VW Taigo im Test

In unserem Testbericht mit dem VW Taigo R-Line TSI DSG verraten wir, warum er zwar unterhalb des T-Roc positioniert ist, diesen aber dennoch übertrumpfen kann.

Mit dem neuen Taigo hat VW erstmals ein SUV-Coupé in der kleinen SUV-Klasse im Modellprogramm. Die technische Basis teilt er sich mit dem VW T-Cross .

Optisch zeigt er sich aber komplett eigenständig, vor allem das Heck mit Coupé-Charme sticht dabei ins Auge. Bei den Abmessungen übertrumpft er sogar den höher positionierten T-Roc um einige Zentimeter.

Besonders gut zum dynamischen Look passt die R-Line-Ausstattung, die dem SUV-Coupé einen noch sportlicheren Touch verleiht.

Mit dieser Ausstattung und in Kombination mit dem 110 PS starken Benziner mit DSG-Getriebe kommt man auf einen Basispreis von 31.762,08 Euro.

Der günstigste Taigo ist mit 24.290,- Euro gerade einmal um 200,- Euro teurer als der T-Cross, dabei aber deutlich größer.

In der sportlichen R-Line-Line gibt es auch schon eine sehr gute Basisausstattung, die unter anderem schon das Fahrerassistenzpaket „Plus“, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, das Digital Cockpit Pro inkl. Infotainmentsystem mit 8“-Touchscreen und beheizbare Vordersitze beinhaltet.

Unser Testfahrzeug hatte noch das IQ.Light mit LED-Matrix-Scheinwerfern, das Navigationssystem „Discover Media“, 18“-Alufelgen, ein schlüsselloses Schließ- und Startsystem, das Unlimited-Paket und die Pure White-Lackierung mit an Bord.

Sportlicher Look auch im Innenraum

Der Gesamtpreis summiert sich damit auf 34.394,48 Euro, dafür bekommt man aber auch einen sehr komfortablen City-SUV mit richtig coolem Look geliefert.

Im Innenraum zeigt sich der Taigo R-Line ebenfalls von einer sehr sportlichen Seite. Die sehr bequemen Sportsitze mit R-Logo im oberen Teil der Rückenlehne haben ein schönes Rauten-Muster, zudem gibt es viele Dekorelemente in Klavierlack- und Alu-Optik.

Das Digitalcockpit kann mit einer schönen und übersichtlichen Darstellung aufwarten, wie üblich fehlt aber leider eine Anzeige, ob das Licht an ist oder nicht. Um diese Information zu erhalten, muss der Fahrer den Blick von der Straße nehmen und fast schon im Fußraum nach dem Lichtschalter suchen, der als Einziges einen Hinweis darauf gibt.

Mehr Lob gibt es für den 8“-Touchscreen, der mit seitlich positionierten Schnellwahltasten und Drehreglern aufwarten kann, die für eine schnelle Interaktion sorgen.

Eine schöne grafische Darstellung rundet den positiven Eindruck des Infotainmentsystems weiter ab. Der Taigo verfügt auch über viele praktische Ablagen und große Staufächer in den Türen.

Die Mittelarmlehne ist dafür leider nur in der Länge und nicht in der Höhe verschiebbar, wodurch sie eigentlich viel zu tief positioniert ist. Hier hat sich leider mal wieder der Sparstift an völlig falscher Stelle durchgesetzt.

Trotz Coupé-Linienführung kann sich das Platzangebot im Taigo sehen lassen. Für einen SUV dieser Klasse bietet er auch im Fond noch genug Raum.

Großer Kofferraum

Mit einem Fassungsvermögen von 440 bis 1.222 Liter ist der Kofferraum zudem für ein Auto dieser Klasse enorm großzügig dimensioniert. Er ist sogar um nur wenige Liter kleiner als beim T-Roc .

Eine sehr gute Wahl trifft man auch, wenn man den Taigo mit dem 1,0 Liter-3-Zylinder-Turbobenziner mit 110 PS (81 kW) ausrüstet. Vor allem in Kombination mit dem 7-Gang-DSG-Getriebe hat uns der Motor überzeugt.

Zwischen 2.000 und 3.000 U/Min liefert er ein maximales Drehmoment von 200 Nm. Zur großen Überraschung wirkt der Motor dabei vor allem von unten heraus sehr spritzig.

Wir hätten dem Triebwerk nach den ersten Metern durchaus eine Leistung von mindestens 130 PS zugetraut, so kraftvoll wird die Leistung geliefert.

Erst bei voller Beschleunigung nach oben hinaus stellt man fest, dass die Leistung doch enden wollend ist. Hier merkt man dann schon, dass sich der 3-Zylinder etwas anstrengen muss.

Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen 10,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 191 km/h, was beides als ausreichend gesehen werden sollte.

Sehr angenehmer Begleiter

Immerhin kann man bei diesen Fahrwerten den sportlichen Auftritt durchaus noch bestätigen, und in der Praxis ist der Taigo ein wirklich sehr angenehmer Begleiter.

Das 7-Gang-DSG-Getriebe sorgt für sehr schnelle und sanfte Schaltvorgänge, zudem ist die Geräuschdämmung wirklich gelungen.

Selbst bei voller Beschleunigung und bei Autobahntempo bleibt der 3-Zylinder-Motor akustisch noch sehr dezent, was sie Reisequalitäten des Taigo unterstreicht.

Wie bei VW gewohnt sind auch Fahrwerk und Federung perfekt abgestimmt, und der Taigo ist sehr komfortabel und liegt gut auf der Straße.

Die Lenkung kann mit ihrer Direktheit ebenfalls überzeugen, und so macht es viel Spaß, den Taigo über kurvenreiche Landstraßen zu bewegen.

Wer sich an der sportlichen Ausrichtung hin orientiert, wird beim Verbrauch eher an der oberen Grenze der vom Werk genannten Werte liegen, so wie wir.

Wir sind im Schnitt auf einen Verbrauch von 6,6 Liter gekommen, laut Werk sollte der Motor zwischen 5,9 und 6,7 Liter vom teuren Sprudel konsumieren. Ist man eher gemütlich unterwegs, kann man aber sicher sogar die 5,9 Liter unterbieten.

Gute Sicherheitsausstattung

Wie ein Großer zeigt sich der Taigo wenn es um das Thema Sicherheit geht. Sogar ein adaptiver Tempomat ist schon an Bord des kleinen SUV-Coupés.

Eines der Highlights sind aber die optionalen LED-Matrix-Scheinwerfer, die man sich auf jeden Fall gönnen sollte.

Die Ausleuchtung der Fahrbahn ist mit dem IQ.Light-System wirklich hervorragend und trägt viel zur Sicherheit bei Nacht bei.

Der Taigo hat in unserem Test auf jeden Fall gezeigt, dass er ein ganz großer Wurf ist. Er hebt sich optisch wohltuend von seinen Brüdern ab und kann sich sowohl gegen den etwas bieder gestalteten T-Cross, als auch gegen den höher positionierten T-Roc durchsetzen.

Nicht nur bei der Länge übertrifft er seine Brüder, er hat in unserem Test auch gezeigt, dass er bei Fahrkomfort und Platzangebot sogar mit dem T-Roc mithalten kann. Hinzu kommt, dass er nur geringfügig teurer als der T-Cross ist, aber wesentlich günstiger als der T-Roc kommt.

Der Taigo ist ein wirklich angenehmer Begleiter, der genug moderne Features bietet, aber noch nicht zu überladen mit Technik ist.

Was uns gefällt:

Das Design, der Fahrkomfort, die Straßenlage, das DSG-Getriebe, das Preis/Leistungsverhältnis

Was uns nicht gefällt:

Die nicht in der Höhe verstellbare Mittelarmlehne, dass es keine Kontrollleuchte für das Licht im Armaturenträger gibt

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1-
Verbrauch: 2
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2
Kofferraum: 1
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 1-

Technische Daten VW Taigo:

VW Taigo R-Line TSI DSG
Testwagenpreis ohne Extras € 31.762,08
Testwagenpreis mit Extras € 34.394,48
davon Steuern € 7.155,65
Technische Daten
Zylinder 3
Hubraum in ccm 999
Leistung PS/KW 110/81
Max. Drehmoment Nm/bei U/min 200/2.000 – 3.000
Getriebe 7 Gang Automatik
Antriebsart Frontantrieb
Fahrleistung und Verbrauch
0 – 100 km/h in sek. 10,9
Höchstgeschwindigkeit in km/h 191
Durchschnittsverbrauch in Liter 5,9 – 6,7
CO2 Ausstoß pro km in Gramm 133 – 152
Abmessungen und Gewichte
Länge in cm 426,6
Breite in cm 175,7
Höhe in cm (inkl. Dachgalerie) 151,5
Radstand in cm 255,4
Kofferraumvolumen in Liter 440 – 1.222
Tankinhalt in Liter 40
Leergewicht in kg 1.260
Zulässiges Gesamtgewicht in kg 1.720
Max. Zuladung in kg 460