Testbericht: Hyundai Santa Fe 2.2 CRDI 7-Sitzer

Die neue Generation des Hyundai Santa Fe ist von Grund auf eine Neuentwicklung. Wir haben das Topmodell der Baureihe zum Test begrüßt.

In Österreich ist die Erfolgsgeschichte von Hyundai sehr eng mit dem Santa Fe verbunden, schon die erste Generation hat beachtliche Verkaufserfolge erzielt. Mittlerweile ist die vierte Generation auf den Markt gekommen, die mit dem Vorgänger nur noch den Namen gemeinsam hat. Der neue Santa Fe ist seinem Vorgänger dabei in jeder Richtung überlegen. Er ist trotz einem Zugewinn an Dynamik noch geräumiger und bietet auch eine Sicherheitsausstattung, die sich sehen lassen kann. Das Design gefällt mit einem gelungenen Mix aus Sportlichkeit, Bulligkeit und Eleganz.

Für unseren Test haben wir die Topversion des Santa Fe gewählt. Der Listenpreis liegt bei 60.990 Euro, was auf den ersten Blick nicht gerade günstig ist. Doch schaut man sich die Serienausstattung an, relativiert sich der Preis sehr schnell. Optional hatten wir lediglich noch eine Metallic-Lackierung und die Lederpolsterung in "Burgundy" an Bord, was den Gesamtpreis auf 62.040 Euro erhöht.

Dafür fehlt es dann wirklich an nichts mehr, und der Santa Fe hat alles an Bord, was man bei der Konkurrenz nur gegen Aufpreis bekommt. Unter anderem hat unser Testfahrzeug schon mit LED-Scheinwerfern, adaptivem Tempomat, Head-up-Display, klimatisierten Ledersitzen, einem Panorama-Glasschiebedach, einem 8"-Touchscreen, inkl. Navigationssystem, dem Krell-Premium-Soundsystem, einem Keyless-System, einer 360-Grad-Kamera, einem beheizbaren Lederlenkrad, 19"-Alufelgen und vielem mehr verwöhnt.

Was sich schon so geschmeidig liest, ist auch in der Praxis eine Wucht. Schon auf den ersten Blick in den Innenraum verzaubert der Santa Fe mit seinem exklusiven Touch. Alles fühlt sich sehr nach Premium-Klasse an und relativiert abermals den Kaufpreis. Man fühlt sich auf Anhieb wohl und findet sich auch schnell zurecht. Es ist dabei wirklich verblüffend, wie es Hyundai schafft, trotz so vieler Funktionen alles so unterzubringen, dass man sich ganz ohne einen Blick ins Bordbuch zurecht findet. Ein Traum ist der 8"-Touchscreen, der sich nicht nur einfach bedienen lässt, sondern auch über eine sehr gute Darstellung verfügt. Aber auch die teils digitale Tachoeinheit glänzt mit einer schönen Darstellung und guten Ablesbarkeit.

Die Verarbeitung entspricht der Premium-Klasse, ebenso die Geräuschdämmung, die selbst bei hohem Autobahntempo kaum Störgeräusche in den Innenraum dringen lässt. Ebenfalls überzeugt haben die klimatisierten Ledersitze in der ersten Reihe und die beheizbaren Sitze in der zweiten Reihe. Alle fünf Passagiere sitzen sehr bequem und freuen sich über viel Platz. Unser Testfahrzeug war sogar mit sieben Sitzen ausgerüstet, diese zusätzlichen Sitze sind aber eher nicht mehr für Erwachse auf der Langstrecke geeignet.

Wer alle sieben Sitze füllt, hat noch 130 Liter Stauraum zur Verfügung, ist man zu fünft unterwegs, gibt es 547 Liter Stauraum, und wer den Santa Fe als Lastesel verwenden möchte und nur zu zweit reist, kann sich über 1.625 Liter Stauraum freuen. Praktisch ist auch, dass sich die Heckklappe öffnet, sobald man kurz mit dem Schlüssel in der Tasche hinter dem Auto verweilt. So spart man sich das lästige "Rumwacheln" mit den Füßen unterhalb des Stoßfängers, wie es bei manchen anderen Fahrzeugen nötig ist, um die Heckklappe ohne die Hände zu öffnen. Der sehr positive Eindruck des Innenraums wird auch noch mit vielen Ablagen abgerundet, sogar eine kabellose Lademöglichkeit für Smartphones ist serienmäßig an Bord.

Bei der Motorisierung haben wir den starken 2,2 Liter-4-Zylinder Diesel mit 200 PS (147 kW) Leistung gewählt, der mit manueller 6-Gang-Schaltung oder 8-Gang-Automatik kombiniert werden kann. Wir empfehlen auf jeden Fall die Automatik, diese passt hervorragend zum geräumigen Hyundai-SUV. Die Gänge werden sehr sanft und schnell gewechselt, und wer die volle Leistung abruft, sprintet in 9,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Vorwärtsdrang endet erst bei 205 km/h.

Sehr fein ist aber auch die Durchzugskraft, wer aus mittleren Geschwindigkeiten heraus beschleunigt, bekommt sehr agile Fahrleistungen geliefert. Immerhin verwöhnt der Motor zwischen 1.750 und 2.750 U/Min auch mit 440 Nm Drehmoment. Der Fahrer kann zwischen verschiedenen Fahrmodi wählen, die dem Fahrzeug jeweils einen anderen Charakter verleihen. Wobei der Santa Fe eigentlich in jedem Modus überzeugen kann und eine gute Abstimmung liefert. Er ist von Haus aus sehr harmonisch abgestimmt und bietet viel Fahrkomfort, aber auch eine perfekte Straßenlage und vermittelt viel Sportlichkeit für ein SUV dieser Klasse.

Dank dem HTRAC-Allradantrieb bringt der Santa Fe unter allen Bedingungen die Kraft perfekt auf die Straße. Wir haben ihn auch bei streng winterlichen Straßenverhältnissen testen können und waren begeistert. Dort wo es einem als Fußgänger schon vor Glätte die Füße wegzieht, bleibt der Santa Fe noch souverän in der Spur. Trotz seiner Größe von 477 cm lässt sich der SUV nicht nur sehr agil bewegen, er ist auch sehr übersichtlich, und durch die 360-Grad-Kamera kann man ihn auch in enge Parklücken perfekt einparken.

Wer den Santa Fe im Eco-Modus bewegt, kann sogar auf die vom Werk angegebenen 6,3 Liter Durchschnittsverbrauch kommen. Wir haben auf den Eco-Modus verzichtet und sind auf 7,3 Liter pro 100 Kilometer gekommen, was für ein Auto dieser Größe und Leistungsklasse schon sehr gut ist.

Überzeugen können auch die Sicherheitssysteme im Santa Fe. Egal ob der aktive Spurhalteassistent, der Rückfahrassistent mit Notbremsfunktion oder der adaptive Tempomat, alle Systeme arbeiten höchst zuverlässig und genau. Sehr fein ist auch der Tote-Winkel-Warner, der auch mit dem Head-up-Display verbunden ist und zeigt, wenn sich ein Fahrzeug im toten Winkel befindet.

Der neue Hyundai Santa Fe hat in unserem Test wirklich auf ganzer Länge überzeugt. Neben der schnittigen Optik gefällt der große SUV auch mit einer noblen Ausstattung auf Premium-Niveau, viel Platz und einem sehr feinen Antrieb. So ist der Santa Fe auf jeden Fall eine gute Wahl in einem heiß umkämpften Segment. Er kann es locker mit der deutschen Premium-Konkurrenz aufnehmen und bietet viele Details, die man beim Mitbewerb vermisst, wie etwa den Toten-Winkel-Warner im Head-up-Display oder eine einfache Bedienung trotz vieler Funktionen.

Was uns gefällt:

Das Design, die noble Ausstattung, die tolle Sicherheitsausstattung, das Platzangebot, der Allradantrieb, die Automatik, die Fahrleistungen

Was uns nicht gefällt:

Dass wir uns an die Vorzüge des Santa Fe so schnell gewöhnt haben, dass die Rückgabe schwer gefallen ist…

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 1-
Fahrleistung: 1-
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 1
Kofferraum: 1
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 1-

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