Volvo C30 1.6 D DRIVe - Testbericht

Mit dem C30 bietet Volvo eine interessante Alternative in der Kompaktklasse an. Wir haben dem Sparmeister unter den C30-Modellen näher auf den Zahn gefühlt.

Der Volvo C30 ist sicher einer der Hingucker der Kompaktklasse und stellt derzeit den Einstieg in die Welt von Volvo dar. Nach seinem Facelift im Jahr 2009, das vor allem an der komplett neuen Front zu erkennen ist, wirkt er noch viel sportlicher. Einstiegsmodell ist der C30 2,0 FlexFuel mit 145 PS, der schon ab 18.990 Euro zu haben ist. Für unseren Test haben wir uns den Sparmeister der Volvo-Reihe ausgesucht, den C30 1,6 D DRIVe, der in der Basisausstattung um 20.890 Euro verfügbar ist. Damit nicht alles auf Sparflamme gehalten wird, gönnte man unserem Testauto die Top-Ausstattungsvariante Summum, was den Preis auf 26.467 Euro steigen lässt. Neben der ohnehin schon guten Basisausstattung (6 Airbags, getrennt regelbare Klimaautomatik, Radio mit 6 Lautsprechern und 4x20 Watt, Bordcomputer uvm.) bekommt man mit der Summum-Ausstattung noch elektrisch einklappbare Außenspiegel, 17"-Leichtmetallfelgen, Regensensor, Multifunktionslenkrad, Ledersitze, Dual-Xenon-Scheinwerfer und eine Scheinwerferwaschanlage dazu. Doch damit nicht genug für unser Testauto, dieses wurde noch um eine Alarmanlage, Einparkhilfe hinten, BLIS (Warnsystem für den toten Winkel), einen Garagentoröffner, Laderaumabdeckung, ein Premium-Soundsystem mit 5x130 Watt + 12 Lautsprecher, dem RTI Navigationsgerät, ein elektrisches Glasschiebedach, Seitenfenster aus Verbundglas und einer Standheizung erweitert. Der Gesamtpreis klettert mit dieser überkompletten Ausstattung auf 34.524 Euro.

Was man sich so an feinen Extras gegönnt hat, soll der C30 1,6 D DRIVe aber durch seinen sparsamen Verbrauch wieder rein holen. Der 109 PS (80 kW) starke Diesel soll sich im Schnitt mit 3,8 Liter auf 100 Kilometer begnügen, was einen CO2-Ausstoß von 99 Gramm pro Kilometer bedeutet. Beim Sparen helfen dabei ein Aerodynamik-Paket mit optimierter Kühlluftführung und großflächiger Verkleidung des Unterbodens, eine Tieferlegung des Fahrwerks, eine Start/Stopp-Automatik mit Bremskraftrückgewinnung, Leichtlaufreifen und eine Anzeige des optimalen Schaltpunkts. Es wundert dabei etwas, dass der DRIVe nur ein 5-Gang-Getriebe hat. Dieses ist zwar ganz auf Sparen ausgelegt, jedoch wäre man gerade auf der Autobahn doch versucht, nochmals einen Gang höher zu schalten.

Der C30 ist dabei beim Fahren auch sehr sportlich zu bewegen, und die Leistung des Motors ist für Österreichs Straßen mehr als ausreichend. Den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt der 426 cm lange Schwede in 11,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 195 km/h. Zur großen Freude hängt der C30 auch gleich vom Start weg gut am Gas und leistet sich über das gesamte Drehzahlband keine Verschnaufpause, auch nicht, wenn man von unten heraus beschleunigen möchte. Auch bei der Straßenlage hat der Volvo eher Sportwagen-Gene und verleitet mehr zu flotter Fahrweise über kurvige Landstraßen als zum sparsamen Dahingleiten. Das mag bei uns vermutlich auch der Grund gewesen sein, warum wir die vom Werk angegebenen 3,8 Liter nicht erreicht haben. Die von uns ermittelten 5,1 Liter sind mit viel Fahrfreude und hohem Stadtanteil entstanden und gehen daher auch in Ordnung. In der Stadt arbeitet die Start/Stopp-Automatik auch sehr gut, man merkt dabei kaum etwas vom erneuten Start des Motors, wenn man wieder die Kupplung betätigt.

Der C30 ist überhaupt ein sehr leise und angenehm zu fahrendes Auto. Weder in der Stadt, noch bei Autobahntempo dringen unangenehme Fahr-, Wind-, oder Motorgeräusche in den Innenraum ein, hier merkt man den Premium-Anspruch von Volvo sehr deutlich. Im Innenraum geht es aber nicht nur sehr leise, sondern auch sehr elegant, allerdings leider auch sehr eng zu. Während die Passagiere in der ersten Reihe noch gute Platzverhältnisse vorfinden, können hinten nur klein gewachsene Personen befördert werden. Zudem ist auch der Einstieg nach hinten sehr schwierig, oft kommt man mit dem Gurt in Konflikt. Dafür kann der kleinste Volvo mit vielen Ablagen aufwarten, und auch die frei schwebende Mittelkonsole ist ein richtiger Hingucker. Dass die sich darauf befindlichen Knöpfe etwas klein und viele an der Zahl sind, sei daher verziehen, hier steht eindeutig das Design im Vordergrund, und die meisten Funktionen können sowieso über das Lenkrad gesteuert werden. Hinter dem Lenkrad versteckt sich auch die Bedienung des Navigationssystems. Im ersten Moment ist diese Form der Bedienung etwas ungewohnt und verwirrend, wenn man aber einmal den Dreh heraus hat, geht es ganz intuitiv und leicht.

Weniger leicht ist dafür der Kofferraum zu beladen. Die Ladekante ist recht hoch und die Luke sehr klein. Trotzdem kann man zwischen 251 und 894 Liter unterbringen. Somit sind auch größere Ausflügen zu zweit kein Hindernis. Vor allem, da man in der ersten Reihe des C30 auch sehr gut sitzt. Dank des großen Verstellbereichs des Lenkrads findet sich schnell die ideale Sitzposition, und die Sitze gefallen auch auf Langstrecken sehr gut. Sie sind nicht zu weich, aber auch nicht zu hart - eine harmonische Mischung, mit der man sich schnell wohl fühlt. Eine Empfehlung wert ist auch das Soundsystem, welches hervorragend zum C30 passt und Musikliebhaber voll auf ihre Kosten kommen lässt. So geht der C30 auch eindeutig in Richtung Lifestyle-Fahrzeug und hebt sich bewusst von der braven, aber natürlich auch praktischen, Konkurrenz ab. Der C30 ist für Individualisten, denen Design und Qualität wichtig sind, die aber auch sparsam unterwegs sein möchten, ohne auf Luxus verzichten zu müssen.

Was uns gefällt:
Die Eigenständigkeit des C30, das Geräuschniveau im Innenraum, der Motor

Was uns nicht gefällt:
Das Platzangebot in der zweiten Reihe und der schwierig zu beladende Kofferraum.

Testzeugnis:
Ausstattung Sicherheit: 2
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1
Fahrleistung: 2
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3-
Kofferraum: 3
Ablagen: 1-
Übersichtlichkeit: 2