Elektroautos: ÖAMTC-Untersuchung zeigt bis zu 10% Ladeverluste

Bei einer Untersuchung von vier gängigen Elektroautos hat der ÖAMTC festgestellt, dass 7% bis 10% Ladeverluste zu beklagen sind. Höhere Effizienz bei Ladegeräten wäre nötig.

Während der Elektromotor im Fahrbetrieb beim Wirkungsgrad die Nase deutlich vor anderen Antrieben hat, sieht es beim Ladevorgang trotz vieler Verbesserungen noch nicht so optimal aus, wie der ÖAMTC jetzt in einer Untersuchung festgestellt hat.

Dazu sagt Markus Kaiser, E-Mobilitätsexperte beim ÖAMTC: “Vielen E-Autofahrern ist zum Beispiel gar nicht bewusst, dass nicht der gesamte Strom, den sie laden – und bezahlen – tatsächlich in der Antriebsbatterie ankommt.” Daher hat der Mobilitätsclub die Ladeeigenschaften von vier gebräuchlichen Modellen – Hyundai Ioniq 5 , Peugeot e-2008 , Tesla Model 3 und VW ID.3 – untersucht.

Klar ist: Ganz ohne Verluste geht es aus technischen Gründen nicht. “Jedoch ist die Bandbreite der Ladeverluste ungewöhnlich hoch. Beispielsweise müssen beim regulären Laden mit Wechselstrom (AC) je nach Fahrzeug knapp sieben bis rund zehn Prozent der vermeintlich geladenen Energie als Verlust abgeschrieben werden”, fasst Kaiser zusammen.

Vergleicht man dies mit einem Benzin betriebenen Pkw, würde das bedeuten, dass bei einem Tankvolumen von 50 Litern bis zu 5 Liter einfach vergossen werden.

Bei einem aktuellen Strompreis von rund 35 Cent pro kWh bedeutet es aber auch, dass bei einer 50 kWh-Batterie rund 1,75 Euro pro Ladevorgang für Strom bezahlt wird, der gar nicht in der Batterie ankommt.

Gerade in Zeiten steigender Preise und verstärkter Anstrengungen, Energie zu sparen, ist es notwendig, diese Ladeverluste so weit wie technisch möglich einzudämmen. “Wir sehen hier deutliche Unterschiede in der Effizienz der verbauten Komponenten. Vor allem in der Umwandlung des netzseitigen Wechselstroms in batterieseitigen Gleichstrom steckt noch viel Verbesserungspotenzial”, stellt der ÖAMTC-Experte klar. “Die Fahrzeug- und Ladestationshersteller sind daher aufgefordert, die Effizienz der Ladegeräte zu erhöhen. Das wäre im Sinne der optimalen Ressourcen-Nutzung, nicht zuletzt aber auch für die Geldbörse der E-Auto-Fahrer_innen positiv.”

In Österreich gibt es derzeit rund 100.000 Elektroautos. Bei einer wöchentlichen Ladung von 60 kWh sind das bis zu 6kWh Verlust pro Ladung und pro Jahr gesamt ca 310 kWh. Gerechnet auf die Flotte ergibt das jährliche 31 Millionen kWh oder 31 Gigawattstunden, die durch Ladeverluste verloren gehen.

Zum Vergleich: die gesamte derzeit in Österreich installierte Windkraftleistung beträgt per Ende 2021 3,3 Gigawatt. Nimmt man den durchschnittlichen Ertrag, kommt man zum Ergebnis, dass die Windräder fast 2 Tage lang nur für die Ladeverluste arbeiten müssen (Quelle: https://windfakten.at/ ).