Kfz-Rechtsschutzversicherung für das eigene Auto – wann lohnt sich die Zusatzversicherung?

Während eine Haftpflichtversicherung für jedes Kraftfahrzeug in Österreich Pflicht ist, ist der Abschluss einer Kfz-Rechtsschutzversicherung freiwillig. Lesen Sie hier, welche Vorteile so eine Versicherung bringt.

Der Abschluss einer Kfz-Rechtsschutzversicherung freiwillig, dennoch kann eine Police sehr vorteilhaft sein, wenn sie die Kosten für einen Rechtsstreit im Bereich Verkehr übernimmt. Wir schauen uns näher an, welche Leistungen eine Kfz-Rechtsschutzversicherung für das eigene Auto bietet und wann mit einer Kostenübernahme für den Anwalt nicht zu rechnen ist.

Welche Vorteile bietet der Abschluss einer Kfz-Rechtsschutzversicherung?

Eine Kfz-Rechtsschutzversicherung bietet den Vorteil, dass Sie das Risiko eines kostspieligen Rechtsstreits als Verkehrsteilnehmer über monatliche Beiträge decken können. Sowohl bei Fremdverschulden als auch bei fahrlässigem eigenem Verhalten können sich schnell teure Summen für ein Verfahren vor Gericht als Angeklagter oder Kläger ergeben. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt in diesen Fällen die Kosten für einen Rechtsanwalt. Über kleinere Versicherungsbeiträge können Sie bequem das finanzielle Risiko von fünfstelligen Summen für längere Verfahren abdecken.

Als Versicherter des Kfz-Rechtsschutzes profitieren Sie außerdem von der langjährigen Erfahrung der Anwälte im Verkehrsrecht. Im Vergleich zum Anwalt in der Umgebung stehen die Chancen, dass Sie Recht bekommen, mit den Rechtsanwälten einer Versicherung deutlich besser. Wenn Kfz-Haftpflicht und Rechtsschutz über die gleiche Versicherung laufen, besteht bei Unfällen ein finanzielles Interesse an einem Sieg vor Gericht. Bei manchen Paketen der Rechtsschutz-Policen ist auch eine unkomplizierte Beratung per Telefon möglich, die eine teure Konsultation bei einem Rechtsanwalt vermeidet.

Rechtsschutz­versicherung extern abschließen oder als Teil der Kfz-Versicherung?

Ein Kfz-Rechtsschutz kann bei vielen Versicherungen zusätzlich gebucht werden, wenn die Police nicht im normalen Kfz-Versicherungsvertrag enthalten ist. Der Preis hängt davon ab, welche Teilbereiche versichert werden sollen. Für die zusätzliche Übernahme von möglichen Rechts­streitigkeiten als Fußgänger wird ein höherer Beitrag als für die ausschließliche Vertretung von Autofahrern gefordert. Geht es um komplizierte Fälle wie die Absicherung von Luft-Kfz, können die Tarife für die Kfz-Rechts­schutzversicherung weiter steigen. Überlegen Sie deshalb vor dem Abschluss der Police, welche Leistungen Sie benötigen und welche Zusatzoptionen für Sie keine Rolle spielen. Dann können Sie einiges an Geld sparen.

Statt einer speziellen Kfz-Versicherung gibt es auch allgemeine private Rechtsschutz­versicherungen, die als Teilbereich eine Versicherung von Rechts­streitigkeiten als Verkehrsteilnehmer umfassen. Je nach Tarif können Sie im Streit mit dem Arbeitgeber oder dem Vermieter ebenfalls auf die Anwälte der Versicherung zählen. Falls Sie bereits eine Privat­rechts­schutzversicherung besitzen, sollten Sie in der Police nachlesen, ob dort Streitigkeiten als Verkehrsteilnehmer versichert sind. Alternativ ist unter Umständen ein Zubuchen dieses Bereichs für eine bestehende Versicherung möglich.

Bei manchen Kfz-Haft­pflicht­versicherungen ist eine Rechtsschutz­versicherung zudem bereits enthalten, wodurch keine weiteren Kosten für eine zusätzliche Police anfallen. So enthält die Grawe Kfz-Versicherung eine Rechtsschutz­versicherung für die Durchsetzung berechtigter Ansprüche als Standardmodul. Im Rechtsschutz des seit fast 200 Jahren bestehenden Versicherungs­unternehmens wird unter anderem die Rechtsvertretung bei Unfall, Führerscheinentzug oder die Geltendmachung von Schadensersatz übernommen. Dadurch ist das Rechtsschutzmodul sehr umfangreich und unterstützt Sie bei der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen.

Welche Leistungen übernimmt eine Kfz-Rechtsschutzversicherung?

  • Kostenübernahme bei Führerscheinentzug

Selten bedacht wird der Nutzen einer Kfz-Rechtsschutzversicherung bei Führerscheinentzug, obwohl bei der eigenen Beauftragung eines Rechtsanwalts hohe Kosten anfallen können. Ein Einspruch gegen das Abnehmen des Führerscheins ist aussichtsreich, wenn Sie nicht der Fahrer zum Tatzeitpunkt waren oder die Vorwürfe bezüglich Geschwindig­keits­überschreitung bzw. Alkohols am Steuer nicht zutreffend sind. Die Delikte für den Führerscheinentzug in Österreich sehen eine Bestrafung mit Führerscheinentzug von mindestens einem Monat bei zu hohem Alkoholgehalt bis hin zu mindestens 12 Monaten bei Wiederholungstätern vor. Die Rechtsschutzversicherung hilft Ihnen dabei, fristgerecht Einspruch einzulegen und steigert die Chance, Ihre Unschuld zu beweisen. Bei Beeinträchtigung durch Alkohol entfällt jedoch der Versicherungsschutz.

  • Schadensersatz- und Strafrechtsschutz

Zu dem am häufigsten in Anspruch genommenen Leistungen von Kfz-Rechtsschutz­versicherungen gehört der Schadens­ersatz­­rechtsschutz. Dabei steht Ihnen die Vertretung durch einen Anwalt zu, wenn Sie zum Beispiel unschuldig in einen Unfall verwickelt wurden und Anspruch auf Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld haben. Verweigert der Unfallgegner die Zahlung oder ist die Beweislage nicht eindeutig, kommt es häufig zu einem Gerichtsverfahren. Die Rechtsschutz­versicherung stellt einen Anwalt zur Verfügung, der Sie vor Gericht vertritt.

Ebenfalls wird bei Unfällen häufig der Strafrechtsschutz der Versicherung in Anspruch genommen. Der Strafrechtsschutz übernimmt die Kosten für Ihre Verteidigung, wenn Sie Angeklagter in einem Strafverfahren sind. Dafür kommt zum Beispiel eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung infrage, wenn Sie in einen Unfall verwickelt waren. Der Versicherungsschutz gilt, wenn Ihnen ein fahrlässiges Delikt zur Last gelegt wird. Eine Rückzahlung der Kosten kann auch bei einer Verurteilung wegen fahrlässigen Verhaltens durch die Versicherung nicht geltend gemacht werden.

  • Kfz-Vertragsrechtschutz

Die Leistungen des Kfz-Vertrags­recht­schutzes richten sich danach, welche Vereinbarungen in der Police verankert sind. Bei Rechtsschutz­versicherungen, die Teil der normalen Kfz-Versicherung sind, sind in der Regel nur Vertrags­streitigkeiten, die das versicherte Fahrzeug betreffen, abgedeckt. Dabei kann es sich zum Beispiel um Tacho-Manipulationen handeln, die erst nach dem Kauf festgestellt werden. Bei externen Kfz-Rechtsschutz­versicherungen oder einer allgemeinen privaten Rechtsschutz­versicherung können hingegen auch Probleme bei gemieteten Autos übernommen werden.

  • Lenken von fremden Autos

Im Fokus vieler Kfz-Versicherungen steht statt dem Versicherungsnehmer nur das versicherte Fahrzeug. Wer im Urlaub mit dem Mietwagen einen Unfall baut, hat in diesem Fall häufig Pech gehabt. Besitzen Sie einen Lenker-Rechtsschutz, sind Sie auch abgesichert, wenn Sie sich am Steuer eines fremden Autos befinden. Dadurch können Sie Rechtsansprüche bei einem Unfall geltend machen, unabhängig davon, ob es sich um Ihr eigenes Fahrzeug handelt.

Wann springt die Kfz-Rechtsschutzversicherung nicht ein?

Keine Übernahme von Kosten bei Rechtsstreitigkeiten dürfen Sie erwarten, wenn der Streitfall bereits vor Abschluss des Vertrages bestand. In diesem Fall gibt es keine Unterstützung durch die Rechtsschutzversicherung, um Kosten gegenüber einem eigenen Anwalt zu sparen. Belügen Sie die Versicherung, um sich einen Vorteil zu verschaffen, müssen Sie mit einer Rückzahlung und der fristlosen Kündigung rechnen.

Durch Zusatztarife lassen sich fast alle Leistungen im Bereich Rechtsschutz als Verkehrsteilnehmer versichern. Dies gilt bei manchen Versicherungen sogar für die Übernahme der Strafverteidigung, wenn Ihnen eine vorsätzliche Straftat vorgeworfen wird. Diese Delikte sind in der Regel bei der Kfz-Rechtsschutz­versicherung von der Kostenübernahme ausgeschlossen, können jedoch mit Zusatztarifen bei manchen Policen ebenfalls gebucht werden. Vorleistungen durch die Versicherung gibt es im Falle einer Anklage bei einer vorsätzlichen Straftat nicht. Kommt es jedoch nur zu einer Verurteilung wegen Fahrlässigkeit, können Sie im Nachhinein Kosten zurückerhalten.