Welche Auswirkungen der Strompreis auf E-Autos hat

Kommentar. Die völlig absurde Entwicklung des Strompreises setzt auch Elektroauto-Besitzern zu. Welche Auswirkungen der Strompreis auf E-Autos hat und warum er so hoch ist.

Als beim Ausbruch des Ukraine-Kriegs die Kosten für Benzin und Diesel in Schwindel erregende Höhen geschossen sind, haben Besitzer von Elektroautos ein breites Grinsen aufgesetzt.

Jetzt, wo der Strompreis nach oben schnellt, ist auch den E-Auto-Besitzern das Lachen vergangen. Auf der Wien Energie-Seite wird der Strompreis derzeit mit einem Endpreis von 35,0782 Cent pro kWh angegeben (Tarif OPTIMA Entspannt, Energiepreis + Netzentgelt + Steuern), hinzu kommt noch die Grundgebühr von 66,- pro Jahr.

Für ein E-Auto mit 60 kWh Akku sind somit schon jetzt 21 Euro zu bezahlen, oder umgerechnet 7,01 Euro pro 100 Kilometer. Mit einem 60 kWh-Akku kommt man im Schnitt 300 Kilometer weit, wie unsere Testberichte immer wieder deutlich zeigen.

E-Auto hat bei Ladekosten nur knapp die Nase vorn

Noch hat aber das Elektroauto dennoch die Nase vorn. Berechnet man den äquivalenten Verbrauch ausgehend von einem Benzinpreis von 2,- Euro pro Liter, entspricht das einem Verbrauch von nur 3,5 Liter Benzin pro 100 Kilometer, ein Wert, der ohne die Hilfe eines Plug-in-Hybrid-Antriebs nur von wenigen Fahrzeugen erreicht werden kann.

Steigt jetzt wie angekündigt der Strompreis weiter drastisch an, wird das Laden von einem Elektroauto aber schnell teurer als die Fahrt mit einem Auto mit Verbrennungsmotor. Mit sparsamen Hybrid-Modellen kommt man mit 4,3 bis 5,7 Liter pro 100 Kilometer über die Runden.

Bei einer Strompreissteigerung um 30% hat man dann gegenüber sparsamen Hybridmodellen wie etwa dem Toyota Yaris Cross keinen Kostenvorteil bei der Betankung/Ladung, steigt der Strompreis weiter an, wird es noch teurer.

Glücklich können sich natürlich jene schätzen, die ihren Strom für das E-Auto von der eigenen Photovoltaikanlage bekommen, hier macht ein E-Auto nach wie vor am meisten Sinn.

Aber warum ist der Strompreis auf einmal so hoch?

In Österreich werden rund dreiviertel der Energie aus erneuerbaren Quellen bezogen, womit wir eigentlich nicht auf die Stromgewinnung durch Gas angewiesen sind. Durch das absolut verrückte „Merit-Order-Prinzip“ müssen wir aber dennoch tief in die Taschen greifen.

Da ist es nämlich so, dass der Preis von jenem Kraftwerk diktiert wird, welches die höchsten Kosten hat, also derzeit von den Gaskraftwerken. Während unsere Politiker natürlich schnell bei der Einführung neuer Steuern – wie etwa der weltweit einmaligen NoVA auf Nutzfahrzeuge – sind, wird gegen dieses Prinzip der Bepreisung rein gar nichts unternommen.

Würde man dieses Prinzip auf andere Bereiche umlegen, müsste der Käufer eines Dacia Sandero zukünftig den gleichen Preis wie der Käufer eines Rolls Royce Phantom bezahlen, wenn die Produktionskapazitäten bei Dacia ausgelastet, aber bei Rolls Royce noch ein Slot frei wäre. Was sich jetzt absurd anhört, ist beim Strompreis aber ganz genau so.

Die Energiekonzerne machen natürlich die fettesten Gewinne aller Zeiten, und da sie zum größten Teil in öffentlicher Hand stehen, können sich die Regierungen (Land bzw. Bund) die Hände reiben. Immerhin sind, um beim Vergleichsbeispiel zu bleiben, für den Rolls Royce deutlich mehr Steuern fällig als für den Dacia. Zur Abmilderung der enormen Kosten kündigt die Politik dann gefühlt eine jährliche gratis Autowäsche für jeden Dacia-Käufer an.

Genau so sind die Maßnahmen der Regierung zu sehen, die bei einem durchschnittlichen Haushalt nicht einmal die höheren Steuern auf den Strom ausgleichen. Das Einzige, was von der zuständigen Ministerin Eleonore Gewessler (Grüne) kommt, sind gute Tipps, wie statt warmes nun besser kaltes Wasser zu trinken.

Schwache Leistung der gesamten Regierung

Bei der Leistung unserer Regierung verwundert es auch kaum, dass der österreichische Regierungschef Karl Nehammer in einem Welt-Ranking von Morning Consult als unbeliebtester Regierungschef das Ranking abschließt und noch deutlich hinter dem britischen Partyskandal-Premier Boris Johnson gereiht ist.

Die absolute Inkompetenz dieser Regierung zeigt sich einmal mehr auch bei der Inflation, die in Österreich im Juli 2022 auf 9,2 Prozent geklettert ist und damit um über 20 Prozent höher liegt als in Deutschland, wo man auf 7,5 Prozent kommt.