Hyundai Veloster 1,6 GDI Turbo - Testbericht

Mit dem Veloster Turbo hat Hyundai nun auch eine sportlichere Version seines innovativen Coupés am Markt. Wir haben den Spaßmacher getestet.

Sportliche Coupés haben bei Hyundai schon eine lange Tradition. Mit dem Veloster haben die Koreaner jetzt ein sehr schnittiges Coupé im Angebot, welches mit einem innovativen Türsystem begeistern kann. Während auf der Fahrerseite nur eine Türe ist, gibt es auf der Beifahrerseite zwei Türen, damit der Zugang zum Fond erleichtert wird.

Das bekannte Fluidic Sculpture-Design von Hyundai steht dem Veloster besonders gut. Der Turbo hat zudem noch ein neues Bodykit erhalten, welches ihn doch dynamischer und bulliger macht. Vor allem das Heck mit dem integrierten Diffusor und den mittig platzierten Sportauspuffendrohren passt sehr gut zur sportlichen Ausrichtung des Veloster Turbo.

Die Techniker haben den Turbomotor dabei nicht auf maximale Leistungsausbeute getrimmt, sondern auf maximale Durchzugskraft, was den Fahrspaß deutlich erhöhen soll. Im Vergleich zum normalen GDI wurde die Leistung beim Turbo um 33% auf 186 PS (137 kW) erhöht. Das maximale Drehmoment konnte gar um 59% auf 265 Nm erhöht werden, diese stehen dabei zwischen 1.500 und 4.500 U/Min bereit.

So hat man über ein sehr breites Drehzahlband viel Kraft parat, und auch unterhalb von 1.500 Touren geht schon mächtig die Post ab. Um die volle Leistung auskosten zu können, muss man natürlich den Drehzahlmesser in Richtung roter Bereich treiben und alle Gänge voll ausdrehen.

Dann sprintet man in 8,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 214 km/h. Der Motor verrichtet seine Arbeit dabei sehr leise, lediglich bei voller Beschleunigung nimmt man ein sonores Dröhnen wahr, welches die Leistung des Turbos musikalisch untermalt.

Beeindruckend ist aber, dass der Veloster Turbo vor allem beim Zwischenspurt über viel Kraft verfügt, wodurch man auch sehr schaltfaul unterwegs sein kann. Das manuelle 6-Gang-Getriebe ist nämlich ganz auf Sparsamkeit ausgelegt, und so wird schon bei knapp über 60 km/h der höchste Gang eingemahnt. Steigt man dann kräftig aufs Gas, kommt man immer noch sehr ordentlich voran.

Lediglich bei Überholmanövern, wo nicht gar so viel Platz zur Verfügung ist, sollte man zwei Gänge runter schalten, um wirklich die volle Kraft auskosten zu können. Fahrwerk und Federung bieten einen guten Kompromiss zwischen sportlicher Härte und Fahrkomfort. Im Vergleich zum normalen Veloster ist der Turbo zwar etwas straffer ausgeführt, bietet aber trotzdem noch genügend Reisekomfort.

Überhaupt eignet sich der Veloster Turbo auch vorzüglich zum gemütlich Dahincruisen und bewährt sich so als absolut alltagstaugliches Fahrzeug bei dem man nicht immer das Gefühl hat, es würde seine Leistung nur unter großer Mühe im Zaum halten können. Benötigt man die volle Kraft, steht sie aber sofort wieder parat.

Wer den Veloster Turbo auch wie ein Sportcoupé bewegt, wird sich von den vom Werk angegebenen 6,9 Litern Durchschnittsverbrauch verabschieden müssen. In unserem Test sind wir auf glatte 8,0 Liter gekommen, was für ein Auto mit so viel Spaßfaktor gerade noch in Ordnung geht.

Neben der Sportlichkeit hat der Veloster Turbo aber auch noch jede Menge Luxus und Komfort zu bieten. Der komfortable Innenraum bietet nicht nur viel Platz für Fahrer und Beifahrer, für ein Auto dieser Klasse bietet der Veloster auch im Fond viel Platz. Mit 320 Liter Fassungsvermögen ist auch das Kofferraumvolumen groß genug, durch Umklappen der Rücksitze stehen sogar bis zu 1.015 Liter Stauraum zur Verfügung.

Der sportlich gestaltete Innenraum bietet zudem viele praktische Ablagen, ganz wie auch die anderen Hyundai-Modelle. Positiv erwähnen muss man hier das große Fach im unteren Bereich der Mittelkonsole, wo auch die AUX- und USB-Anschlüsse sowie zwei Autoladestationen untergebracht sind. Auch die Materialanmutung und -verarbeitung können sich sehen lassen, besonders gut gelungen ist der Armaturenbrettüberzug im Carbon-Design, der sehr hochwertig wirkt und einen sehr sportlichen Touch versprüht.

Die Ausstattung selbst kann als überkomplett bezeichnet werden. Serienmäßig verfügt der Veloster Turbo über ABS, ESP, sechs Airbags, eine Klimaautomatik, Ledersitze mit Turbo-Schriftzug, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, 18"-Leichtmetallfelgen, ein Premium Audiosystem mit Centerspeaker und Subwoofer, ein Navigationssystem mit 7"-Farbmonitor, Lichtsensor, Reifendruckkontrolle, Lederlenkrad und Lederschaltknauf, Smart Key, die Supervision Armaturen, elektrische Fensterheber, Tempomat und noch vieles mehr.

Das Sensationelle ist dabei aber der Preis, denn das alles gibt es bereits um 27.990 Euro. Lediglich die Metallic-Lackierung in "Vitamin C" kommt als Option bei unserem Testfahrzeug noch hinzu, womit der Gesamtpreis bei 28.440 Euro liegt.

Der Veloster Turbo bleibt somit ein erschwingliches Coupé mit einer Top-Ausstattung und viel Fahrspaß. Mit der Turbo-Version bietet der Veloster nun auch endlich so viel Fahrspaß, wie man es sich schon von der Optik her erwarten würde.

Sein praktisches Türkonzept und das gute Platzangebot machen ihn aber auch zum alltagstauglichen Allroundtalent, das Sportlichkeit, Komfort und genügend Platz verbindet. Sein unschlagbar günstiger Preis und die gute Verarbeitung runden den positiven Eindruck weiter ab.

Was uns gefällt:

die Durchzugskraft, das Design, das Platzangebot, die überkomplette Ausstattung zum günstigen Preis

Was uns nicht gefällt:

die Mittelarmlehne ist zu weit hinten positioniert, der Verbrauch könnte niedriger sein

Testzeugnis:

Ausstattung Sicherheit: 1-
Ausstattung Komfort: 1
Verbrauch: 2-
Fahrleistung: 1
Fahrverhalten: 1
Verarbeitung: 1
Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
Platzangebot Rückbank: 2-
Kofferraum: 1-
Ablagen: 1
Übersichtlichkeit: 2-

Kommentare