Hyundai Santa Fe 2.7 V6 Style : Testbericht

Allradantrieb optional

Sport Utility Vehicles sind en vogue. Hyundai mischt in diesem Marktsegment mit dem kompakten Tucson erfolgreich mit. Eine Klasse höher spielt der Santa Fe . Aus dem eigenwillig gestylten Vorgängermodell ist vor anderthalb Jahren zwar kein aufregendes, aber ein äußerlich gefälliges Auto mit bulliger Front und deutlich gewachsenen Abmessungen geworden. Gleichwohl fällt der, letzten Endes relativ konventionell gezeichnete Hyundai im Kreise der Mitbewerber äußerlich kaum auf. Hyundai spricht schlicht von Eleganz - und von einem Sportsroader. Damit treffen die Marketingstrategen im Fall des von uns gefahrenen Santa Fe 2.7 V6 Style tatsächlich ins Schwarze.

Technisch ist der Santa Fe nicht ganz so modern wie er von außen wirkt. Der relativ günstige Anschaffungspreis erklärt sich unter anderem durch eine nicht mehr ganz zeitgemäße Vier-Stufen-Automatik . Dass der Fahrspaß dennoch nicht auf der Strecke bleibt, dafür sorgt das potente Antriebsaggregat. Der V6-Benziner macht aus dem über 1,8 Tonnen schweren Hyundai ein SUV mit Betonung auf dem ersten Buchstaben. Der Kickdown ist die Domäne des Koreaners. Mit aller Deutlichkeit schaltet das Getriebe ein oder zwei Stufen zurück und schiebt den Santa Fe mit Nachdruck nach vorne. Bis knapp über 6.000 Umdrehungen zieht der V6 hoch. In der Praxis bedeutet dies Gangstufe 3 bis in den Bereich von 170 km/h hinein. Begleitet wird das Beschleunigungsvergnügen von einem mehr als kernigen Röhren aus den beiden Endrohren, mit dem der Hyundai akustisch zu einem Sportwagen erster Klasse mutiert.

Wer es etwas gemütlicher angehen möchte, der hat auch die Möglichkeit, die Getriebestufen manuell zu wechseln . Eine etwas zurückhaltendere Fahrweise macht sich im Santa Fe im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt, denn wer die Faszination des Motors auskosten möchte, muss eine hohe Tankrechnung in Kauf nehmen. Bis an 15 Liter auf 100 Kilometer heran reicht der Durst des (Normal-)Benziners bei sportlicher Gangart. Hyundai selbst nennt 10,6 Liter nach NEF-Zyklus .

Das Fahrwerk des Allradlers ist ohne Fehl und Tadel. Auch bei Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn bleibt der Santa Fe stoisch in der Spur. Um das ESP herauszufordern, muss der Fahrer schon sehr stark am Lenkrad reißen. Die Bremsen zählen ebenfalls zu den Stärken des SUV und packen gut zu. Die komfortable, aber ausreichen straffe Federung und das relativ geringe Geräuschniveau empfehlen den Santa Fe auch als bequemen Reisewagen mit hohem Dauertempo.

Die Platzverhältnisse im Innenraum überzeugen voll und ganz. Auch die Fondpassagiere können sich nicht beklagen und haben neigungsverstellbare Rücksitzlehnen. Für ihre Sicherheit sorgen Vorhangairbags. Der 528 Liter fassende Kofferraum lässt sich auf bis zu 1.582 Liter mit fast ebener Ladefläche erweitern. Serienmäßig sind die Dachreling mit verschiebbaren Querstreben, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und Nebelscheinwerfer. Für Komfort sorgen eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik , elektrisch verstellbare Vordersitze, Lendenwirbelstütze für den Fahrer, Frontscheibenheizung und viele Ablagemöglichkeiten. Das intensive Blau der Instrumentenbeleuchtung spaltet allerdings die Geschmäcker. Gleiches gilt für die ebenfalls nett gemeinten Holzimitatfolien am Armaturenbrettund an den Türen.

Das alles bietet Hyundai zu einem Preis an, für den man anderswo nur ein deutlich kleineres SUV oder deutlich weniger Ausstattung erhält. In unserem mit Leder-Comfort-Zusatzpaket ausgestatteten Modell kamen noch Lederlenkrad, Sitzheizung vorne , hinten getönte Scheiben und eine Geschwindigkeitsregelanlage dazu, die ganz dem sportlichen Charakter entsprechend ziemlich zügig arbeitet. Anschaffungskosten spart derjenige, der auf Allradantrieb verzichten kann und mit dem 2WD zufrieden ist. Der Basispreis für den Santa Fe beträgt 36.990 Euro.

auto-reporter