Hyundai Veloster - Testbericht

Mit dem neuen Veloster hat Hyundai wieder ein schnittiges Sportcoupé der Kompaktklasse im Programm. Wir haben das Topmodell mit manueller Schaltung getestet.

Bei Hyundai haben Coupés schon eine lange Tradition, eines der ersten Hyundai-Modelle in Europa war das S-Coupé. Nach einigen Jahren Pause kommt jetzt mit dem Veloster ein neues Hyundai-Coupé im Kompaktsegment auf den Markt.

Der Veloster präsentiert sich dabei äußerst dynamisch und trägt stolz das neue Hyundai-Gesicht mit dem schnittigen Scheinwerfer-Design. Ein weiteres Highlight sind die zwei Türen auf der Beifahrerseite, die den Zustieg für die Fondpassagiere erleichtern.

In Österreich wird der Veloster nur mit dem 1,6 Liter GDI-Benzinmotor mit einer Leistung von 140 PS (103 kW) angeboten, die Kunden können jedoch zwischen drei Ausstattungs- und zwei Getriebevarianten wählen. Für unseren Test haben wir die Top-Ausstattungslinie "Sport plus" in Kombination mit der manuellen 6-Gang-Schaltung gewählt.

Der Veloster ist nicht nur optisch ein Hingucker, auch der Preis kann sich sehen lassen. Um 26.490 Euro bekommt man ihn schon überkomplett ausgestattet.

Mit dabei sind unter anderem neben ESP, ABS und sechs Airbags, 18"-Leichtmetallfelgen, eine Einparkhilfe hinten, eine Klimaautomatik, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, ein Audiosystem mit 6 Lautsprechern inkl. USB- und AUX-Anschluss, ein Navigationssystem mit 7"-Touch-Screen, Tempomat, Sitze in einer Stoff/Leder-Kombination, elektrisch verstell,- beheiz- und anklappbare Außenspiegel und elektrische Fensterheber an allen drei Türen.

Als einzige Option hatte unser Testauto noch ein Panorama Hub-/Schiebedach, welches den Preis um 1.490 Euro auf 28.430 Euro erhöht.

Im Innenraum präsentiert sich der Veloster ebenso sportlich, wie es die Optik schon von außen verspricht. Das Armaturenbrett ist mit einer Oberfläche im Carbon-Look versehen und sehr modern gestaltet. Die Tacho-Anzeigen sind in zwei Röhren untergebracht, und viele Zierelemente in Alu-Optik fallen positiv auf. Der Startknopf ist mittig im unteren Teil der Mittelkonkonsole, in greifbarer Nähe zum Schaltknauf positioniert und auch ein echter Hingucker.

Trotz aller Sportlichkeit bietet der Veloster für die Passagiere der ersten Reihe vorzügliche Platzverhältnisse und eine große Verstellmöglichkeit für Sitze und Lenkrad.

Der Zugang zu den hinteren Sitzplätzen wird durch die 3. Türe sehr erleichtert, und auch die Platzverhältnisse selbst sind für ein Coupé dieser Klasse sehr gut. Lediglich die Kopffreiheit in der 2. Reihe lässt für größere Passagiere zu wünschen übrig.

Das Kofferraumvolumen ist mit 320 Liter für ein Coupé ebenfalls recht ordentlich bemessen. Bei Bedarf können die Rücksitze auch umgeklappt werden, und es entsteht noch mehr Platz.

Sehr gut gefallen haben uns auch die vielen Ablagen und die blau/weiße Beleuchtung von Armaturen und Schaltern, die den sportlichen Eindruck nochmals abrunden.

Auch bei den Fahrleistungen zeigt sich der Veloster recht sportlich, wenngleich man sich von der Optik her durchaus noch mehr Leistung erwarten würde.

Der 1,6 Liter GDI-Motor hat eine Leistung von 140 PS (103 kW) und verhilft dem koreanischen Coupé zu einem Sprint von 0 auf 100 km/h in 9,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 201 km/h. Das maximale Drehmoment von 167 Nm steht bei 4.850 U/Min zur Verfügung, wodurch der Motor recht hoch gedreht werden muss, damit die volle Leistung spürbar wird.

Die Auslegung des Veloster ist nämlich eher Richtung Komfort und Sparsamkeit ausgefallen. Das sehr leicht zu schaltende 6-Gang-Getriebe ist dabei sehr eng abgestuft. So kann man mit 60 km/h schon locker im 6. Gang dahin gleiten, was der Sparsamkeit natürlich sehr zuträglich ist. Steigt man dann aufs Gas, um zu beschleunigen, geht es aber nur recht gemütlich zur Sache.

Wer hier die Leistung des 1,6 Liter Motors spüren möchte, der muss fleißig schalten, was durch die kurzen Schaltwege und die knackige Schaltung aber kein Problem ist. Der Nachteil der kurzen Abstufung zeigt sich lediglich bei der Geräuschentwicklung, im oberen Drehzahlbereich und bei Autobahn-Tempo ist es im Veloster dann nicht mehr ganz so leise.

Eher Richtung Komfort sind auch Federung und Fahrwerk abgestimmt. Der 422 cm lange Veloster ist eher der Gleiter über die Landstraße als der nach Kurven lechzende Sportler. In schnellen Kurven schiebt der Veloster rasch über die Vorderräder, bleibt aber Dank ESP trotzdem gut beherrschbar. Auch wenn der Veloster dem europäischen Geschmack angepasst wurde, die US-Wurzeln kann er nicht verleugnen.

Punkten kann der Veloster dann wieder, wenn es um den Verbrauch geht. Die vom Werk versprochenen 6,5 Liter sind bei gemächlicher Fahrweise durchaus zu erreichen. Wer dem Coupé der Optik entsprechende Fahrleistungen abgewinnen möchte und dadurch öfters das Gaspedal Richtung Bodenblech drückt, sollte aber einen Liter mehr einrechnen. In unserem Test hat sich der Veloster 7,4 Liter genehmigt, was durchaus in Ordnung geht.

In der Summe seiner Eigenschaften kann der Veloster sehr überzeugen, sofern man sich keinen Sportwagen erwartet. Das koreanische Coupé ist zwar optisch ganz auf Sport getrimmt und ein echter Hingucker, die Leistung und die Fahrzeugauslegung gehen aber eher Richtung komfortables Coupé. Der Veloster bietet auf jeden Fall eine überdurchschnittlich gute Ausstattung zum günstigen Preis, bei der sowohl die Verarbeitungsqualität, als auch die verwendeten Materialien passen. Dass man 5 Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung hat, unterstreicht den positiven Qualitätseindruck.

Was uns gefällt:

Die überaus gute Ausstattung, der Preis, die Optik, die Idee mit der 3. Türe.

Was uns nicht gefällt:

Um der sportlichen Optik zu entsprechen, wären ein paar PS mehr von Vorteil.

Testzeugnis:

  • Ausstattung Sicherheit: 1-
  • Ausstattung Komfort: 1
  • Verbrauch: 1-
  • Fahrleistung: 2
  • Fahrverhalten: 2
  • Verarbeitung: 1
  • Platzangebot Fahrer/Beifahrer: 1
  • Platzangebot Rückbank: 2-
  • Kofferraum: 2
  • Ablagen: 1
  • Übersichtlichkeit: 2

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