Volkswagen-Konzern bündelt weltweite Forschung für Elektroautos

Das Electronic Research Lab (ERL) betreibt Vorentwicklung für den Konzern zu Batteriesystemen und Leistungselektronik.

Mehr als fünf Milliarden Euro investiert der Volkswagen-Konzern jährlich in Forschung und Entwicklung, 23.000 Mitarbeiter sind weltweit in diesem Bereich tätig. Eine Schlüsselfunktion für die Autos von morgen hat dabei der Bereich E-Mobilität. VW bündelt jetzt seine weltweiten Aktivitäten bei Forschung und Vorentwicklung für Elektro-Fahrzeuge.

Im Electronics Research Laboratory (ERL), der größten Forschungseinrichtung von VW außerhalb Wolfsburgs, arbeiten rund 100 Mitarbeiter an den Autos von morgen. Neben der Entwicklung neuer Fahrerassistenzsysteme geht es dabei vor allem um die Elektromobilität. "Das Herz von Volkswagen wird künftig auch elektrisch schlagen, und unsere Ingenieure in Amerika, Europa und Asien schaffen im Forschungsverbund die Grundlagen dafür", erklärte am Montag der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Professor Dr. Martin Winterkorn. Der Fahrplan: Auf den in diesem Jahr eingeführten Touareg Hybrid folgen 2012 der Jetta Hybrid sowie im Folgejahr der E-Up! und der Golf blue-e-motion. Eines dieser Modelle wird auch das erste vollelektrische Fahrzeug der Marke in den USA sein. Winterkorn: "Volkswagen wird der Autohersteller sein, der das für jeden Kunden erreichbare Elektroauto anbietet."

In diesem weltweiten Forschungs- und Vorentwicklungsverbund untersucht Volkswagen verschiedene Speicherkonzepte. Dabei geht es im Bereich der Lithium-Ionen-Technik (Li-Ion) um den Wettbewerb zwischen eigens entwickelten Batteriezellen und den aus Notebooks und anderen Geräten bekannten sogenannten Consumer-Zellen, auch 18650-Zellen genannt. Dem ERL im Silicon Valley kommt dabei insbesondere die Aufgabe zu, den Batterieverbund bei Consumer-Zellen zu untersuchen. Die ideale Paketierung von Batteriezellen im Auto sowie intelligente Steuerungen (Leistungselektronik) der gespeicherten Energie sollen möglichst hohe Reichweiten sicherstellen.

In der Vorentwicklung für künftige E-Modelle des Volkswagen Konzerns werden sämtliche Anforderungen an Batterien ermittelt: Dazu gehören deren Lebenszeit und entsprechende Kosten, die Zuverlässigkeit sowie die Reichweite und die Sicherheit der Batterie. Dabei finden die Arbeiten des bereits 1998 gegründeten Electronics Research Laboratory markenübergreifend statt. So werden dort Paketierungen für Varianten des Audi eTron wie auch für solche des Golf blue-e-motion konzipiert.

Entscheidend ist für Volkswagen eine enge, weltweite Kooperation und Vernetzung der Expertengruppen. Der Aufbau von Prototypen und die gemeinsame Beurteilung der Leistung und Spezifikation in Automobilen geschieht daher im direkten Vergleich mit anderen Batterie-Konzepten aus dem Forschungsverbund.