Volvo V40 D4 - Testbericht

In unserem Test zeigt der V40 mit dem neuen 190 PS Dieselmotor, dass Sportlichkeit und Sparsamkeit kein Widerspruch sein müssen.

Mit dem V40 hat Volvo einen äußerst sportlich gestalteten Vertreter der Kompaktklasse im Modellprogramm. Das sportliche Design wird im Falle unseres Testfahrzeugs noch durch das R-Design verstärkt, in dem sich der knallrot lackierte Volvo besonders dynamisch zeigt.

Der Listenpreis liegt bei 32.665 Euro und beinhaltet schon eine Klimaautomatik, Tempomat, das City Safety System der 2. Generation, LED-Tagfahrlicht im Frontspoiler, das R-Design-Paket inkl. Front- und Heckschürze, 17"-Leichtmetallfelgen, R-Desig-Polsterung in Textil/Leder-Kombination und vieles mehr.

Natürlich kann man seinen V40 mit einer Fülle an Extras noch exklusiver und sicherer gestalten. Unser Testfahrzeug hatte neben der 8-Gang-Automatik auch noch 18"-Leichtmetallfelgen "XION II", das Business-Paket Connect Pro, das IntelliSafe Pro-Paket, das Klima-Komfortpaket, das Licht-Paket, elektrisch verstellbare Vordersitze, Sitzheizung, ein Sportfahrwerk, eine Einparkhilfe hinten, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, eine Rückfahrkamera, eine adaptive Servolenkung und noch einiges mehr an Bord. Der Gesamtpreis ist dann auf 47.280,40 Euro gestiegen und unterstreicht den Premium-Anspruch des kompakten Schweden.

So ausgestattet zeigt sich der Schwede dann aber auch schon sehr sportiv und lässt keine Wünsche mehr offen. Die Gestaltung der Armatureneinheit wirkt sehr modern, und trotz vieler Knöpfe in der Mittelkonsole findet man sich rasch zurecht. Den R-Design-V40 erkennt man auch an der blauen Armaturenbeleuchtung, sowie dem R-Design-Schriftzug, der gleich nach dem Motorstart im Tacho eingeblendet wird. Bei der Verarbeitung zeigt der Volvo V40 dann Premium-Niveau, und auch die verwendeten Materialien wirken sehr hochwertig. Vor allem der Mix aus Leder und Alu-Zierelementen verleiht dem Innenraum einen sehr sportlichen Touch.

Die Sportlichkeit merkt man aber auch beim Platzangebot. Während Fahrer und Beifahrer noch fürstliche Platzverhältnisse vorfinden, ist der Platz im Fond doch eher eng bemessen. Auch das Kofferraumvolumen ist mit 335 bis 1.032 Liter nicht gerade üppig ausgefallen, dafür gibt es aber großzügig dimensionierte Ablagen und Getränkehalter im Innenraum.

Mit dem neuen Dieselmotor soll der V40 nicht nur sehr sportlich, sondern auch sehr sparsam sein. Der neue 2,0 Liter-Turbodiesel hat eine Leistung von 190 PS (140 kW) und liefert sein maximales Drehmoment von 400 Nm zwischen 1.750 und 2.500 U/Min.

Schon ein kleiner Tipp aufs Gaspedal reicht dabei aus, dass der Volvo seine geballte Kraft freisetzt und man in die Sitze gepresst wird. Wer hier nur sanft anfahren möchte, muss seinen Gasfuß sehr im Zaum halten, damit er nicht wie wild lossprintet. Aus dem Stand heraus erreicht man nach nur 7,2 Sekunden die 100 km/h-Marke am Tacho, und der Vorwärtsdrang endet erst bei 230 km/h.

Wunderbar harmoniert der Motor dabei mit der 8-Gang-Automatik, die jederzeit den passenden Gang parat hat und die Gangwechsel auch sehr sanft vollzieht. Der Volvo bietet dabei schon aus dem Drehzahlkeller viel Kraft, und so werden Überholvorgänge und die Beschleunigung beim Auffahren auf die Autobahn zur einfachen Übung, die der V40 souverän und schnell meistert.

Dabei hält sich der Motor bei der Geräuschentwicklung stets zurück und verrichtet seine Arbeit selbst bei voller Beschleunigung und Autobahntempo sehr leise. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue 2,0 Liter-Diesel ein sehr laufruhiges und angenehmes Aggregat. Zudem ist er auch tatsächlich sparsamer als sein schwächerer Vorgänger, kann aber dennoch nicht an die ehrgeizigen Ziele der Werksangabe herankommen.

Im Schnitt sollte sich der V40 in unserer Ausstattung mit 4,2 Liter pro 100 Kilometer begnügen, was selbst bei Verwendung des Eco-Modus nicht zu schaffen ist. Beim Eco-Modus merkt man zwar deutlich, dass alle Systeme ganz auf Sparsamkeit getrimmt werden, und man kann im reinen Eco-Modus sicher in den Bereich zwischen 5,0 und 5,5 Liter vorstoßen. Wir haben ohne den Eco-Modus einen Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter realisieren können, haben dabei aber nicht auf die sportliche Seite des V40 verzichtet.

Durch den gebotenen Fahrspaß empfiehlt sich der V40 auch als ideales Reisefahrzeug, welches trotz sportlicher Abstimmung noch mit genug Komfort aufwarten kann. Zwar sind Fahrwerk und Federung etwas härter abgestimmt als bei den anderen V40-Modellen, dennoch bietet der kompakte Schwede noch genug Fahrkomfort, um auf langen Reisen entspannt anzukommen, was sicher auch an den sehr bequemen Sitzen liegt.

Auch beim Thema Sicherheit ist der V40 ein Musterschüler. Nicht nur, dass er als erstes Fahrzeug auch einen Fußgängerairbag besitzt, er bietet mit dem City-Notbremssystem, welches bis zu 50 km/h aktiv ist, auch in der Stadt ein Plus an Sicherheit. Die optionalen Assistenzsysteme wie der adaptive Tempomat, der Spurhalteassistent oder der Toter-Winkel-Warner haben in unserem Test ebenfalls überzeugen können und machen den V40 auch in diesem Bereich für Vielfahrer zum interessanten Kandidaten. Dass die Karosserie nicht zu den übersichtlichsten zählt, lässt sich mit der Rückfahrkamera und der automatischen Einparkhilfe perfekt kaschieren.

Der V40 D4 im R-Design ist auf jeden Fall einer der sportlichsten Vertreter seiner Klasse, der zudem mit einem hohen Maß an Sicherheit glänzen kann. Die gute und wohnliche Ausstattung spricht ebenso für den V40 wie der sehr kultivierte und kräftige Motor, der auch beim Verbrauch noch im Rahmen bleibt.

Was uns gefällt:

das Design, die Ausstattung, die vielen Assistenzsysteme, der kraftvolle Motor

Was uns nicht gefällt:

das Platzangebot im Fond und das Kofferraumvolumen

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 3
Kofferraum: 3
Ablagen: 1

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