VW Scirocco Sport 2,0 TSI - Testbericht

Der frisch geliftete Scirocco zeigt sich noch dynamischer als bisher, vor allem in der von uns getesteten Sport-Version mit 2,0 Liter-TSI-Motor.

Im Jahr 2008 hat VW den Scirocco wieder zum Leben erweckt, im Jahr 2014 wurde das schnittige Coupé überarbeitet und zeigt in unserem Test, dass seine sportlichen Gene sehr ausgeprägt sind. Das Facelift hat dem Scirocco sehr gut getan, vor allem die neue Frontpartie verleiht dem Coupé einen viel kraftvolleren Auftritt.

Für unseren Test haben wir den Scirocco in Sport-Ausführung gewählt und ihn mit dem 180 PS starken 2,0 Liter-TSI-Benzinmotor inkl. 6-Gang-DSG-Getriebe kombiniert. Der Listenpreis liegt bei 35.950 Euro und bietet schon eine sehr gute Grundausstattung. An Bord sind unter anderem schon das R-Line Exterieur-Paket, Xenon-Scheinwerfer, elektrische Fensterheber, eine Klimaanlage, 18"-Leichtmetallfelgen, das Radio RCD 310, eine Mittelarmlehne vorne, Sportsitze mit Stoff "Matthew", LED-Rückleuchten und die Zusatzinstrumente auf der Mittelkonsole.

Unser Testfahrzeug verwöhnte dann noch mit einer 2-Zonen-Klimaautomatik, dem Licht- und Sicht-Paket, einer Mobiltelefon-vorbereitung, einem Panorama-Ausstelldach, dem Parkpilot, dem Radio RCD 510, einem Reserverad, dem Winterpaket, einem Multifunktions-Lederlenkrad, der Müdigkeitserkennung und der Pure White-Lackierung. Der Gesamtpreis liegt damit bei 40.287,64 Euro und bietet schon eine Ausstattung, bei der man sich rundum wohl fühlt.

Auch wenn der Innenraum jenem des Golf VI noch sehr ähnlich ist, versprüht er wesentlich mehr Dynamik. Die Alu-Dekorelemente stehen dem Scirocco-Innenraum ebenso gut wie die auf der Mittelkonsole montierten Zusatzinstrumente, die den sportlichen Charakter stark unterstreichen. Sportsitze im Karo-Look und eigens gestaltete Türeinlagen mit großen Haltegriffen runden die Änderungen zum Golf weiter ab und verleihen dem Scirocco einen eigenen Stil. Zudem fühlt man sich auf Anhieb sehr wohl und findet sich auch schnell zurecht. Ein griffiges Lederlenkrad und die bequemen Sportsitze gefallen dabei ebenso, wie das für ein Coupé dieser Klasse recht großzügige Raumangebot.

Vor allem Fahrer und Beifahrer haben sehr viel Platz, im Fond wird es bauartbedingt natürlich wieder etwas enger, und auch der Zugang zu den hinteren Sitzplätzen ist nur für gelenkige Personen eine einfache Sache. Mit einem Fassungsvermögen von 312 bis 1.006 Liter zeigt sich auch der Kofferraum sehr großzügig dimensioniert, und im Innenraum finden sich auch viele große Ablagen, die den praktischen Nutzwert des Coupés erhöhen.

Damit der Scirocco nicht nur sportlich aussieht, sondern sich auch sportlich fährt, trifft man mit dem 2,0 Liter-TSI-Motor eine ideale Wahl. Der 180 PS (132 kW) starke Direkteinspritzer mit Turboaufladung erreicht sein maximales Drehmoment von 280 Nm bereits bei 1.250 U/Min und hält es bis zu 4.400 U/Min bereit.

Gleich nach dem Start geht der Scirocco schon mächtig zur Sache und überzeugt mit einem Antritt, den man sonst nur von Autos gewohnt ist, die um einiges mehr Leistung bieten. Das 6-Gang-DSG-Getriebe wechselt dabei sehr schnell die Gänge, wer möchte, kann diese aber auch via Schaltwippen am Lenkrad selbst sortieren.

Um das ganze sportliche Potential zu nutzen, sollte man den Automatikwählhebel auf "S" für Sport stellen. Die Gänge werden dann weiter ausgedreht, und man hat das Gefühl, dass der Motor nochmals ungeahnte Kraftreserven mobilisiert. Vom Start weg erreicht die Tachonadel nach 7,4 Sekunden die 100 km/h-Grenze, und man ist bis zu 225 km/h schnell unterwegs. Beachtlich ist dabei aber auch die Durchzugskraft beim Zwischensprint. Überholmanöver auf der Landstraße werden zum reinsten Vergnügen, und das Ganze wird auch noch von einem herrlichen Sound untermalt.

Der Motor verrichtet seine Arbeit bei normaler Gangart sehr leise, lediglich im Sport-Modus oder bei beherztem Tritt aufs Gaspedal entwickelt er einen sehr sportlichen, aber auch schönen Klang. Fahrwerk und Federung laden ebenfalls zu einer sehr sportlichen Gangart ein, und der Scirocco scheint förmlich auf der Straße zu kleben. Als Fahrer sehnt man sich dann schon nach kurvigen Strecken, auf denen der Scirocco sein sportliches Potential voll unter Beweis stellen kann. Dennoch bleibt das VW Coupé auch langstreckentauglich und bietet noch genug Komfort, um auch bequem weite Strecken zu absolvieren.

Der Verbrauch unterliegt dabei einer recht großen Schwankungsbreite. Wer den Scirocco gemächlich bewegt, wird durchaus unter 7 Liter pro 100 Kilometer schaffen und somit in die Nähe der vom Werk angegebenen 6,4 Liter kommen. Wer das sportliche Coupé so bewegt, wie es für ein Auto dieser Klasse bestimmt ist, der sollte mit 8,0 Liter rechnen, außer er ist im Sport-Modus unterwegs, dann sollte nochmals ein halber Liter als Expresszuschlag einkalkuliert werden.

So richtig wohl fühlt sich der Scirocco auch außerhalb der Stadt, wo er seine Sportlichkeit ausleben kann. In der Stadt stören zudem die großen Türen, die bei Schrägparkplätzen nicht gerade praktisch sind, und die schlechte Rundumsicht. Durch die sportliche Linienführung und die nach hinten hin ansteigende Fensterlinie werden die hinteren Scheiben auf Schießschartengröße reduziert.

Der Scirocco kann auf jeden Fall mit einem extrem hohen Spaßfaktor überzeugen und bietet dabei für ein Coupé auch noch viel Platz. Mit dem 2,0 Liter-TSI mit 180 PS trifft man zudem eine sehr gute Wahl, wenn man Fahrspaß und Unterhaltskosten in Relation setzt. Der 125 PS starke TSI würde dem sportlichen Charakter sicher nicht gerecht werden, der 2,0 TSI mit 220 PS wiederrum bietet auch nicht viel mehr Spaß, ist aber bei Anschaffung und Unterhalt teurer.

Was uns gefällt:

der Fahrspaß, der sportliche Auftritt, die Straßenlage, die Ausstattung

Was uns nicht gefällt:

der Zugang zum Fond, die Übersichtlichkeit

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 3
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 2
Ablagen: 2
Übersichtlichkeit: 3-

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