Wie viel CO 2 Elektroautos tatsächlich verursachen

Elektroautos sind für die Umwelt bei weitem nicht so gut, wie es uns Politik und Hersteller vorgaukeln. Wir haben geprüft, wieviel CO 2 wirklich beim Betrieb entsteht.

Wer glaubt, dass Elektroautos kein CO2 verursachen, täuscht sich gewaltig. Zwar wird im Betrieb an Ort und Stelle kein CO2 ausgestoßen, dennoch sind auch Elektroautos für genug CO2 verantwortlich.

In Österreich sind wir durch den hohen Anteil von „grünem” Strom  deutlich effizienter unterwegs als andere Länder, aber grundsätzlich gilt: Bei der Erzeugung von Strom wird ziemlich viel CO2 verursacht.

Laut dem CO2 -Rechner des österreichischen Umweltbundesamts fallen für die Erzeugung von 1 kWh Strom rund 220 g an CO2 an. Bei unseren Testberichten kommt unter wirklichkeitsnahen Bedingungen heraus, dass ein typisches Elektroauto im Durchschnitt zwischen 20 und 25 kWh pro 100 Kilometer benötigt.

Somit werden für die Stromgewinnung pro 100 Kilometer bei einem Elektroauto zwischen 4,4 kg und 5,5 kg CO2 verursacht.

Die gute Nachricht ist: Damit ist der CO2 -Ausstoß zwar nur halb so hoch wie bei einem Pkw mit Verbrennungsmotor mit einem durchschnittlichen CO2 -Ausstoß von 120 g/km. Dennoch kann man nicht sagen, dass Elektroautos keinerlei CO2 verursachen oder die Elektromobilität CO2 -neutral wäre.

In anderen Ländern ist die Bilanz noch schlechter

Diese Zahlen gelten zumindest für Österreich, schon in Deutschland sieht die Bilanz für ein Elektroauto deutlich schlechter aus. Hier liegt der CO2 -Ausstoß laut dem deutschen Umweltbundesamt bei rund 485 g/kWh, womit man auf 100 Kilometer gerechnet bei einem Verbrauch von 25 kWh den gleichen CO2 -Ausstoß verursacht wie ein Pkw mit Verbrennungsmotor und 120 g/CO2 pro Kilometer.

Schaut man nach China, wo derzeit rund 1.000 Kohlekraftwerke in Bau sind, so wird die Bilanz nochmals deutlich schlechter. Bei einer aus Kohle gewonnenen kWh Strom entsteht rund 1 kg CO2 , womit ein E-Auto in China doppelt so umweltschädlich wie unser Beispielauto mit Verbrennungsmotor ist.

Aber auch die so groß gelobte Bahn wird durch diese Berechnung zu einem umweltfeindlichen Verkehrsmittel degradiert. Die Umweltbilanz der Bahn ist bei einer vollen Auslastung der Züge zwar nach wie vor sensationell, auf Nebenbahnen und zu Randzeiten sind die Züge aber oft fast leer unterwegs.

Wir beobachten zum Beispiel auf der Pottendorfer Linie der ÖBB regelmäßig Züge, in denen maximal eine handvoll Personen befördert werden. Gar nicht so selten warten dann vor dem kleinsten Bahnübergang in Ebreichsdorf mehr Personen als im vorbei fahrenden Zug sitzen.

Wieviel kWh Strom ein Zug pro 100 Kilometer verbraucht, ist dabei ein fast ebenso gut gehütetes Geheimnis wie das Rezept für Coca Cola.

Wir haben trotzdem herausgefunden: Ein ICE der Baureihe 411 der DB AG benötigt ca 1 MWh/100 km. Bezogen auf eine gute Besetzung mit 350 Personen, wären das ca. 3 kWh/100 km pro Fahrgast und damit dem E-Auto überlegen.

Im Nahverkehr sieht es aber nicht so toll aus, wenn man bedenkt, dass ein Schnellbahnzug der Reihe 4024/4124 laut ÖBB-Homepage ein Gewicht von 116 Tonnen und eine Motorleistung von 1.520 kW hat.

Beim 40-fachen Gewicht eines Elektro-SUV und der 10-fachen Leistung desselbigen kann man sich in etwa den Stromverbrauch vorstellen.

Wenn jetzt in einem solchen Zug fünf Personen befördert werden, kann der CO2 -Ausstoß aber garantiert nicht besser sein, als wenn diese fünf Personen einzeln mit einem V8-Benziner die gleiche Strecke absolvieren.

Man kann eines mit Sicherheit sagen: So umweltfreundlich wie angepriesen sind weder Elektroautos noch die Bahn. Wobei zumindest in Österreich die Rechnung für die E-Mobilität noch deutlich bessere Ergebnisse liefert als in anderen Ländern.