohem Tempo bleibt es noch immer angenehm ruhig im Innenraum, was die Reisequalitäten des Passat nochmals unterstreicht.

Zur großen Überraschung hat der kleine Diesel auch leichtes Spiel mit dem großen VW. Sowohl im Stadtbetrieb als auch Überland hat man nie das Gefühl, untermotorisiert zu sein. Lediglich bei Überholmanövern oder bei Bergpassagen merkt man, dass dem Passat ein paar PS mehr nicht schaden würden.

Hier ist dann für eine optimale Fortbewegung fleissiges Schalten angesagt, was jedoch durch das knackig zu schaltende 6-Gang-Getriebe nicht störend ist. Die ersten Gänge sind eher kurz übersetzt, während die oberen Gänge durch ihre längere Übersetzung für mehr Sparsamkeit sorgen.

Dank der BlueMotion-Technologie inklusive Start/Stopp-Automatik soll sich der Passat Variant TDI mit 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer begnügen. Wer seinen Gasfuß sehr zügelt und den Windschatten von LKW´s nützt, hat vielleicht eine Chance, an diesen Wert heran zu kommen. In unserem Test hat sich der Passat bei normaler Fahrweise mit 5,9 Liter auf 100 Kilometer begnügt, was zwar 1,5 Liter vom Werksverbrauch entfernt ist, jedoch in Bezug auf die Fahrzeuggröße und Kategorie durchaus in Ordnung geht.

Mit dem 70 Liter-Tank sind so noch immer weit über 1.000 Kilometer Reichweite möglich, was abermals die Langstreckentauglichkeit unter Beweis stellt.

Bei Fahrwerk und Federung ist der Passat auch eher auf Komfort ausgelegt, was sehr gut zum Familien- und Businesskombi passt. Bodenunebenheiten werden perfekt weggefiltert, man kann aber durchaus auch beherzt die Kurven nehmen, ohne Angstzustände zu bekommen.

Hier macht wieder einmal die gute Mischung das Erfolgsgeheimnis aus. Bei der Übersichtlichkeit leistet sich der Passat Variant ebenfalls keine Schwächen, eine weitere Erleichterung beim Einparken bietet die automatische Einparkhilfe.

Dabei sucht das Fahrzeug per Knopfdruck eine passende Parklücke und übernimmt dann auch die Lenkbewegungen, bis es eingeparkt ist. Bei engen Straßen tut es aber manchmal gut, noch ein paar Korrekturen selbst vorzunehmen, da die automatische Einparkhilfe nicht immer perfekt zum Gehsteigrand einparkt.

Der Passat Variant kann durchaus auch mit dem schwächsten Motor überzeugen. Er bietet viel Platz sowie Komfort und ist auch langstreckentauglich. Wer mehr auf eine gute Ausstattung setzt und nicht ständig Bergpassagen bewältigen muss, ist auch mit der Kombination aus Highline-Ausstattung und schwachem Diesel gut bedient. Setzt man mehr auf Fahrspaß, sollte man aber zu einer höheren Motorisierung greifen.

Was uns gefällt:
Der Fahrkomfort, die Sitze, die elegante Ausstattung, der automatische Einparkassistent, dass der schwache Motor so gut mit dem schweren Kombi zurecht kommt.

Was uns nicht gefällt:
Die Spiegelung der Dekorleiste in den Außenspiegeln.

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 1-
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 1
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 1
  • Kofferraum: 1
  • Ablagen: 1-
  • Übersichtlichkeit: 1

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