Der neue VW Tiguan - Testbericht

Die neue Generation des Tiguan hat nur noch den Namen mit dem Vorgänger gemeinsam. Wir verraten in unserem Test, wie sich der Tiguan verändert hat.

Mit dem Tiguan ist VW auf Anhieb ein Volltreffer im kompakten SUV-Segment geglückt. Die neue Generation soll jetzt an die Erfolge der ersten Generation anknüpfen. Keine leichte Aufgabe, denn das Segment wächst stetig, und die Konkurrenz schläft nicht. Daher hat VW den neuen Tiguan komplett neu entwickelt und in jede Richtung deutlich aufgewertet. Das Design besticht jetzt mit sehr scharfen Kanten, die dem SUV einen überaus sportlichen Touch verleihen und ihn auch deutlich hochwertiger wirken lassen als bisher. Bei der Ausstattung soll man nun Oberklasse-Feeling spüren, was sich leider auch preislich bemerkbar macht.

Der Listenpreis unseres Testfahrzeugs liegt bei 44.300 Euro und ist schon recht happig. Zumindest gibt es um diesen Preis schon eine ansehnliche Serienausstattung inkl. 2-Zonen-Klimaautomatik, 18"-Leichtmetallfelgen, Licht- und Regensensor, Multifunktionslederlenkrad, beheizbare Vordersitze und vieles mehr.

Optional hatten wir noch das Cargo-Paket, das Navigationssystem "Discover Pro", das Premium-Paket und das Sky-Paket an Bord, womit sich ein Endpreis von 50.085 Euro ergibt.

Der Innenraum des neuen Tiguan wirkt sehr vertraut und dennoch auch neu. Vor allem das virtuelle Cockpit und das große Touchscreen-Display in der Mittelkonsole verleihen dem Interieur einen sehr modernen Touch. Die digitalen Anzeigen wirken auf den ersten Blick zwar etwas überladen, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase findet man sich aber gut zurecht. Je nach Einstellung ändert sich auch die Anzeige, und im Navi-Modus wird die Navi-Karte groß eingeblendet und Tacho sowie Drehzahlmesser wandern verkleinert an die Ränder der Anzeige. Wie gewohnt fühlt man sich im Tiguan auch sofort sehr wohl und findet sich schnell zurecht. Die Verarbeitung ist der Preisklasse entsprechend hochwertig, und auch die Materialanmutung kann sich sehen lassen. Viele praktische Ablagen sind über den Innenraum verteilt, und auch das Platzangebot gibt keinen Grund zur Klage.

Egal ob Vordersitze oder Rückbank, alle Passagiere können sich über viel Raum freuen. Noch beachtlicher zeigt sich das Kofferraumvolumen. Der Tiguan kann mit 615 Liter Stauraum aufwarten, der durch einfaches Umklappen der Rücksitze bis auf 1.655 Liter erweitert werden kann. Damit zeigt sich der Tiguan auch schon als kleiner Konkurrent von kompakten Vans, immerhin ist auch das Beladen dank der elektrischen Heckklappe, die auch per "Fußtritt" unter den hinteren Stoßfänger geöffnet werden kann, sehr einfach.

Eine gute Wahl sollte auch der 2,0 Liter-TDI mit 150 PS darstellen, der sich als goldene Mitte zwischen den Starken und Schwachen Diesel-Aggregaten angesiedelt hat. In Kombination mit Allradantrieb und dem 7-Gang-DSG-Getriebe sollte man für alle Einsatzgebiete bestens gerüstet sein. Der 150 PS (110 kW) starke Dieselmotor erreicht sein maximales Drehmoment von 340 Nm zwischen 1.750 und 3.000 U/Min. Er hängt dabei aber schon vom Start weg sehr gut am Gas und vermittelt viel Spritzigkeit. Die Arbeit wird vom Motor sehr leise verrichtet. Die Geräuschdämmung ist zudem wirklich gut, sodass auch bei Autobahntempo nur geringe Abroll- und Windgeräusche in den Innenraum dringen.

Der neue Tiguan ist somit das ideale Reisefahrzeug. Das 7-Gang-DSG-Getriebe kann jederzeit mit dem passenden Gang aufwarten. Die Gänge werden dabei ebenso sanft wie schnell gewechselt, so dass man im normalen Fahrbetrieb eigentlich nichts von der Arbeit des Getriebes mitbekommt. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen auch nur 9,3 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit sollte mit 200 km/h ebenfalls mehr als ausreichend sein.

Gut gelungen ist auch die Abstimmung zwischen Fahrkomfort und Straßenlage. Der Tiguan fährt sich überaus komfortabel, liegt dabei aber dennoch perfekt auf der Straße. Durch die sehr leichte und direkte Lenkung vermittelt der Tiguan ein hohes Maß an Fahrspaß und fühlt sich wesentlich kompakter an, als er es mit seinen 448 cm Länge ist.

In der Mittelkonsole befindet sich auch ein Dreh/Drückrad, über das der Fahrer verschiedene Fahr- und Offroad-Programme wählen kann. Bei den Fahrprogrammen kann der Fahrer den Tiguan von sparsam bis sportlich trimmen, bei den Offroad-Programmen steht für jedes Einsatzgebiet die perfekte Kraftverteilung zur Verfügung. Der 4Motion Allradantrieb hat dabei wirklich für jedes Einsatzgebiet das ideal abgestimmte Programm für maximale Traktion parat.

Beim Verbrauch zeigt sich der Tiguan trotz aller Sportlichkeit und dem 4Motion Allradantrieb recht sparsam. Wer den Gasfuß zart dosiert, kann sicher die vom Werk versprochenen 5,7 Liter erreichen, wir haben in unserem Test aber lieber die sportlichen Seiten des Tiguan genutzt und sind auf einen Wert von 6,5 Liter gekommen, was absolut in Ordnung geht. Immerhin haben wir den Eco-Modus nicht einmal angeschaut, um diesen Verbrauch zu erreichen.

Auf ganzer Linie glänzen kann der neue Tiguan auch beim Thema Sicherheit. Mit Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warner und adaptivem Tempomat ausgerüstet, unterstützt er den Fahrer wo er nur kann. Vor allem auf Langstrecken hat sich der adaptive Tempomat als sehr nützliches Feature gezeigt. Zudem ist der Tiguan dank der großen Fensterflächen auch noch sehr übersichtlich, was ihn vor allem in der Stadt zum idealen Begleiter macht.

Mit der neuen Generation des Tiguan hat VW auf jeden Fall mal wieder einen Volltreffer gelandet. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt der neue Tiguan hochwertiger, luxuriöser und vor allem auch noch komfortabler. Sein sparsamer aber spritziger Motor macht viel Freude, und das Platzangebot ist ebenfalls für gehobene Ansprüche ausgelegt.

Was uns gefällt:

Das Platzangebot, das Design, die Ausstattung, das Luxus-Feeling, die Straßenlage, der Fahrspaß

Was uns nicht gefällt:

Der Preis

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum : 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1

Kommentare

Markenwelt