VW Scirocco 2.0 TSI DSG im Test

Der Einstieg beginnt mit 122 PS und bei 24.900 Euro

Scirocco - das stand einst für einen bezahlbaren und grundsoliden Volkswagen mit sportlicher Note. Nach zwei Modellgenerationen und 16 Jahren Pause ist er jetzt wieder da. Schneller, schöner und sportlicher denn je und mit Preisen, die attraktiv geblieben sind. Der Einstieg beginnt mit 90 kW / 122 PS und bei 24.900 Euro . Wir fuhren die Topmotorisierung in Form des 2,0-Liter-TSI mit 147 kW / 200 PS und 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, die sich zu einer gelungenen Kombination zusammenfügen.

Das Design des Scirocco besteht aus Gegensätzen, die sich zu einem sportlichen Gesamtauftritt zusammenfügen: vorne kantig, hinten bullig . Bestimmen an der Frontpartie eher gerade und scharf gezogene Linien den Auftritt des Wolfsburgers, sind es hinten Rundungen. Die ansteigende Schulterlinie und die abfallende Dachpartie laufen hinten aufeinander zu. Gleiches gilt für die Fahrzeugbreite. Die untere Hälfte des Scirocco weitet sich nach hinten und betont vor allem die größere Spurweite der Hinterachse, Fenster- und Dachlinie hingegen verjüngen sich zum Heck hin. Das bekommt der Fahrer im Alltag vor allem bei Rückwärtsfahren zu spüren. Die immer schmaler werdenden, hinteren Seitenfenster und die mächtige C-Säule schränken in Verbindung mit der ebenfalls recht kleinen Heckscheibe und den hinteren Kopfstützen die Sicht merklich ein. Für den Parkpiloten ist man daher besonders dankbar, der allerdings sehr früh beginnt, Alarm zu schlagen.

Das potente und drehfreudige 147 kW / 200 PS-Triebwerk stammt von Audi, verrichtet auch im TT seine Dienste und verwandelt den Scirocco ebenfalls in eine echte Sportskanone. Das maximale Drehmoment von 280 Newtonmeter liegt über einen sehr breiten Drehzahlbereich an. Das kaum spürbar arbeitende Doppelkupplungsgetriebe DSG fördert die Freude am Gasgeben zusätzlich. Im S-Modus liegt noch ein Hauch mehr Spurtstärke an und werden die Gangstufen bis leicht in den roten Bereich des Drehzahlmessers hinein ausgereizt. Doch schon in der Standardabstufung D lässt der Scirocco nichts an Sportlichkeit zu wünschen übrig. Wer mit Kick-down anfährt, bringt fast immer die Reifen zum Quietschen, und bei freier Fahrt auf der Autobahn wechselt das Getriebe erst kurz vor dem roten Bereich und bei bereits knapp 220 km/h von fünften in den sechsten Gang . Der Fahrer hat außerdem die Wahl, über die beiden Schaltwippen am Lenkrad ins Getriebegeschehen einzugreifen oder auch den manuellen Modus am Schalthebel selbst zu wählen.

Begleitet werden die hohen Beschleunigungswerte von einem kernigen Klang aus dem Doppelendrohr, der über ein spezielles Akustikrohr in den Innenraum weitergeleitet wird und nicht übertrieben wirkt. Nachteil: Bei hoher Geschwindigkeit wird es entsprechend laut im Scirocco . Keine Frage, der Scirocco 2.0 TSI ist ein echter Bleifuß-Kandidat. Wer ihn fährt, will seine Leistung auch so oft es geht abrufen. Das Fahrwerk ist dem Zweck entsprechend hart abgestimmt. Das bei starken Lastwechseln nach außen drängende Heck wird vom zuverlässig ansprechenden ESP rasch wieder eingefangen. Als Normverbrauch sind 7,6 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer angegeben. Der Bordcomputer nannte in unserem Fall 9,3 Liter .

Das Interieur ist VW-typisch hochwertig. Die Gestaltung des Armaturenbretts und der Instrumente ist ohne Firlefanz und so gediegen, dass sie eigentlich jedermanns Geschmack zufriedenstellen sollte. Es wirkt beinahe schon zu brav. Sportliche Noten setzen das unten abgeflachte und in der Mitte besonders grifffreudig gestaltete Lenkrad sowie die dreieckigen Türgriffe, deren Motiv die Streben an beiden Seiten der Mittelkonsole wieder aufgreifen. Die Vordersitze passen perfekt , bieten hohen Seitenhalt und liegen auch im Kopfbereich angenehm an. Hinten sind zwei ausgeformte Einzelsitze mit integrierten Kopfstützen verbaut. Die Beinfreiheit im Fond ist recht ordentlich , der Kopf findet wegen des stark abfallenden Daches weit weniger Platz. Auch der Einstieg nach hinten ist knapp bemessen. Die Lehnen der beiden Rücksitze lassen sich für den Gepäcktransport umklappen. Der Scirocco geizt ohnehin nicht mit seinem Kofferraum. Das Volumen von über 300 Litern ist ein recht ordentlicher Wert für einen solchen Wagen und für den Alltag ausreichend. Lediglich die sehr hohe Ladekante und das Fehlen eines Griffs an der Heckklappe erschweren das Beladen ein wenig.

Fazit: VW bietet mit dem Scirocco 2.0 TSI einen echten Volkssportwagen mit viel Leistung, hoher Fahrfreude und trotzdem ausreichender Alltagstauglichkeit selbst für die kleine Familie.

auto-reporter

Die neuesten Meldungen

Markenwelt